Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2014

13:47 Uhr

Letzte Verlängerung

Steinmeier weiter für Afghanistan-Einsatz

Gregor Gysi hält ihn für gescheitert, und selbst Frank-Walter Steinmeier spricht von einer „gemischten“ Bilanz – dennoch wirbt der Bundesaußenminister für eine letzte Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier räumt ein, dass die Bilanz des Einsatzes „gemischt“, und viele der „hehren Ziele“ aus der Anfangszeit nicht erreicht worden seien. dpa

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier räumt ein, dass die Bilanz des Einsatzes „gemischt“, und viele der „hehren Ziele“ aus der Anfangszeit nicht erreicht worden seien.

BerlinBundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den Bundestag gebeten, ein letztes Mal den Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan zu verlängern. Bei der vor zwölf Jahren begonnenen internationalen Mission ISAF gehe es auch „um den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger hier in Deutschland“, sagte Steinmeier am Donnerstag im Bundestag.

Zwar sei die Bilanz des Einsatzes „gemischt“, und viele der „hehren Ziele“ aus der Anfangszeit seien nicht erreicht worden, räumte der Minister ein. Ein greifbarer Erfolg sei aber, dass Afghanistan „nicht mehr die Ausbildungszentrale für weltweiten Terrorismus“.

Der internationale Afghanistan-Einsatz ISAF soll Ende 2014 auslaufen. Dann endet auch der Kampfeinsatz der Bundeswehr. Das Kabinett hat der Verlängerung des Einsatzes bis Jahresende bereits zugestimmt, der Bundestag muss seine Zustimmung noch erteilen. Wegen der großen Mehrheit der Regierungsfraktionen gilt dies als Formsache.

Steinmeier erinnerte daran, dass der Afghanistan-Einsatz eine Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA war. Damals sei nicht auszuschließen gewesen, „dass auch Menschen in Berlin, Hamburg und München zu Opfern werden könnten“, sagte er. „Die Angst war damals auch hier unter uns.“ Die Gefahr des Terrorismus aus Afghanistan sei nun gebannt.

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi widersprach Steinmeier und bezeichnete den Einsatz als rundweg gescheitert. „Der Abzug der Soldaten hängt mit dem Scheitern des NATO-Kriegs in Afghanistan zusammen“, sagte er. Die Gewalt in Afghanistan nehme wieder zu. „Keines der Ziele wurde erreicht“, sagte Gysi. „Den Afghanen geht es nicht besser, sondern schlechter.“

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

gerhard

13.02.2014, 15:51 Uhr

Zwar sei die Bilanz des Einsatzes „gemischt“, und viele der „hehren Ziele“ aus der Anfangszeit seien nicht erreicht worden, räumte der Minister ein. (Zitat)

So sieht also das Ende des Afghanistankrieges also jetzt aus. Und wie sah hingegen das ... Ende des 2.Weltkrieges aus? :.... "der Führer schritt währenddessen am 20. März noch einmal die Front seines letzten Aufgebots ab: halbwüchsige Hitlerjungen, denen er im Hof der Reichskanzlei das Eiserne Kreuz verlieh".......Man sollte sich immer erst das Ende des letzten Krieges in Erinnerung bringen , bevor man wieder einen neuen beginn? Die "hehren" Ziele am Anfang wurden also nicht erreicht. Immerhin die Zahl der " Gefallenen" sieht geradezu gering gegenüber dem 2.Weltkrieg aus. Aber erstere Opfer sind genauso unnötig gewesen wie die aus dem 2. Weltkrieg. Das sollte man nie vergessen - bevor man jetzt schon wieder nach Mali usw. weiter zu marschieren gedenkt!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×