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01.05.2015

17:17 Uhr

Lebensmittelskandal

Unappetitlicher Fisch aus Zuchtanlagen

Die Proben brachten unschöne Ergebnisse: Seit 2005 sind in Speisefischen und Krustentieren wohl in etlichen Fällen verbotene Medikamente aufgetreten. Sie stehen in Verdacht, Krebs zu erzeugen. Die Regierung wusste davon.

Lachsforellen – in den Augen vieler eine Delikatesse. Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Tiere in Zuchthaltung häufig mit Medikamenterückständen belastet sind. ap

Lecker Fisch?

Lachsforellen – in den Augen vieler eine Delikatesse. Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Tiere in Zuchthaltung häufig mit Medikamenterückständen belastet sind.

BerlinDer Bundesregierung liegen einem „Spiegel“-Bericht zufolge alarmierende Zahlen über antimikrobielle Medikamente in Fisch- und Krustentierprodukten aus Zuchtbetrieben vor. Bei Untersuchungen im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel meldeten die Prüfer des Bundes in 183 Fällen Nachweise von pharmakologisch wirksamen Stoffen, wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet. Überwiegend handelte es sich demnach um Rückstände der Fisch-Arznei Malachitgrün, die im Verdacht steht, Krebs zu erregen und Erbgut zu schädigen. Das Antiparasitikum Malachitgrün darf bei Speisefischen nicht als Arzneimittel angewendet werden.

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Eigentlich hätten die Tierkörper beseitigt werden sollen, stattdessen landete Pferdefleisch jahrelang auf dem Teller. In mehreren EU-Ländern stoppte die Polizei jetzt den Handel. Deutschland soll kaum betroffen sein.

Zudem seien Abbauprodukten verschiedener Antibiotika und Antiseptika nachgewiesen worden. Bei Krustentieren meldete Deutschland dem Bericht zufolge 306 Mal den Fund solcher Abbauprodukte. Die Daten stammten aus Untersuchungen von Lachs, Forellen oder Shrimps aus Aquakulturen im Zeitraum von 2005 bis Ende März dieses Jahres. Bei sechs Prozent aller Stichproben fanden die Kontrolleure demnach Arzneimittel. Aus welchen Betrieben die belasteten Proben im Einzelnen stammten, könne das Bundeslandwirtschaftsministerium nicht sagen, berichtete das Magazin.

Für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer sind die Ergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass in der Fischzucht Medikamente - im Falle von Malachitgrün sogar illegal - ins Futter gemischt werden. „Dieser Masseneinsatz von Arzneien sorgt für Resistenzen und gefährdet die Gesundheit von Menschen“, sagte Krischer dem „Spiegel“.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

04.05.2015, 09:26 Uhr

"Für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer sind die Ergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass in der Fischzucht Medikamente - im Falle von Malachitgrün sogar illegal - ins Futter gemischt werden."

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist die, dass die staatliche Aufsicht und deren Kontrolle nicht funktioniert.

Wenn die staatlichen Stellen ohnehin nicht funktionieren, dann sollte dies privatwirtschaftlich organisiert werden. Es sollte allen Zuständigen klar sein, dass sie ihren Job los sind, wenn sie ihre Aufgabe nicht erfüllen.

Möglicherweise haben wir hier auch ein Verständnisproblem.

Die Politiker halten sich für alles zuständig, für nichts verantwortlich, lassen sich viel höher als den Durchschnittsbürger, den sie zu vertreten vorgeben, bezahlen und erheben später auch noch Anspruch auf saftige Pensionen.

Zugegeben, die Aufgabe ist schwierig. Aber nur die eigene Angst um die eigene Einkommenssituation bringt die Jungs und Mädels in Schwung. Diese "Vollkasko"-Mentalität der Politiker bringt uns Bürgern nichts.

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