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27.03.2011

19:44 Uhr

Landtagswahlen

Debakel für Südwest-CDU - Fiasko für Merkel

Fiasko für Schwarz-Gelb, Triumph für Grün: In Baden-Württemberg hat die CDU vermutlich die Macht verloren - damit könnte erstmals ein Grüner Ministerpräsident werden. In Rheinland-Pfalz braucht die SPD einen Partner.

Stefan Mappus.

Stefan Mappus.

BerlinZeitenwende in Baden-Württemberg: Nach fast sechs Jahrzehnten muss die CDU die Macht im Südwesten aller Voraussicht nach abgeben - die Grünen können mit Winfried Kretschmann vermutlich erstmals in ihrer Geschichte einen Ministerpräsidenten stellen. In Rheinland-Pfalz wird es nach fünf Jahren SPD-Alleinregierung zum ersten Mal eine rot-grüne Koalition geben.

Der Verlust der CDU-Bastion Baden-Württemberg wäre ein schwerer Schlag auch für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - sie verlöre damit den dritten CDU-Regierungschef innerhalb eines Jahres.

In Baden-Württemberg wurde die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus bei der Landtagswahl am Sonntag zwar wieder stärkste Kraft, stürzte aber auf ihr vermutlich schlechtestes Ergebnis seit 1952. Die FDP fuhr in ihrem Stammland sogar das schwächste Ergebnis überhaupt ein.

Grüne und SPD lagen nach Hochrechnungen prozentual zusammen klar vor der schwarz-gelben Stuttgarter Koalition, nach Sitzen im Landtag allerdings nur knapp. Die Unwägbarkeit ergab sich am Abend durch das Ein-Stimmen-Wahlrecht des Bundeslandes, das tendenziell die stärkste Partei - also die CDU - begünstigt. Experten schlossen nicht aus, dass das Wahlrecht am Ende doch noch zu einer Mandatsmehrheit von Schwarz-Gelb oder zum Patt führen könnte.

Sollten die Grünen stärker als die SPD sein, könnte Spitzenkandidat Kretschmann der erste Ministerpräsident der Ökopartei in Deutschland werden. Die SPD rutscht mit Spitzenkandidat Nils Schmid auf ihr schwächstes Ergebnis in Baden-Württemberg ab, kann sich aber dennoch Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung machen. Die Linke schafft nach den bisherigen Zahlen nicht den Sprung in den Stuttgarter Landtag, die FDP nur knapp.

Mappus räumte die Niederlage ein. „Ich trage die Verantwortung, und zwar voll und ganz.“ Er werde den Parteigremien am Montagabend einen Vorschlag für die neue personelle Ausrichtung der Partei machen. Grünen-Spitzenkandidat Kretschmann kündigte einen Politikwechsel an: „Jetzt haben wir die historische Wende in diesem Land erreicht.“ SPD-Spitzenkandidat Schmid reklamierte den Wahlsieg für SPD und Grüne: „Wir haben es geschafft. Schwarz-Gelb ist abgewählt.“

Kommentare (7)

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BrunoTraven

27.03.2011, 18:48 Uhr

Wir mussten keine Wasserwerfer einsetzen wie Sie, Herr Mappus!
Wir haben nur unsere Stimme abgegeben und das mit gutem Gewissen!
Sie, Herr Mappus, können sich nun in die Reihe der Wasserwerfer bei Fukushima einreihen, um wenigstens dort für Abkühlung zu sorgen, wofür Sie hierzulande mit hauptverantwortlich sind.Aber aufgepasst! Schutzanzüge für ihre Dimensionen sind dort sicherlich sehr sehr rar!

R.Ruf

27.03.2011, 18:55 Uhr

Das Vermutete ist eingetreten. Die Niederlage des Herrn Mappus ist auch die Niederlage von Frau Merkel. Die CDU wird zu entscheiden haben ob ein Weiterso mit Merkel an der Spitze der Partei und im Kanzleramt für die Zukunft der Union und die Zukunft Deutschlands noch verantwortbar ist oder ob ein Wechsel angebracht ist.

Berliner

27.03.2011, 19:01 Uhr

Jetzt müssen die Grünen mal zeigen, ob sie wirklich regieren können. Es kommen aber dennoch schwere Zeiten auf BW zu. Die Wähler haben aber so entschieden und müssen nun hoffen, das die 4 Jahre schnell vergehen.

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