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24.04.2013

08:03 Uhr

Landwirtschaft

Aigner lehnt Saatgut-Pläne der EU ab

ExklusivBundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will alte Sorten von Obst und Gemüse schützen. Deshalb lehnt sie Pläne der EU ab, dass auch Kleingärtner künftig nur noch zugelassenes Saatgut verwenden dürfen.

Ilse Aigner (CSU) legt sich für kleine Züchter ins Zeug. dpa

Ilse Aigner (CSU) legt sich für kleine Züchter ins Zeug.

BerlinBundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) spricht sich gegen Pläne der EU-Kommission aus, den Anbau von nicht amtlich zugelassenen Saaten zu unterbinden. „Es darf nicht soweit kommen, dass Privatgärtner für ein paar Samenkörnchen eine amtliche Zulassung vorzulegen haben“, sagte Aigner dem Handelsblatt. „Kleine Züchter müssen von der Zulassungspflicht befreit werden.“ Gärtner und Züchter, die das Artenreichtum und die Sortenvielfalt erhalten, „müssen auch künftig ohne Einschränkung anbauen können“, sagte sie.

Die EU-Kommission plant, dass künftig neben Landwirten auch Kleingärtner nur noch zugelassenes Saatgut verwenden dürfen. Seltene und alte Gemüsesorten etwa hätten dann kaum noch eine Chance angebaut zu werden. Ihnen fehlt die Handelszulassung, da diese für die Züchter häufig zu teuer ist und die Vorgaben durch die individuellen Formen des Obstes nicht eingehalten werden können.

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Umweltverbände kritisieren, dass nach den Plänen der Kommission diese Saaten nicht einmal mehr getauscht oder verschenkt werden dürften. Die Verordnung spiele den großen Saatgut-Konzernen wie Monsanto oder Bayer in die Hände. Die Kommission will ihren Verordnungsentwurf am 6. Mai vorlegen.

Von

dhs

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

24.04.2013, 08:18 Uhr

Ist das schon der Vorbote der von Merkel vorangetriebenen Freihandelszone mit den USA.
Später werden die US-Konzerne uns dann ihre einmalkeimenden und tiergefährlichen Saatgüter aufzwingen!

ffranz

24.04.2013, 08:21 Uhr

Man kann die bodenlose Dreistigkeit der EU nur bewundern. Während erstmals (endlich?) diskutiert wird, was von dort alles angerichtet wurde, der Euro vorneweg, machen diese anonymen, überbezahlten Funktionäre einfach weiter mit ihrer Schikanepolitik.

Wolfsfreund

24.04.2013, 08:28 Uhr

Diese verdammte EU entwickelt sich mit zunehmender Geschwindigkeit in ein ungeheuerliches Monster, das uns massiv bevormundet und ins Leben hineinpfuscht. Wer denn, außer ein paar engagierten Hobbygärtnern, soll sich denn um die uralten Obst- und Gemüse-Sorten kümmern? Wenn die verschwinden, wird der wertvolle Genpool zwangsweise erheblich verkleinert und ein großes Stück Kulturgeschichte des Obst- und Gemüseanbaus geht verloren.
Es wird allerhöchste zeit, daß diese Brüsseler Bande endlich ausgebremst wird, denn sie wird allmählich gefährlich! Wer Wissen vorsätzlich vernichtet, ist ein Verbrecher, nicht der Hobbygärtner, der alte Apfelsorten von anno achtzehnhundertpiefendeckel kultiviert!

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