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02.02.2011

15:05 Uhr

Leyen vs. Schröder

Merkel spricht Machtwort im Kampf um die Quote

Das Thema ist innerhalb der Bundesregierung höchst umstritten – die Frauenquote. Familienministerin Schröder will mehr Frauen in Chefetagen flexibel regeln, Arbeitsministerin von der Leyen besteht auf einem gesetzlichen Muss. Doch Kanzlerin Merkel will erst einmal gar nichts. Damit bremste sie beide CDU-Frauen aus mit einem Seitenhieb gegen von der Leyen.

Merkel am Kabinettstisch: Rüffel für von der Leyen. DAPD

Merkel am Kabinettstisch: Rüffel für von der Leyen.

HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist gegen eine staatlich festgelegte Frauenquote in den Chefetagen von Unternehmen. „Es wird keine gesetzlich verpflichtende Quote geben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Nach Ansicht Merkels solle die Wirtschaft stattdessen erneut die Möglichkeit erhalten, in einem überschaubaren Zeitraum ihren Frauenanteil zu verbessern. Aus diesem Grund finde im März ein Treffen mit den Personalchefs und Arbeitsdirektoren der Dax-30-Unternehmen statt.

Seibert begründete Merkels Haltung damit, dass auch die Minister des Koalitionspartners FDP gegen eine gesetzliche Quote seien. Die Bundeskanzlerin wolle nichts anstreben, was letztlich in der Regierung nicht umsetzbar sei. Zudem sollten die Firmen die Chance bekommen, ihre bekundeten guten Absichten umzusetzen. Merkel suche einen „pragmatischen Weg, der aber das Ziel nicht aus den Augen verliert“.

Einigkeit herrsche darüber, dass die Beteiligung von Frauen in der Führungsspitze der Wirtschaft zu gering sei. Die vor zehn Jahren von der Wirtschaft auferlegte Selbstverpflichtung habe kaum Verbesserungen gebracht, obwohl genügend Zeit gewesen sei, ließ Merkel über ihren Sprecher verlauten. Die neue Frist für die Wirtschaft solle daher auf keinen Fall „bis Ultimo“ gelten. Seibert zeigte sich überzeugt, dass die Regierung am Ende des Diskussions- und Abstimmungsprozesses zu einem guten Ergebnis gelangen werde.

Kommentare (6)

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Lobbes

02.02.2011, 16:23 Uhr

Die Wirtschaft erhält erneut die Möglichkeit, in einem überschaubaren Zeitraum die Frauenquote zu verbessern. Welch ein Hohn, ausgesprochen von einer Frau! besser kann man Nichtstun nicht umschreiben!
Nach über 10Jahren dieser existierenden Selbstverpflichtung ohne Resultat ist das eine wahrlich konsequente Umsetzung von Lobbyvorgaben!
"Politik" im Stile der CDU/FDP-Koalition. Glückwunsch!!!

Abwahl Now

02.02.2011, 16:35 Uhr

Einfach keine aufgestellten Frauen mehr wählen bei den nächsten Landtags und bundestagswahlen,
bis die männerverachtende, leistungsfeindliche und diktatorische Quote in der Versenkung verschwindet,
einschließlich Frau Merkel, Schröder, Leyen.

C.Meyer

02.02.2011, 17:32 Uhr

Frau Merkel kennt die Umfrageergebnisse. 75% contra Quote, 25% dafür. Der Wähler weiß was "besser" oder "schlechter" ist. Frau von der Leyen, die 23% Partei SPD und die Gewerkschaftslobby wissen es nicht.

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