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23.05.2013

14:00 Uhr

Lebensmittelverschwendung

Ilse Aigner startet Aktion in Discountern

Jedes achte eingekaufte Lebensmittel landet im Müll. Eine enorme Verschwendung. Eine Kampagne des Verbraucherministeriums will gegensteuern. Mit im Boot: Die Landfrauen und der Discounter Penny.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stellt eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung vor. dpa

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stellt eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung vor.

KölnVerbraucherministerium und Landfrauenverband haben gegen die massive Verschwendung von Lebensmitteln eine bundesweite Aktion in Discountern gestartet. Rund elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel landeten in Deutschland jährlich im Müll, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag zum Auftakt einer Info-Kampagne in einem Penny-Markt in Köln. „Das wollen wir deutlich verringern“. Der Verbraucher habe einen großen Anteil an der Verschwendung.

Bis 8. Juni wollen die Landfrauen Konsumenten in Märkten der Rewe-Konzerntochter unter anderem auch in Berlin, Hamburg und München beraten, wie sie unnötige Lebensmittelabfälle mit richtigem Einkauf, gezielter Lagerung und Zubereitung vermeiden können.

Aigner hatte vor gut einem Jahr die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ gestartet, um Verbraucher zu sensibilisieren - und zog nun eine positive Zwischenbilanz. In der Gastronomie würden auch kleinere Portionen angeboten, Großküchen etwa in Kliniken seien sensibilisiert, der Handel beteilige sich an der Aufklärung. Rund 50 Prozent der Bevölkerung haben Aigner zufolge von der Kampagne gehört - und 25 Prozent unter ihnen gaben bei einer Umfrage an, dass sie ihre Lebensgewohnheiten bereits umgestellt haben.

Deutschland werde alles daran setzen, um das EU-weite Ziel zu erreichen, die Menge der unnötigen Lebensmittelabfälle bis 2020 zu halbieren, sagte Aigner. Der Verbraucher sei ethisch verpflichtet, sorgsam mit Nahrungsmitteln umzugehen, sollte daran aber auch ein finanzielles Interesse haben. Denn: Ein Vier-Personen-Haushalt werfe im Schnitt Lebensmittel im Wert von über 900 Euro pro Jahr weg.

In den Märkten von Rewe und Penny werden nach Angaben von Konzernvorstand Jan Kunath ein Prozent der Lebensmittel nicht verkauft. „Diese führen wir den Tafeln zu oder entsorgen sie, wenn sie verdorben sind.“ Dass Lebensmittel hierzulande preiswert sind, dürfe nicht dazu führen, dass sie weiter massenweise im Müll landeten.

Tatsächlich wird aber jedes achte eingekaufte Lebensmittel weggeworfen. Pro Kopf schmeißt jeder Verbraucher knapp 82 Kilogramm jährlich weg, etwa zwei Drittel davon wären noch genießbar gewesen, wie eine Studie im Auftrag des Ministeriums 2012 ergeben hatte. Industrie, Handel und Großverbraucher wie Restaurants und Kantinen eingerechnet, werden jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt.

Von

dpa

Kommentare (6)

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fressberg

23.05.2013, 14:40 Uhr

hallo,hallo


die subventionierte überproduktion und verschwendung beginnt auf dem acker ,liebe ilse aigner

Familienvater

23.05.2013, 14:51 Uhr

"...wollen die Landfrauen Konsumenten beraten, wie sie unnötige Lebensmittelabfälle mit richtigem Einkauf, gezielter Lagerung und Zubereitung vermeiden können."

Ein Hoch auf unsere Familienstrukturen, wo Mütter in prekären Jobs ihren Dienst für die Gesellschaft leisten, anstatt ihre Kinder lebenstüchtig und fit auf die Welt vorzubereiten.

Ein Hoch auf unser Bildungssystem, wo Kinder in Ganztagesschulen verräumt werden, anstatt mit Oma zusammen Gemüse zu schnipseln und spannenden Geschichten zu lauschen.

Ein Hoch auf die Tafeln, damit nichts verschwendet wird. Vor langer Zeit nannte man das Lebensmittelmarken.

Ein Armutszeugnis sondergleichen...

Account gelöscht!

23.05.2013, 15:08 Uhr

Wenn ich dann noch sehen muss, dass in der Fischerei z.B Dorsche im Netz die die Fangquote überschreiten dann Tot wieder ins Meer geworfen werden, wird mir schlecht und Übel. Das sind Millionen Tonnen an Leben, dass vernichtet wird.
Warum können sich Fangflotten untereinander nicht abstimmen
und wenn der eine zuviel hat, es dann auf andere Schiffe zu verteilen. Zumindest die Deutsche Flotte sollte das schaffen. Eine Aigner sollte da mal darüber nachdenken.

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