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02.01.2011

10:55 Uhr

Leutheusser-Schnarrenberger

Westerwelle muss am Donnerstag liefern

Kurz vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP nimmt der Druck auf Parteichef Westerwelle zu. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger forderte vom angeschlagenen Spitzenliberalen, er müsse Aufbruchstimmung verbreiten. Gleichzeitig ließ sie wissen, wen sie als den kommenden Mann in der FDP sieht.

FDP-Chef Westerwelle gerät immer stärker unter Druck. DAPD

FDP-Chef Westerwelle gerät immer stärker unter Druck.

HB DÜSSELDORF. Angesichts des Umfragetiefs zum Start des Superwahljahres gerät FDP-Chef Guido Westerwelle in seiner Partei immer stärker unter Druck.

So forderte Bundesjustizministerin und Präsidiumsmitglied Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, das traditionelle Dreikönigstreffen am kommenden Donnerstag müsse zum Aufbruch werden. "Ich erwarte von Guido Westerwelle eine inhaltlich pointierte Rede. Er muss deutlich machen, wo die FDP jetzt Schwerpunkte setzen und welche Positionen sie in der Bundesregierung durchsetzen will", sagte die Ministerin dem "Hamburger Abendblatt".

Der FDP werde nicht zu Unrecht vorgeworfen, dass sich von ihren Positionen im Wahlkampf zu wenig wiederfinde im Regierungshandeln. Als Außenminister habe Westerwelle ganz klar Erfolge zu verzeichnen, fügte Leutheusser-Schnarrenberger hinzu. Seine schlechten Umfragewerte haben mit der Leistung der Partei insgesamt zu tun. Eigene Ambitionen auf die Nachfolge Westerwelles bestritt sie.

Zwar betonte die FDP-Politikerin, dass sie Westerwelle unterstütze. Gleichwohl lobte sie in dem Interview Generalsekretär Christian Linder als den kommenden Mann. Lindner sei jetzt schon einer der Beliebtesten in der FDP, der konsequent an der programmatischen Neuausrichtung mitarbeite, so Leutheusser-Schnarrenberger. "Er hat aufgrund seiner Persönlichkeit ganz sicher die Fähigkeit, herausragende Ämter wahrzunehmen."

In der seit Wochen anhaltenden Führungsdebatte in der FDP werden für den Fall eines Rückzugs von Parteichef Guido Westerwelle neben Lindner auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Gesundheitsminister Philipp Rösler als mögliche Nachfolger genannt.

Kommentare (11)

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Zeitzeuge

02.01.2011, 12:18 Uhr

Hat es so ein anhaltendes und umfassendes Theater um eine(n) Parteivorsitzende(n) in Deutschland je gegeben? Westerwelle will sich nicht so einfach "absägen" lassen. Frage: Entweder sind die FDP-Sägeblätter so stumpf, Westerwelles Stuhlbeine extrem dick und hart oder hat keiner den Mumm oder die Lust, neuer Parteivorstizender zu werden? Ein Schauspiel der besonderen Art, amüsant für die Zuschauer, beschämend und bloßstellend für die Partei, ein Zeugnis für die tatsächliche Schwäche der Demokratie in Deutschland! Affentheater (ohne unseren nächsten Verwandten nahetreten zu wollen)!

widerstand10

02.01.2011, 12:28 Uhr

Die Pfähle : Steuern, Freiheit, Lobyismus sind zu tief in die Erde eingeschlagen. Westerwelle kann nichts neues liefern als fest an altes festhalten.
Das Lindner von Schnarre aufs Podest gehoben wird zeigt, dass die FDP im Luftleeren Raum angekommen ist

norbert

02.01.2011, 12:55 Uhr

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde

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