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10.08.2012

14:20 Uhr

Liberale in der Krise

„Die selbstzerstörerische Lust der FDP“

VonDietmar Neuerer

In der FDP ist der Streit über den künftigen Kurs der Liberalen voll entbrannt. Grund ist eine Analyse von Ex-Parteichef Gerhardt über den Zustand der Partei. Eine FDP-Politikerin sieht schon selbstzerstörerische Tendenzen.

Fähnchen der FDP. ap

Fähnchen der FDP.

DüsseldorfDie Vorsitzende der Hamburger FDP, Sylvia Canel, hat sich besorgt über den Zustand ihrer Partei geäußert und Konsequenzen gefordert. „Besonders ausgeprägt in der FDP ist die exhibitionistische und selbstzerstörerische Lust, öffentliche Debatten über interne Personalangelegenheiten zu führen“, sagte die Bundestagsabgeordnete Handelsblatt Online. „Ich kann das weder nachvollziehen noch verstehen und wünsche mir mehr Disziplin und mehr Orientierung an der Sache.“

Canel unterstützte die Einschätzung des früheren Parteichefs Wolfgang Gerhardt, der im Handelsblatt das Fehlen eines Politikentwurfes bemängelt und seiner Partei einen schlechten Zustand bescheinigt hatte. „Es ist richtig, dass die politischen Grundsätze der Parteien nicht mehr deutlich erkennbar sind und damit  die Wertvorstellungen, die den Beschlüssen des Parlaments zugrunde liegen, von den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr vollständig nachvollzogen werden können“, sagte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. Das sei allerdings kein FDP-Problem. Es betreffe alle Parteien.

Canel forderte Gerhardt auf, seine Forderungen, die sie inhaltlich teile, vorzulegen und zur Diskussion zu stellen. „Ich freue mich auf die Agenda Gerhardt“, sagte sie.

Anders als Canel widersprach der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki der Analyse Gerhardts. Es fehle der FDP nicht an einem überzeugenden Politikentwurf, "es mangelt vielmehr an überzeugenden Persönlichkeiten, die diesen Politikentwurf glaubwürdig verkörpern", schreibt Kubicki in einem Gastbeitrag im Handelsblatt.  

Gastbeitrag: Der FDP fehlen Persönlichkeiten

Gastbeitrag

Der FDP fehlen Persönlichkeiten

Die Liberalen verfügen über genügend programmatische Substanz. Aber um diese umzusetzen, brauchen sie die Beteiligung an einer Regierung - und überzeugende Persönlichkeiten, die diese Politik glaubwürdig verkörpern.

Mit Blick auf Gerhardt schrieb Kubicki weiter, es stelle sich die Frage, welchen Beitrag er denn als Parteichef selbst geleistet habe, einen überzeugenden liberalen Politikentwurf mitzugestalten. Auch frage er sich, was Gerhardt als Vorsitzender der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung für seine Aufgabe halte, "wenn es nicht dort um die Hervorbringung liberaler Konzepte geht".

Kommentare (7)

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10.08.2012, 15:32 Uhr

Wenn man die fette Pension von Herrn Genscher nach Griechenland überweisen würde, selbstverständlich europäisch solidarisch, statt hunderte Millidarden von den Steuerzahlern, würde der alte Mann die Angelegenheit etwas anders sehen.
Es ist ja nur unser Geld, was da im Euro-Wahn in dem Faß ohne Boden verschwindet. Im Verschleudern von Steuergeldern sind diese Herren nie zimperlich.

sons_of_liberty

10.08.2012, 16:53 Uhr

Freie Demokratische Partei.

Der Name sagt doch schon, dass die Partei nicht mehr zeitgemäß ist.
Bewegende inhaltliche Auseinandersetzungen zur Bankenkrise?
Negativ.
Die Linkspartei hat ja ein liberaleres Programm als der Abnicker und Klientelklüngel von der FDP.

am03

10.08.2012, 17:22 Uhr

würden wir sie vermissen ?
würden wir Herrn Westerwelle, Herrn Rösler, Herrn Niebel etc. vermissen ?
Welche Beiträge, Gedanken oder gar Visionen würden wir von ihnen vermissen ?
---- Eben !

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