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14.01.2010

15:03 Uhr

Lascher Oppositionsführer

Steinmeier hat Startschuss (noch) nicht gehört

VonDaniel Delhaes

Frank-Walter Steinmeier ist nicht der Mann fürs Grobe. Der einstige SPD-Außenminister ist aber Chef der größten Oppositionsfraktion. Und die Sozialdemokraten erwarten von ihm klare Ansagen - vor allem im Hinblick auf die politische Arbeit der kommenden Jahre. Doch zum Auftakt der SPD-Klausurtagung hat Steinmeier nicht viel zu bieten.

Mit einem verbalen Feuerwerk kann Steinmeier nicht dienen. Reuters

Mit einem verbalen Feuerwerk kann Steinmeier nicht dienen.

BERLIN. Der Oppositionsführer erscheint zwölf Minuten zu spät zu seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr. Frank-Walter Steinmeier geht den Gang im Abgeordnetenhaus entlang, eine Hand leger in der linken Hosentasche. Die Kameraleute erblicken ihn bereits in der Ferne, richten ihre Geräte auf ihn. Als er ankommt und vor die Fernsehwand mit dem Logo der SPD-Bundestagsfraktion tritt, entschuldigt er sich prompt und verschwindet Richtung Toilette.

Drei Minuten später sagt er: „Danke für Ihr kommen und alles Gute im neuen Jahr.“ Man möchte es ihm auch wünschen. Viele erwarten ein verbales Feuerwerk des Oppositionsführers, nachdem sich Union und FDP in den letzten Wochen attackiert haben wie zu besten Oppositionszeiten. „Die weihnachtliche Schonzeit ist vorbei“, sagt Steinmeier, im letzten Jahr noch Außenminister und Kanzlerkandidat der SPD. Niemals zuvor habe eine Regierung so sehr eine starke Opposition verdient wie jetzt, greift er zaghaft an. „Die Koalition war auf alles vorbereitet, nur nicht aufs Regieren“, schiebt er hinterher und warnt: „Das Ausbleiben von Entscheidungen schadet diesem Land.“

Das war es dann schon mit den Angriffen. Frank-Walter Steinmeier steht vor der Fernsehwand und muss die erste Frage abwehren. Wie er es mit Hartz IV und der Agenda halte, will jemand wissen. „Natürlich werden wir diesen Fragen auf der Klausur nicht ausweichen“, sagt Steinmeier. Denn um die geht es ja: die erste Klausur der Fraktion als Opposition seit 1998. Auf ihr wollen die verbliebenen Sozialdemokraten einen Fahrplan für die Zeit in der Opposition aufstellen.

Steinmeier ist der Chef der größten Oppositionsfraktion - und Führer der kleinsten Fraktion einer Volkspartei, die es je gab. Im Fraktionssaal lassen sich noch die Abdrücke der vielen Tische bestaunen, die hier einmal standen. Jetzt ist es luftig, die verbliebenen Möbel verlieren sich fast. Bis zur Bundestagswahl war die Fraktion noch um ein Drittel größer.

Kommentare (1)

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aruba

15.01.2010, 08:47 Uhr

Guten Tag, ... ich wuensche mir "Onkel Herbert" wuerde diese aalglatten Juristen nur einen Tag erleben. Ja; fast glaube ich zu wissen vohin er ihnen die Pfeife stecken wuerde. besten Dank

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