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01.04.2014

12:02 Uhr

Lehrerverband stützt Schäuble

„Putin-Hitler-Vergleich wichtiger Impuls für Unterricht“

VonDietmar Neuerer

ExklusivRüffel von der Kanzlerin und der Unions-Fraktionsspitze, Rückendeckung vom Zentralrat der Juden und dem Lehrerverband. In der Debatte um Schäubles Putin-Hitler-Vergleich gehen die Meinungen teilweise weit auseinander.

Anti-Russland-Demo in Kiew: Vor Schäuble haben auch schon andere Putin mit Hitler verglichen. Reuters, Sascha Rheker

Anti-Russland-Demo in Kiew: Vor Schäuble haben auch schon andere Putin mit Hitler verglichen.

BerlinIn der Debatte um einen Putin-Hitler-Vergleich von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) haben sich der Deutsche Lehrerverband und der Zentralrat der Juden hinter den Minister gestellt. Unions-Fraktionschef Volker Kauder geht dagegen genauso wie zuvor schon Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) auf Distanz.

Zwar wiederhole sich Geschichte nie eins zu eins. „Allerdings gilt auch: Wer Geschichte ignoriert, muss damit rechnen, sie zu wiederholen“, sagte Lehrer-Verbandspräsident Josef Kraus Handelsblatt Online.

Gewiss gebe es gewisse Parallelen zwischen 1938 und 2014, sagte Kraus weiter. Einen solchen Vergleich herzustellen bedeute daher auch nicht, dass damit „die Singularität der Verbrechen Hitlers“ relativiert werde. „Vielmehr kann ein solcher Vergleich ein wichtiger Impuls sein, die Ereignisse vor und nach 1938 aufzuarbeiten“, sagte der Lehrerverbandschef. „Möglicherweise hätten viele Schüler ohne Schäubles Vergleich nie etwas von 1938 erfahren oder es bereits längst vergessen.“

Sanktionen gegen Moskau: Der Drei-Stufen-Plan der EU

Erste Stufe

Gespräche über Visa-Erleichterungen und ein Wirtschaftsabkommen mit Russland werden am 6. März auf Eis gelegt.

Zweite Stufe

Die zweite Sanktionsrunde betrifft Einreiseverbote für russische und ukrainische Verantwortliche in EU-Staaten sowie das Einfrieren ihrer Auslandskonten in der EU. Die EU-Außenminister beschließen dies am 17. März, nachdem das umstrittene Referendum über eine Abspaltung der Krim trotz der Proteste des Westens abgehalten wurde.

Betroffen sind 21 Russen und Ukrainer, die für das Referendum verantwortlich gemacht werden, unter ihnen der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow und der Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko.

Die Sanktionen sind zunächst auf sechs Monate beschränkt, können aber verlängert werden. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel geht es nach Angaben von Diplomaten um eine Ausweitung der Stufe zwei, also eine Ausdehnung der Sanktionsliste auf weitere Verantwortliche.

Dritte Stufe

Die dritte Stufe beschreibt Folgen „in einer Reihe von Wirtschaftsbereichen“, also Wirtschaftssanktionen. Diese sollen verhängt werden, sollte Russland weitere Schritte „zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine“ unternehmen, also etwa über die Krim hinaus im Osten des Landes militärisch eingreifen.

Angesichts der damit verbundenen weitreichenden Auswirkungen auf die Wirtschaft in der EU könnte der Gipfel die EU-Kommission beauftragen, diese zu analysieren und abzuwägen.

Kraus erwartet nun, dass die Lehrer Schäubles Vergleich im Unterricht „kritisch und differenziert“ thematisieren. „Ansonsten gilt es zu unterscheiden zwischen historischer Betrachtung und außenpolitischem Kalkül“, fügte er hinzu. „Auch darüber kann man mit älteren Schülern durchaus reflektieren.“

Auf einer Veranstaltung mit Berliner Schülern hatte Schäuble am Montag vor einem Kollaps der Ukraine und vor Anarchie gewarnt, was wiederum Russland einen Grund zum Einmarschieren geben könnte. Mit Blick auf ein solches Szenario sagte Schäuble: „Das kennen wir alles aus der Geschichte. Mit solchen Methoden hat schon der Hitler das Sudetenland übernommen - und vieles andere mehr.“

Kommentare (25)

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01.04.2014, 12:19 Uhr

Soll das schwarzer Humor sein, die Schüler hätten nie etwas über Hitler und die Nazizeit erfahren, wenn Schäuble sie nicht aufgeklärt hatte. Ha ha ha. Das erste was ein Asylant ,Migrant , ob Schüler oder Erwachsen lernt in Deutschland ist das Wort NAZI: Mehr brauchen die auch nicht um sich gegen Polizisten, Zahlungsverweigerungen und
anderen Behörden zu wehren. Adolf Hitler ist der "berühmteste Deutsche" der weltweit so bekannt ist, wie kein anderer. Vermutlich kann man 250 KM in den Urwald von Brasilien wandern und der erste Indianer der einen sieht sagt: oh..ein Nazi. Die Schüler glauben doch das Deutschland erst seit 1933 besteht. Die 1200 Jahre spannende Geschichte Deutschlands will von denen keiner hören. Die Lehrer sind ja auch Erzieher, vo allen die Grünen Erzieher.

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01.04.2014, 12:20 Uhr

oje, nun verdreht doch nicht die Tatsachen.

Hitler hat einen Krieg verloren, den er mit VOLKASTIMMUNGEN nie hätte beginnen können.

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01.04.2014, 12:20 Uhr

Schön, dass sich alle einige sind, dass Hitler ein Idiot und dumm genug war, sich an die Spitze des faschistischen Zeitgeistes zu stellen. Putin ist glaube ich kein Idiot. Den würde ich eher mit Bismarck vergleichen.

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