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08.09.2014

18:49 Uhr

Leitzinssenkung

Für Schäuble lohnt sich das Schuldenmachen

Anleger erhalten nicht wie üblich Geld vom Bund, sondern müssen draufzahlen. Nach der neuerlichen Zinssenkung der EZB bekamen Investoren bei der Aktion von Schatzanweisungen eine negative Rendite.

Bundesfinanzminister profitiert von der Leitzinssenkung. Bei der ersten Auktion sechsmonatiger Schatzanweisungen nach der Zinssenkung der EZB mussten sich Investoren am Montag mit einer negativen Rendite von 0,0934 Prozent begnügen. dpa

Bundesfinanzminister profitiert von der Leitzinssenkung. Bei der ersten Auktion sechsmonatiger Schatzanweisungen nach der Zinssenkung der EZB mussten sich Investoren am Montag mit einer negativen Rendite von 0,0934 Prozent begnügen.

BerlinFür Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lohnt sich das Schuldenmachen mehr denn je. Bei der ersten Auktion sechsmonatiger Schatzanweisungen nach der neuerlichen Zinssenkung der EZB mussten sich Investoren am Montag mit einer negativen Rendite von 0,0934 Prozent begnügen.

Das ist ein neuer Rekord. Die Anleger erhalten damit nicht wie üblich Geld vom Bund, sondern müssen selbst draufzahlen.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Trotzdem zog die Nachfrage nach den Schatzanweisungen an: Sie übertraf das Angebot um das 2,9-Fache. Bei der vorherigen Auktion am 11. August gab es bei einer negativen Durchschnittsrendite von 0,0026 Prozent eine 2,3-fache Überzeichnung. Die Auktion spülte diesmal 1,895 Milliarden Euro in die Staatskasse.

Die Europäischen Zentralbank hatte ihren Leitzins vorigen Donnerstag überraschend von 0,15 auf 0,05 Prozent gesenkt. Außerdem erhöhte sich den Strafzins für Banken, die Geld bei ihr parken, von 0,1 auf 0,2 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Arno Nym

08.09.2014, 20:03 Uhr

Welcher Experte erklärt mir, weshalb "die Märkte" ganz wild darauf sind, weniger zurückzubekommen, als sie einzahlen? Das widerspricht ganz erheblich den Gepflogenheiten der Branche.

Ich erkläre mich gerne bereit, einen besseren Zins zu zahlen. Wer seine Milliarden bei mir bunkert, dem verspreche ich eine negativen Rendite von 0,05 statt 0,0934 Prozent. Warum wird darauf keiner eingehen?

Herr Wolfgang Trantow

09.09.2014, 13:27 Uhr

Schuldenmachen lohnt sich? Und wieviel erhält davon Hr. Schäuble, weil er soviel Schulden macht zu Lasten der Deutschen???

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