Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.08.2011

18:07 Uhr

Langfristige Trendwende

DGB-Chef sieht Arbeitgeber unter Druck

ExklusivMichael Sommer sieht Anzeichen für eine langfristige Trendwende am Arbeitsmarkt. Nach seiner Einschätzung wird der absehbare Rückgang der Erwerbsbevölkerung, die Arbeitgeber zu größeren Zugeständnissen zwingen.

Gewerkschaftschef Michael Sommer. Reuters

Gewerkschaftschef Michael Sommer.

DüsseldorfFachkräftemangel und demografischer Wandel sorgen nach Einschätzung von DGB-Chef Michael Sommer für eine grundlegende Verschiebung der Machtverhältnisse in der Lohnpolitik. Die langfristige Trendwende am Arbeitsmarkt werde „den Druck auf die Arbeitgeber sicher erhöhen, Zugeständnisse zu machen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Sommer wertete dies als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit: „Das ist nach Jahrzehnten des Versuchs, uns mit Angst um Arbeitsplätze zu erpressen, auch überfällig", sagte er.

Hintergrund seiner Einschätzungen ist der absehbare Rückgang der Erwerbsbevölkerung. Nach den Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamts wird die Zahl der 15- bis 65-Jährigen allein bis 2015 um 800 000 Personen sinken, bis 2030 sogar um 6,5 Millionen. Rufe der Arbeitgeber nach mehr Zuwanderung sind nach Einschätzung des DGB-Chefs insofern teilweise machttaktisch motiviert: Es gehe ihnen auch darum, "den Druck zu senken und die eigene Verhandlungsposition zu verbessern", sagte er.

Die Gewerkschaften sieht Sommer allerdings zugleich vor einer wachsenden Herausforderung, den Zusammenhalt der Arbeitnehmer zu stärken. "Wir müssen als Gewerkschaften auch darauf drängen, dass der Arbeitsmarkt nicht geteilt wird zwischen tarifgebundenen Arbeitsplätzen und prekärer Beschäftigung", sagte er. Sieben Millionen Minijobber und knapp eine Million Zeitarbeiter seien Beleg für ein Problem. "Wir kämpfen entschlossen gegen eine Zweiklassengesellschaft in den Betrieben an", hob der DGB-Chef hervor.

Von

dc

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Alfred_H

25.08.2011, 21:29 Uhr

Vorallem glaube ich dem Herrn Sommer nicht, dass er energisch gegen eine Zweiklassengesellschaft vorgeht. Bisher konnte ich da noch keine Aktivitäten von den Gewerkschaften feststellen. Zwischen den Gewerkschaftsbossen und den Konzernbossen gibt es nur Scheingefechte. Mit Geld stellt man die Funktionäre ruhig. Bald hören wir wieder die Phrasendrescherei. "Wir wollen einen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle!" Mann mir kommt das Würgen. Die Gewerkschafter, Politiker und Bosse stecken doch alle unter einer Decke.

Account gelöscht!

26.08.2011, 08:06 Uhr

Hat dieser Herr noch keine Zeitung gelesen ?
Dort ist immer wieder von Verlagerung die die Rede , Bayer, Daimler, Bauxit Verarbeiter ....und und .
Aber besonders dieser Herr lebt in einer anderen Welt so scheint es .

Account gelöscht!

26.08.2011, 09:03 Uhr

Seit Jahrzenten, haben sich die Gewerkschaften auf dem Rücken der Mitglieder eine eigene Welt geschaffen.
Sie sehen sich heute, als die großen Wirtschaftslenker/Politiker, zum nutzen ihrer Taschen. Den Arbeitnehmer haben sie schon lange verraten und verkauft.
Ich bin für eine Überprüfung der Gewerkschaften, durch ihre Mitglieder, sie müssen genauso Rechenschaft ablegen über das was sie geleistet haben.
Sie sind nicht einmal mehr in der Lage zu erkennen, warum die Mitglieder abwandern?
Zu diesem Thema hört man aus den Klimatisierten Büros der Gewerkschaften nichts.
Die Gewerkschaften (Führung) muss auf den Boden der Realität zurück geholt werden, durch die Mitglieder.
Alle Gewerkschaften müssen wider den Menschen in den Mittelpunk ihrer Arbeit stellen, und dürfen nicht weiter Mit den Unternehmen oder der Politik kokettieren.
Danke

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×