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19.03.2012

17:27 Uhr

Liberaler Hoffnungsträger

Schnell, schneller, Lindner

VonSven Prange

Drei Monate nach dem Rücktritt als Generalsekretär ist Christian Lindner wieder da - als letzte Hoffnung der FDP an Rhein und Ruhr. Jetzt muss er beweisen, dass er mehr kann, als Tempo und „Säuselliberalismus“.

Christian Lindner geht als Spitzenkandidat für die FDP in den NRW-Wahlkampf. dpa

Christian Lindner geht als Spitzenkandidat für die FDP in den NRW-Wahlkampf.

DüsseldorfEs hat keine 100 Tage gedauert, bis aus dem fahnenflüchtigen Generalsekretär Christian Lindner ein Hoffnungsträger wurde. 100 Tage, in denen Lindner sich ein Programm zurechtgelegt hat, mit dem er die FDP nun in den nordrhein-westfälischen Landtag führen will. Mit Themen, die nicht nur Zahnärzte und Hoteliers begeistern. An diesem Programm hat er gearbeitet, seit er im Dezember sein Amt hinwarf. Natürlich ohne die Dringlichkeit zu ahnen.

Anfang März etwa sitzt Lindner in seinem Büro und sinniert: „Der Mindestlohn-Kompromiss der CDU wäre eine Möglichkeit gewesen, einen Punkt in Sachen neuer FDP zu machen.“ Am Dienstag darauf sagt er beim Paritätischen Wohlfahrtsverband: „Es gab in NRW gute Ansätze unter Rot-Grün, was die Unabhängigkeit von Schulen angeht.“ Lob für den politischen Gegner also, das nicht jedem in der Partei geschmeckt haben dürfte.

Was zunächst als folgenlose Gedankenübung eines Jungpolitikers durchging, ist nun zur letzten Hoffnung einer Partei aufgestiegen, die um ihr Überleben ringt. Denn in Lindners Heimatland Nordrhein-Westfalen gibt es Neuwahlen - und extrem schwache Umfragewerte. In ihrer Not berief sie den 33-Jährigen zum Spitzenkandidaten und Landeschef.

Und Lindner sagt zu, ohne wenn und aber, aber auch nicht ganz aus freien Stücken. Er wolle seine Arbeit ab Mai im Landtag fortsetzen und sein Bundestagsmandat aufgeben, bekräftige Lindner am Montag. Er sei „der Kandidat für Nordrhein-Westfalen und das nicht nur für 60 Tage, sondern dauerhaft“. Und er rechnet sich gute Chancen aus tatsächlich in den Landtag zu kommen. Eine neue Umfrage sieht die Liberalen, die bis auf zwei Prozent abgesackt waren, nun plötzlich bei vier Prozent. Die Menschen hörten der FDP wieder zu und seien interessiert daran, wie sich die Partei in der nächsten Zeit positioniere, sagt Lindner.

Er ist nun Hoffnungsträger. Mal wieder. „Der bessere Guido“ titelte der „Spiegel“, als Westerwelle Lindner vor drei Jahren zum Generalsekretär machte. Parteichef Rösler muss nun schauen, dass daraus nicht „Der bessere Philipp“ wird.

Kommentare (7)

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exFDPler

19.03.2012, 19:33 Uhr

Lindner steht für Unzuverlässigkeit.
Liegt ihm ein Pups quer, schmeißt er das Handtuch.
Für NRW kann dies nichts Gutes bedeuten.

Lindner ist kein ernstzunehmder Wahlkandidat!

Er hinterläßt eine Trümmerspur ohne nennenswerte Erfolge. Die FDP wird mit ihm untergehen. Wer wählt schon Looser?

Rattenf@nger

19.03.2012, 19:41 Uhr

Schnell, schneller, Lindner...

Ein, zwei, drei...

mit der FDP ist´s vorbei...

denn sie bekommt in NRW bloß zwei (%)

gerhard

19.03.2012, 20:57 Uhr

Der Politikwissenschaftler war schon früher Westerwelles Musterschüler…..Schließlich jüngster Polit-Pensionär. Lindner steht für Schnelligkeit…Dass Lindner nun doch antritt, will er als Hingabe an die Partei verstanden wissen.(Zitate)
Es gäbe noch eine ganze Reihe der hier angeführter Merkmale zu nennen. Aber summa summarum kommen keine über 2 % für die FDP heraus. Schade eigentlich – für das Spektrum der vorhandenen Parteien wird eine Partei links oder rechts von der CDU durchaus benötigt. Ob nun die Piratenpartei das Loch „stopfen“ kann ist die große Frage .
Westerwelle hat nun einmal die FDP langsam aber sicher versenkt. Eine Bergung dieses versenkten Schiffes dürfte kaum mehr möglich sein.

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