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28.07.2015

11:35 Uhr

Leser-Debatte

„Sind Schäuble zu großem Dank verpflichtet!“

Wäre Wolfgang Schäuble der bessere Kanzler für Deutschland? Ja, sagen viele Leser. Aber unsere Titel-Story, die den Finanzminister als „Kanzler der Vernunft“ beschreibt, provozierte auch Widerspruch. Die Reaktionen.

Kein anderer verkörpert wie er Wahrhaftigkeit und Stehvermögen. Dominik Butzmann/laif

Der Staatsmann Wolfgang Schäuble

Kein anderer verkörpert wie er Wahrhaftigkeit und Stehvermögen.

Europa lebt von Anpassungsfähigkeit
Ich kann als überzeugter Verfechter der Europäischen Union und CDU-Mitglied die Haltung von Wolfgang Schäuble in dieser Frage nur ausdrücklich unterstützen. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sowohl für Griechenland als auch für die Länder der Eurozone die einzig richtige Entscheidung wäre, denn Griechenland hat nie in die Eurozone gehört und bis heute sind viele Griechen nicht bereit, die notwendigen Reformen in ihrem Land anzugehen. Flankiert mit einem Investitionspaket und Nothilfen zur Versorgung der Bevölkerung in den ersten Wochen nach einem Austritt aus der Eurozone, könnte ein Grexit den Griechen längerfristig die Möglichkeit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung und den Freiraum für Reformen geben. Ein Grexit würde aus meiner Überzeugung dazu führen, dass Reformen in Griechenland endlich angegangen werden. Ein Land, dass nicht hinter den notwendigen Reformen steht, wird Reformen auch nicht erfolgreich durchführen. Für die übrige Eurozone wäre der Grexit ebenfalls die Chance, die Eurozone auf ein neues Fundament zu stellen, inkl. gesetzlicher Regelungen, wie zukünftig Länder aus der Eurozone ausscheiden aber natürlich auch neu bzw. wieder aufgenommen werden können. Die Formel der Unumkehrbarkeit einer Euro-Mitgliedschaft halte ich für den völlig falschen Ansatz. Europa lebt von der Fähigkeit, sich anzupassen, zu gestalten und sich zu ändern und nicht von Unumkehrbarkeits-Dogmen.

Jan Oliver Kammesheidt (via Morning Briefing)

Merkel und Schäuble als Totengräber

Die deutsche Bundesregierung spielt sich gerne als Motor der europäischen Einigung auf – in Wirklichkeit laufen Merkel und Schäuble Gefahr, ihre Totengräber zu werden.

Juergen Beitz (via Facebook)

Absolut gegen einen Grexit

Ich habe gelesen, dass viele Ihrer Leser einen Grexit wollen und somit unseren Finanzminister unterstützen. Um es kurz zu machen, ich bin entsetzt! Hier einige Überlegungen von mir zu diesem Thema: 1. Natürlich ist die Situation in Griechenland unerfreulich, aber dafür muss man die Historie aufarbeiten. Dann würde man feststellen, dass auch Europäer eine Schuld an der Situation tragen: unkontrollierte Kreditvergabe über Jahre, keine Kontrollen der griechischen Wirtschaftsziffern. In Europa und Deutschland darf man nicht so tun, als wäre man hier völlig überrascht worden. 2. Die jetzige Regierung in Griechenland ist gewählt worden vom Volk, weil die alten Regierungen das Land ruiniert haben. Die Maßnahmen der alten Regierungen zur Sanierung waren unsozial, ohne Steuer- und wirtschaftspolitischen Weitblick, oder Verständnis. 3. Die jetzige Regierung ist sicherlich nicht sehr professionell. Aber sie hat auch keinen Rückhalt in der Verwaltung, das muss erst wachsen, dafür gibt man ihr aber keine Zeit. Ohne Verwaltung kann keine Regierung dieser Welt Maßnahmen effizient durchführen. 4. Das wirtschaftliche Know-How von Varoufakis ist sicherlich nicht schlechter als das seiner (politischen/parteipolitischen) Amtskollegen. Eines sollte man berücksichtigen: Ohne wirtschaftliche Anschubfinanzierungen kann keine Sanierung gelingen, nur zu sparen reicht leider nicht. Eine Volkswirtschaft muss Leistung erwirtschaften, nicht ersparen! Und Kredittranchen auszuzahlen, um dann Schulden bei europäische Banken zu tilgen, ist keine Anschubfinanzierung. 5. Inwiefern sich die griechische Regierung in den Verhandlungen immer professionell verhalten hat, kann ich nicht beurteilen. Aber auch von Seiten der Europäer kamen in den Verhandlungen laufend Störfeuer, die den Glauben an einen Lösungsweg im Euro immer wieder in Frage stellten, natürlich in der Öffentlichkeit. Das ist keine Verhandlungsdisziplin, sondern das Gehabe typisch politischer Egomanen. Fazit: Es handelt sich um multikausale Zusammenhänge. Da geht es nicht um faule Griechen und einen kommunistischen Alexis Tsipras. Da geht es um ein gesamteuropäisches System.

