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02.07.2012

01:45 Uhr

Laut Medienbericht

Italien wies Verfassungsschutz auf Neonazi-Hetze hin

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat nach einem Zeitungsbericht bereits vor neun Jahren konkrete Hinweise auf ein Netz rechter Terrorzellen in Deutschland erhalten.

Die Schuhe eines Mitgliedes der rechten Szene. ap

Die Schuhe eines Mitgliedes der rechten Szene.

BerlinEinem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge soll das Bundesamt für Verfassungsschutz bereits im März 2003 konkrete Hinweise auf ein rechtes Terrornetzwerk in Deutschland bekommen haben. Das gehe aus einem Schreiben des italienischen Staatsschutzes AISI an das BfV vom 14. Dezember 2011 hervor, schreibt das Blatt in seiner Montagausgabe.

In dem Schreiben verweise der italienische Dienst auf eine bereits am 21. März 2003 dem Kölner Bundesamt übermittelte Information. Darin sei es um ein Treffen europäischer Neonazis im belgischen Waasmunster im November 2002 gegangen, auf dem italienische Rechtsextremisten "bei vertraulichen Gesprächen von der Existenz eines Netzwerks militanter europäischer Neonazis erfahren" hätten.

Aus dem AISI-Schreiben geht laut "Berliner Zeitung" auch hervor, dass deutsche Neonazis insbesondere aus Bayern und Thüringen seit Jahren enge Beziehungen nach Italien pflegen. Der inhaftierte mutmaßliche NSU-Helfer Ralf Wohlleben etwa habe mehrfach an Treffen mit Gruppen wie "Skinhead Tirol Sektion Meran" und "Veneto Fronte Skinheads" in Italien teilgenommen und Geld übergeben "für die Unterstützung von Kameraden, die sich in Schwierigkeiten befinden".

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2008 hätten zudem Südtiroler Skinhead-Gruppen dem AISI-Bericht zufolge bei einem Treffen mit deutschen Neonazis aus Bayern und Franken "über die Möglichkeit der Durchführung fremdenfeindlicher 'exemplarischer Aktionen' diskutiert und eine detaillierte Kartenauswertung vorgenommen, um Geschäfte (Kebaps und andere) ausfindig zu machen, die von außereuropäischen Staatsangehörigen geführt werden". (bearbeitet von Andreas Kenner)

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

02.07.2012, 05:34 Uhr

"Südtiroler Skinhead-Gruppen" - wie kann ich mir die vorstellen? Skin-Heads in kurzen Lederhosen und Gamsbart am Hut?

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02.07.2012, 06:51 Uhr

Auf dem rechten Auge blind, Aktenvernichtungen, Verschleierungen, Rechtsbeugung und Sympathisanten die Waffen und Struktur finanzieren. Solange dieser offensichtlich vorhandene Sumpf nicht wirklich ausgehoben ist, ist das garnicht lustig, sondern ein Armutszeugnis für die deutsche Justiz. Ziercke und Co sollen zurück treten, es ist einfach nur peinlich was in dieser Richtung abgeht. Der Verfassungsschutz sollte sich selbst besser beobachten, das hätte vielleicht die vielen Ermordeten, inkl. der Tod einer deutschen Polizistin, erspart.
Aber Vorratsdatenspeicherung, verdachtslose Bürgerüberwachung, Sozialschnüffelei, Flug- und Bankdaten in die USA, und noch einige andere Spezialitäten, sind wohl wichtiger.
Statt friedlich demonstrierende Bürger gegen die Macht der Banken zu bewachen und die Bürgerrechte auszuhöhlen, sollten besser die Aufmärsche der Nazifreundlichen und Salafisten verboten werden.
Aber vielleicht ist ein bayrischer Polizeikalender ja wichtiger.

Account gelöscht!

02.07.2012, 20:26 Uhr

Dass hier gleich wieder ein Paar Naziabkömmlinge antanzen um den Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus zu relativieren udn in Schutz zu nehmen spricht Bände...

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