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26.04.2011

11:06 Uhr

Letzte Wahlrunde

Sorge vor weiterer Gewalt in Nigeria

Angst vor neuer Gewalt überschattet die letzte Runde des Wahlmarathons in Nigeria. Bereits zuvor war es nach dem Sieg des Amtsinhabers Goodluck Jonathan zu Unruhen gekommen.

Eine Wache in Kaduna, Nigeria. Quelle: dapd

Eine Wache in Kaduna, Nigeria.

Nairobi/Abuja

In dem westafrikanischen Land wurde am Dienstag über die Gouverneure der Bundesstaaten abgestimmt. Außerdem wurden in mehr als 50 Abgeordneten- und Senatorenwahlkreisen die Parlamentswahlen nachgeholt, die ursprünglich für den 2. April geplant waren.

Noch in der Nacht zu Montag waren bei Sprengstoffanschlägen im Nordosten des Landes drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei detonierten die Sprengkörper in einem Hotel und an einer Bushaltestelle in der Hauptstadt des Bundesstaats Borno, Maiduguri. Hier hatte die radikalislamische Sekte Boko Haram in den vergangenen Jahren wiederholt Sprengstoffanschläge verübt.

Zuvor waren nach dem Wahlsieg des Amtsinhabers Goodluck Jonathan bei der Präsidentenwahl am 16. April in mehreren nordnigerianischen Bundesstaaten schwere Unruhen ausgebrochen. Nigerianische Menschenrechtsgruppen sprechen von bis zu 500 Toten. Anhänger des ehemaligen Militärmachthabers Muhammadu Buhari hatten Christen und Einwanderer aus dem Süden angegriffen. Zehntausende flohen vor der Gewalt. Buhari, der in den nördlichen Staaten hatte Buhari hohe Wahlergebnisse hatte, warf der unabhängigen Wahlkommission Manipulation zugunsten von Jonathan.

Präsident Jonathan ist ein Christ aus dem Nigerdelta im Süden Nigerias. Der Norden ist mehrheitlich islamisch. Nach Angaben der Unabhängigen Wahlkommission INEC haben die Unruhen auch direkte Auswirkungen auf die letzte Wahlrunde: Für mindestens 20 000 Wähler, die vor der Gewalt in andere Landesteile geflüchtet waren, konnten keine Wahlzentren organisiert werden. Nach schweren Manipulationen bei Wahlen in der Vergangenheit hatte INEC mit neuen Regeln für die Wählerregistrierung und einer strengen Kontrolle der Wahlunterlagen versucht, Wahlfälschung auszuschließen.

Von

dpa

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