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30.04.2012

20:33 Uhr

Landtagswahlkampf

Karikaturist Westergaard distanziert sich von Pro NRW

Die als rechtsextrem geltende Partei Pro NRW hat einen Preis für islamkritische Karikaturen ausgelobt und nach dem dänischen Karikaturisten Westergaard benannt. Der beschwert sich über den Missbrauch seines Namens.

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard. dpa

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard.

Kopenhagen/DüsseldorfDer dänische Karikaturist Kurt Westergaard hat sich von einem islamfeindlichen Karikaturenwettbewerb der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW in Nordrhein-Westfalen distanziert. „Ich möchte mit keiner politischen Partei und keiner politischen Bewegung in Verbindung gebracht werden“, sagte Westergaard am Montag. Nur mit der Meinungsfreiheit wolle er in Verbindung gebracht werden, fügte er hinzu. Er habe den dänischen Journalistenverband um Hilfe gebeten, um gegen eine missbräuchliche Nutzung seines Namens durch die Splitterpartei vorzugehen.

Die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppierung Pro NRW lobt auf ihrer Internetseite im Rahmen des Wettbewerbs auch einen mit 1000 Euro dotierten „Kurt-Westergaard-Ehrenpreis für die mutigste islamkritische Karikatur“ aus. Der 77-jährige Westergaard hatte im Jahr 2005 Karikaturen des Propheten Mohammed in der Tageszeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlicht, die zu massiven Protesten in der islamischen Welt geführt hatten. Er lebt nach eigenen Angaben immer noch unter Polizeischutz.

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Ein Sprecher des Innenministers in Düsseldorf kündigte am Montag eine Beschwerde gegen Entscheidungen der Verwaltungsgerichte Düsseldorf und Köln an: Diese hatten Verbote von Karikatur-Ausstellungen aufgehoben, die Pro NRW für den 1. Mai in Remscheid, Solingen und Bergisch Gladbach jeweils in der Nähe von Moscheen plant. Dort sollten Westergaard-Zeichnungen gezeigt werden. Das Ministerium befürchtet Gefahren für deutsche Einrichtungen und Bürger im Ausland wegen der Aktionen. Man gehe davon aus, dass das Oberverwaltungsgericht Münster gegen Pro NRW entscheiden werde.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

30.04.2012, 22:13 Uhr

"Man gehe davon aus, dass das Oberverwaltungsgericht Münster gegen Pro NRW entscheiden werde."

Tja, wenn das schon feststeht ...

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