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05.04.2011

21:11 Uhr

Liberaler Führungswechsel

Rösler will der FDP neues Leben einhauchen

Lange hat er gezögert - aber nun will Philipp Rösler die FDP als neuer Chef „mit aller Kraft“ erneuern. Das soll aber nur ein erster Schritt sein, um die FDP wieder glaubwürdig zu machen.

Held seiner Partei: Philipp Rösler nimmt Glückwünsche entgegen. Quelle: dapd

Held seiner Partei: Philipp Rösler nimmt Glückwünsche entgegen.

BerlinPhilipp Rösler will als neuer Parteichef und Vizekanzler die FDP aus ihrer tiefen Krise holen. Nach tagelangem Zögern meldete der Gesundheitsminister am Dienstag seine Kandidatur für die Nachfolge von Guido Westerwelle an. Von Bundestagsfraktion
und Spitzengremien der Partei bekam der 38-Jährige viel Applaus. Die endgültige Entscheidung fällt aber erst beim nächsten FDP-Parteitag Mitte Mai in Rostock. Die FDP-Ministerriege im schwarz-gelben Kabinett bleibt vorerst unverändert.

Als wichtiges Ziel nannte Rösler, für die FDP wieder „Glaubwürdigkeit“ zu gewinnen. „Das braucht Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber das wird gelingen, wenn wir geschlossen sind.“ Die FDP müsse nicht ihr Programm komplett umschreiben, sich aber
wieder auf ihren „liberalen Kompass“ besinnen. Im schwarz-gelben Kabinett will Rösler Gesundheitsminister bleiben. Damit ist die Position von Rainer Brüderle als Wirtschaftsminister zunächst nicht mehr gefährdet. Der bisherige FDP-Chef muss zwar seinen Titel als Vizekanzler abgeben, bleibt aber Außenminister. Auch Fraktionschefin Birgit Homburger soll ihr Amt behalten. Die gesamte FDP-Parteiführung wird in Rostock neu gewählt.

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Rösler kündigte nach seiner Kandidatur an, bis dahin personelle und inhaltliche Vorschläge zu präsentieren. Als einzigen sicheren Personalvorschlag nannte er Generalsekretär Christian Lindner. Das neue Team an der Spitze der FDP müsse eine „Mischung aus jungen und erfahrenen Kräften“ werden. Damit wies er Spekulationen über eine vollständige Verjüngung der Parteispitze zurück. Die Entscheidung für den Parteivorsitz fiel Rösler nach eigenen Worten nicht leicht. Er sagte: „Das ist ein erster Schritt zur inhaltlichen und personellen Erneuerung der Partei.“ Weitere Schritte müssten in den nächsten Tagen und Wochen folgen.

Zu den Spekulationen über seinen Wechsel an die Spitze des Wirtschaftsministeriums, um eine größere Durchsetzungskraft in der Regierung zu haben, sagte Rösler: „Das Amt des Gesundheitsministers macht mir sehr viel Freude.“ In der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Rösler?“ hielt Rösler an der Zusammensetzung der FDP-Ministerriege im schwarz-gelben Kabinett fest. „Wir haben hervorragende Mitglieder im Bundeskabinett“, bekräftigte er.

Kommentare (8)

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05.04.2011, 22:17 Uhr

Na dann lassen wir uns mal überraschen.
Eloquenz alleine genügt nur nicht.
Und bis jetzt hat er in seinem Gesundheitsministerium nicht gezeigt, dass die FDP näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen sein müsse.
Lt. neuer Umfrage hier bei uns in NRW, würde bei Neuwahlen die FDP nicht mehr in Landtag sein.

mono

05.04.2011, 22:48 Uhr

Glaube nicht das die FDP in den nächsten Jahren nochmal irgendwo über 5% kommt.
Kein Gerhart Baum oder eine Hildegard Hamm-Brücher weit und breit. Und Wirtschaftskompetenz? Ja, aber nur Vetternwirtschaftskompetenz.
Die können einpacken.

Nasowas

05.04.2011, 23:02 Uhr

Das Leben ist hart: der talentierte Herr Rösler wünscht Leben einzuhauchen. Der Herr Rösler hat nämlich zusammen mit Herrn Lindner grad die Demokratie erfunden - sein Cheffa war allerdings schon früher da als Freiheitsstatue.

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