Michael Ohms (via Morning Briefing)

Außerordentlich fatal

Ich halte die Rolle Schäubles für außerordentlich fatal und will bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass die Herstellung der deutschen Einheit und die Geschichte der Treuhandanstalt bei der Privatisierung der DDR-Betriebe aus ökonomischer Sich alles andere als Erfolgsgeschichten markieren. Dieser Vereinigungsprozess wurde mit sehr hohen sozialen und ökonomischen Kosten durchgezogen, und er ist bis heute nicht beendet. Vieles hätte anders und besser gemacht werden können.

Michael Wendl (via Morning Briefing)

Warum Schäuble den Grexit fordert: Kanzler der Vernunft

Warum Schäuble den Grexit fordert

Premium Kanzler der Vernunft

Endlich! Finanzminister Wolfgang Schäuble macht nicht länger den Wunsch, sondern die europäische Wirklichkeit zur Grundlage seiner Politik. Das hat Folgen – auch für das Verhältnis zur Kanzlerin. Eine Bestandsaufnahme.

Bitte mehr solcher sachkundigen Politiker!
Wir alle sind Minister Schäuble zu großem Dank verpflichtet. Ohne ihn hätten wir schon längst noch mehr Geld in ein Fass ohne Boden geworfen und wären in der Mitte einer Transfergesellschaft angekommen, die, bei der jetzigen politischen Ausgestaltung der EU, deren Untergang bedeuten würde. Schäuble bewirkt damit genau das Gegenteil, was ihm vorgeworfen wird: Nicht er ist der Sargnagel der EU, sondern die Schar seiner Kritiker, da er der Einzige ist, der der populistischen „Windfahnenpolitik” der SPD und den realitätsfernen sozialistischen „Traumtänzern” der Grünen noch Paroli bietet. Schäuble ist zusätzlich so wertvoll, da er auch gegenüber Kanzlerin Merkel mit Sachverstand glänzt, unangenehme Tatsachen ausspricht, zu unpopulären Entscheidungen fähig ist und auch danach handelt. Wir benötigten in Deutschland und Europa mehr von diesen sachkundigen Politikern, um aus dem „Geisterschiff EU” ein seetüchtiges, funktionales Schiff zu erbauen.
Karl-Heinz Bless (via Morning Briefing)

Sehr sympathisch
Griechenland war schon vor fünf Jahren pleite. Damals war die Erkenntnis noch nicht so verbreitet und hat die Märkte relativ überrascht. Die Situation ist heute nicht besser, aber alle sind darauf eingestellt. Es macht wenig Sinn, dem schlechten Geld gutes hinterherzuwerfen. Zumal Griechenland die Probleme damit nicht lösen wird. Insofern ist mir die Position von Wolfgang Schäuble sehr sympathisch. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!
Bernhard Zytariuk (via Morning Briefing)

Merkel zu Schäubles Rücktrittsdrohung

Merkel: „Bei mir hat niemand um Entlassung gebeten“

Merkel zu Schäubles Rücktrittsdrohung: Merkel: „Bei mir hat niemand um Entlassung gebeten“

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Auf Diäten verzichten - zugunsten Griechenlands

Meiner Meinung nach ist Herr Schäuble einer der wenigen „Vernünftigen“ in der Regierung. Alle, die für eine weitere Schuldfinanzierung von Griechenland stimmten, sollten entweder eine Anzeige wegen Veruntreuung von Steuergeldern erhalten oder aus Solidarität für die nächsten fünf Jahre auf 80 Prozent ihrer Diäten zugunsten von Griechenland verzichten.

Georg Wolf (via Morning Briefing)

Verlorenes Geld
Gottseidank, dass wir als Finanzminister Schäuble haben, der versucht, unsere Kanzlerin in ihrer Euphorie zu bremsen. Jeder weitere Euro, der nach Griechenland geht, ist ein Euro zu viel bzw. verlorenes Geld. Es wäre billiger gewesen, den Griechen sämtliche Schulden zu erlassen, den Grexit durchzuziehen, die Drachme sofort einzuführen, als weitere Euros in diese unendliche Geschichte hineinzupumpen. Jeder weiß, spätestens in drei Jahren wird Griechenland wieder frisches Geld benötigen. Und unsere Verschuldung in Deutschland wird noch höher!

Jürgen Freudensprung  (via Morning Briefing)

Merkel vs. Schäuble: Freunde werden sie nicht mehr

Merkel vs. Schäuble

Premium Freunde werden sie nicht mehr

Seit Jahrzehnten ringen Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble um Posten und Positionen. Doch nie stritten sie so öffentlich wie heute. Die Geschichte eines ungewöhnlichen Verhältnisses.

