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21.01.2015

22:02 Uhr

Legida-Kundgebung

„Wir werden Woche für Woche kommen“

VonAnja Stehle

Eigentlich hatten die Legida-Organisatoren 60.000 Demonstranten in Leipzig erwartet. Am Ende kamen nur etwa 10.000. Doch die wollen sich weder davon noch vom Fall des Pegida-Gründers Lutz Bachmann beirren lassen.

Pegida-Ableger in Leipzig

Legida-Marsch und Gegen-Demonstration

Pegida-Ableger in Leipzig: Legida-Marsch und Gegen-Demonstration

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LeipzigSie rufen „Mut zur Wahrheit“ und „jetzt erst recht“ in die Dunkelheit hinein. Die Leipziger Oper am Augustusplatz hat der islamkritischen Legida aus Protest das Licht abgeschaltet. Es sind weitaus weniger Anhänger gekommen als sich die Organisatoren erhofft hatten.

Von 60.000 sprach die Bewegung noch am Mittag. Doch der Legida-Initiator musste sogar den Beginn der Kundgebung verschieben, als sich gegen halb sieben erst einige Tausend Anhänger versammelt hatten. Nach Angaben von dpa-Reportern kamen zur Auftaktkundgebung des Pegida-Ablegers auf dem zentralen Augustusplatz knapp 10.000 Menschen. 

Trotzdem – ihre Parolen sollen Stärke und Kontinuität zeigen. „Wir werden Woche für Woche kommen. Es hat sich nichts geändert“, sagt Legida-Initiator Jörg Rösler am Rande der Veranstaltung dem Handelsblatt. Die Legida-Anhänger wollen sich von den Terrordrohungen und der abgesagten Demonstration am Montag in Dresden nicht beirren lassen.

Dass die Pegida sich am vergangenen Montag den Gesprächen mit der ihnen verhassten Presse geöffnet hat, finden viele der Mitläufer gut. Sie wollen gehört werden. „Hier wurden schlafende Geister geweckt. Ihr kriegt uns so schnell nicht los“, sagte eine Anhängerin.

Wer sind die Pegida-Demonstranten?

Geschlecht

75 Prozent der Pegida-Teilnehmer sind Männer.

Alter

Die größte Altersgruppe machen mit 37 Prozent die 40- bis 59-Jährigen aus.

Bildung

28 Prozent sind Hochschulabsolventen, 18 Prozent haben das Abitur als letzten Abschluss, 9 Prozent haben eine Meisterprüfung abgelegt.

Beruf

Fast die Hälfte (47 Prozent) sind Angestellte oder Arbeiter, 18 Prozent Rentner und nur 2 Prozent geben an, keine Tätigkeit auszuüben oder Arbeit zu suchen.

Einkommen

Fast 40 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 1500 Euro netto.

Politische Einstellung

62 Prozent geben an, keiner Partei verbunden zu sein. 17 Prozent stehen der AfD nahe, 9 Prozent der CDU, 4 Prozent der rechtsextremen NPD, 3 Prozent der Linken. Jeweils 1 Prozent sympathisiert mit SPD, Grünen und der FDP.

Glaube

73 Prozent sind konfessionslos, 21 Prozent protestantisch und 4 Prozent katholisch. 2 Prozent gehören anderen Glaubensgemeinschaften an.

Die Quelle

Wissenschaftler der TU Dresden haben bei drei Pegida-Demonstrationen zwischen dem 22. Dezember und dem 12. Januar rund 400 Teilnehmer befragt.

Doch in die islamfeindliche Bewegung kommt Unruhe. Fast zeitgleich mit der Kundgebung trat Pegida-Gründer Lutz Bachmann als Vorstand zurück. Er war wegen neu aufgetauchter Fotos und angeblicher abfälliger Äußerungen über Flüchtlinge auch in den eigenen Reihen unter Druck geraten.

Der 41-Jährige hatte ein Foto von sich mit Adolf-Hitler-Bärtchen und -Scheitel auf Facebook veröffentlicht – nach eigener Aussage eine scherzhafte Reaktion auf die Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs von „Er ist wieder da“, in dem es um Hitler geht.

Der Vorfall müsse Konsequenzen haben, sagte Pegida-Vorstandsmitglied Rene Jahn, „mit so etwas will ich nichts zu tun haben“. Es gehe um die Bewegung und nicht nur um eine Person. Der Sprecher der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD), Christian Lüth, kritisierte das Foto als „geschmacklos“. Bachmann sei eine Person des öffentlichen Interesses und müsse wissen, „dass so etwas kein Scherz mehr sein kann“. Die Staatsanwaltschaft Dresden leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Bachmann wegen des Verdachts der Volksverhetzung ein.

Kommentare (16)

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Herr Horst Meiller

21.01.2015, 22:07 Uhr

Gibt Ihnen, meine Damen und Herren Journalisten, das nicht zu denken? http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/qualitaetsmedien-abgewatscht-fuer-manipulative-berichterstattung.html Wer braucht noch solchee Zeitungen?

Herr Horst Meiller

21.01.2015, 22:09 Uhr

"Die Leipziger Oper am Augustusplatz hat der islamkritischen Legida aus Protest das Licht abgeschaltet."
Braucht Leipzig eine Oper?

Herr Marco Fiala

21.01.2015, 22:25 Uhr

Der Fall Lutz Bachmanns- wohl eher der Sturz Lutz Bachmanns


Der Fall oder besser gesagt der Sturz Lutz Bachmanns liegt an den rechtstaatlichen Mangel, der Staatsanwaltschaften zu Dienstleistern der etablierten Parteien macht begründet.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Die Aussagen von Lutz Bachmann sind im Kontext gesehen vollständig harmlos. Sie mögen verallgemeinernd sein, sind aber nicht weniger verallgemeinernd als die Verklärung sämtlicher Asylbewerber zu "Flüchtlingen", die "traumatisiert" sind, wie es unsere etablierten Parteien tun.

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