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24.05.2013

15:21 Uhr

Lengsfeld rudert zurück

AfD-Hilfe durch CDU-Politikerin löst Wirbel aus

VonDietmar Neuerer

ExklusivMit ihrem Bekenntnis zur Alternative für Deutschland hat die CDU-Politikerin Lengsfeld für erheblichen Wirbel gesorgt. Nach Intervention ihres Landesverbands macht sie nun einen Rückzieher. Die AfD reagiert irritiert.

Die CDU-Politikerin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld. dpa

Die CDU-Politikerin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld.

BerlinDie Unterstützung der Alternative für Deutschland (AfD) durch die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld sorgt für Wirbel im Berliner Landesverband der Partei. Karl-Georg Wellmann, Mitglied der CDU-Landesgruppe Berlin im Bundestag legte Lengsfeld den Parteiaustritt nahe. Das anti-europäische Programm der AfD sei für die exportorientierte deutsche Wirtschaft „lebensgefährlich“.

Die AfD sei zudem eine Gruppierung, die in Konkurrenz zur Koalition stehe, sagte Wellmann Handelsblatt Online. Stimmen für die AfD würden nur den Parteien des linken Spektrums helfen. „Deshalb sollte sich Frau Lengsfeld rasch darüber klar werden, auf welcher politischen Seite sie steht. Die Unterstützung einer antieuropäischen Organisation ist mit einer Zugehörigkeit zur Union nicht vereinbar.“

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Lengsfeld hatte zuvor bestätigt, als Unterstützerin der neuen Anti-Euro-Partei aufzutreten. Sie habe die AfD „um der Fairness willen gegen unseriöse Anschuldigungen wegen angeblicher Rechtslastigkeit“ in dem Blog „Die Achse des Guten“ in Schutz genommen. „Das kann man als Unterstützung ansehen“, sagte Lengsfeld Handelsblatt Online

Der Vorgang beschäftigt inzwischen auch die Führung der Berliner CDU. „Wir haben heute mit Frau Lengsfeld gesprochen“, sagte Generalsekretär Kai Wegner Handelsblatt Online. „Sie hat uns versichert, dass sie ohne ihr Wissen auf der Internetseite der AfD als Unterstützerin gelistet wurde. Frau Lengsfeld hat daher veranlasst, diesen Eintrag so schnell wie möglich entfernen zu lassen.“ Das sei „gut und richtig“.

Kommentare (78)

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Gerda

24.05.2013, 15:38 Uhr

Na Frau Lengsfeld
Sie lassen sich plötzlich umstimmen,dann sollten Sie lieber gleich den Mund halten.Und die verlogenen Parteifreunde,diese Besserwisser,sollten mal Ihr gehirn einschalten,unbeschwert von Parteirichtlinien.Eigens Denken ist gefragt und zwar bei Allen.Aber warum sollte man es sich nicht bequem machen.Pfui,Pfui Ihr A....kricher.

Account gelöscht!

24.05.2013, 15:39 Uhr

Rinn inne Kartoffeln, raus aus se Kartoffeln ...

Macht doch endlich mal Politik statt sich gegenseitig zu "befruchten".

johnny55

24.05.2013, 15:40 Uhr

„Deshalb sollte sich Frau Lengsfeld rasch darüber klar werden, auf welcher politischen Seite sie steht. Die Unterstützung einer antieuropäischen Organisation ist mit einer Zugehörigkeit zur Union nicht vereinbar.“

Immer diese Vermischung von EURO und Europa.
Entweder kapieren diese Politiker nicht wovon sie sprechen, oder sie wollen absichtlich nur verwirren.

Die AfD ist nicht antieuropäisch. Sie ist für Europa, aber nicht zwingend für den EURO.

Das ist ein Unterschied. Und kein geringer.

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