Das einzig Richtige
Herr Schäuble macht das einzig Richtige: Grexit, da sonst Griechenland nie mehr wettbewerbsfähig wird, damit verbunden auch Schuldenschnitt und Umfinanzierung. Damit droht auch kein Bruch in Europa, es gibt mehrere Länder in Europa ohne Euro. Für alles andere hatte Griechenland mehrere Jahre Zeit.
Richard Fank (via Morning Briefing)

Nicht nur Wirtschaft
Herr Schäuble ist ein ausgezeichneter Politiker, aber vor allem ist er zuständig für Finanzen. Damit muss er sich natürlich auch mit den Einflüssen auf den Finanzsektor beschäftigen. Einen wesentlichen Anteil hat die Wirtschaft. Unser Leben besteht aber nicht nur aus Finanzen und Wirtschaft. Dies ist meine Meinung als ehemaliger CEO einer global agierenden mittelständischen Firma unter
deutscher und englischer Eigentümerschaft. Deshalb halte ich weiterhin Frau Merkel für die geeignetere Person als Kanzlerin für das deutsche Volk wie auch gegenüber Europa und der restlichen Welt.
Werner Harbauer (via Morning Briefing)

Aussichtslos
Obwohl ich ein Fan unserer Bundeskanzlerin bin, stehe ich in Sachen Griechenland auf der Seite von Schäuble. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass man mit neuen Schulden Griechenland retten kann, und bin der Meinung, ein Grexit ist die zwar nicht angenehmste, aber beste Lösung. Ich verstehe nicht, warum man so lange verhandelt. Jedem ist die Aussichtslosigkeit bekannt. Alle anderen politischen Themen wie Ukraine, Russland und die Flüchtlingsproblematik werden vernachlässigt.
Margit Grenzebach (via Morning Briefing)

Kommentare (34)

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aza azaziel

27.07.2015, 08:46 Uhr

Schaeuble hat die abstruse Vorstellung eines europaeischen Finanzministeriums in die Debatte geworfen. Nichts dazu gelernt? Wie sollen Laender mit unterschiedlichen Vorstellungen ueber die Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik ein gemeinsames Finanzministerium betreiben? Das liefe auf “Konjunkturprogramme” nach franzoesischen Vorstellungen hinaus, zu denen Deutschland am meisten beitragen muss, am wenigsten davon profitiert und auf welche Deutschland noch weniger Einfluss hat.

Ein gemeinsames Budget kann es nur in Aufgabenbereichen geben, wo es keinen Zweifel an der gemeinsamen Politik gibt und solche Bereiche sehe ich im Augenblick nicht. Die Uneinigkeit ist in den letzten Jahren gewachsen. Europa braucht einen Reset. Schaeuble ist nicht kanzlerfaehig!

Herr Ernst Thoma

27.07.2015, 09:08 Uhr

Kompletter Irrsinn! Das bedeutet einen Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene - alle kassieren, Deutschland zahlt - noch mehr als bisher - und das auch noch völlig regelkonform! Bleibt nur noch ein herzliches: Tusch! Narhallamarsch !

Herr Helmut Weinberg

27.07.2015, 09:57 Uhr

LÜ..NPRESSE in Deutschland ??

"Bundeskanzlerin Angela Merkel ist laut eines Berichts von "Bild-Online" bei den Bayreuther Festspielen zusammengebrochen. Der Zwischenfall habe sich während der Pause der Vorführung von "Tristan und Isolde" ereignet. Merkel soll vom Stuhl gerutscht und in Ohnmacht gefallen sein, es habe zwei Minuten gedauert, bis die Kanzlerin wieder auf die Beine kam. Bundestagspräsident Norbert Lammert und Kulturstaatsministerin Monika Grütters sollen in unmittelbarer Nähe gewesen sein und der Kanzlerin geholfen haben. Merkel besuchte dennoch den Empfang nach der Aufführung und lobte die Inszenierung mit den Worten "Es hat mir gut gefallen". Merkel und ihr Mann gelten als Fans von Richard Wagners Werk.
(dts Nachrichtenagentur) ..."
http://www.epochtimes.de/Bild-Merkel-bei-Wagner-Festspielen-zusammengebrochen-a1257130.html

ODER ------------------

"Kein Kollaps in Bayreuth: Merkels Stuhl war kaputt.

Ein Zwischenfall mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Bayreuther Festspielen hat am Samstag kurzzeitig für Wirbel gesorgt. Vize-Regierungssprecher Georg Streiter dementierte Berichte über einen angeblichen Schwächeanfall Merkels während einer Opern-Pause. «Der Stuhl ist zusammengebrochen. Die Kanzlerin war keine Sekunde ohnmächtig», sagte Streiter. Zunächst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet, Merkel sei während einer Pause von «Tristan und Isolde» in Ohnmacht gefallen und von ihrem Stuhl gerutscht ..."
http://www.augsburger-allgemeine.de/newsticker/Kein-Kollaps-in-Bayreuth-Merkels-Stuhl-war-kaputt-id34925887.html


Was nun ??? ==> So schnell lügt die Presse die Deutschen an. PFUI !! Guten Tag "Qualitäts"-Presse in Deutschland.

Vorschlag: Bundestagspräsident Norbert Lammert und Kulturstaatsministerin Monika Grütters sollen UNTER EID AUSSAGEN WAS WAHR IST !!!

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