Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.09.2014

14:41 Uhr

Liberia bittet um Hilfe

Ebola-Alarmbrief an Merkel

Ein Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika ist nicht in Sicht. Die Vereinten Nationen warnen schon vor einem Kollaps der betroffenen Länder. Ein dramatischer Appell an Deutschland alarmiert nun auch die Bundesregierung.

Angela Merkel: Ebola-Brief aus Liberia setzt Bundesregierung unter Handlungsdruck. ap

Angela Merkel: Ebola-Brief aus Liberia setzt Bundesregierung unter Handlungsdruck.

BerlinLiberia hat die Bundesregierung um direkte Hilfe beim Kampf gegen die Ausbreitung der Ebola-Epidemie gebeten. „Ohne mehr direkte Hilfe von Ihrer Regierung werden wir diese Schlacht gegen Ebola verlieren“, warnte Liberias Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel, aus der die „Tageszeitung“ zitierte. Ähnliche Bittbriefe seien an Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Kuba, Russland, Südafrika und die USA gegangen, sagte das liberianische Präsidialamt der Zeitung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Liberia inzwischen unverzügliche Hilfe zu. „Die Situation in Liberia ist in der Tat dramatisch“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Zu dem persönlichen Appell der liberianischen Präsidentin sagte die Kanzlerin: „Wir werden sehr schnell agieren und mit allem dem, was wir zur Verfügung haben, bereitstehen.“ Es gehe um Lufttransporte, sichere Rücktransporte für Ärzte und andere Mitglieder von Zivilorganisationen sowie um eine Krankenstation und die Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation.

Liberia ist von der Ebola-Epidemie in Westafrika bislang am schwersten getroffen. Dort starben fast die Hälfte der mehr als 2400 bekannten Todesopfer.

Konkret fordert die Präsidentin den Aufbau und Betrieb von mindestens einer Ebola-Behandlungsstation in der Hauptstadt Monrovia, die Wiederherstellung der Grundversorgung in mindestens zehn Nicht-Ebola-Krankenhäusern außerhalb der Hauptstadt sowie eine Luftbrücke, um medizinisches Personal und Ausrüstung aus dem Ausland nach Liberia zu transportieren. Nur Länder wie Deutschland könnten die nötige Hilfe leisten, um die Ebola-Ausbreitung in dem nötigen Tempo zu verhindern, schreibt die Präsidentin der Zeitung zufolge.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben bisher rund 2,7 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola in Westafrika zur Verfügung gestellt. Das Entwicklungsministerium hatte am Freitag weitere neun Millionen Euro zugesagt. Weitere Hilfen würden geprüft, sagte ein Regierungssprecher in Berlin.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lässt zudem mögliche Hilfen der Bundeswehr prüfen. „Spiegel Online“ berichtet unter Berufung auf das Ministerium, nach dem Eingang des Briefs aus Liberia sei umgehend ein sogenannter Prüfvorgang angeordnet worden.

Kommentare (44)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Omarius M.

17.09.2014, 13:45 Uhr

Wie schade das Liberia keine Bank ist....

sonst würden mIllionen, ach was Millarden...
an Euros in ein paar stunden locker gemacht...
quasi über nacht.... wie man am ESFS / ESM oder an der HRE sah

Hier effektive Hilfe zu leisten erntet sicher mehr sympathie als die BW in kriegesgebiete schicken zu wollen

zudem sollten wir die Grossfirmen zwingen sich miteinzubringen.... Globale wirtschaft bring auch Globale verantwortung....

Zudem wird eine gross angelegte hilfsaktion hier in der Sache sicher positivere Geschichtsbuch eintragungen geben als wenn wir wegen der Ukraine den 3 Wk vom Zaun brechen.....

Zudem könnte der "Westen" emdlich mal seine Fehlgriffe im Irak und Lybien etwas ausbügeln.

Wiso inverstiern wir nich tin Krisen inverventions team....??

wir habn 3 mill offizielle AL
und ca 4 mill versteckte...

das nötige geld ziehen wir den Berufspolitiker und EU verosrungs organisationen ab....

Die Parlamente sind eh zu fett und überversorgt..

lieber da vor ort endlich struktuen aufbauen
als nachher die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer fischen zu müssen

Herr Thomas Albers

17.09.2014, 13:52 Uhr

"das nötige geld ziehen wir den Berufspolitiker und EU verosrungs organisationen ab....

Die Parlamente sind eh zu fett und überversorgt.."

Dann kann doch die AfD mal mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Wahlkampfkostenerstattung der nächsten 30 Jahre für den Kampf gegen Ebola spenden.

Warum nicht die Hälfte der AfD-Wahlkampfspenden direkt nach Afrika? ;)

Frau Ich Kritisch

17.09.2014, 13:54 Uhr

Liberia hat ca. 4.000.000 (Vier Millionen) Einwohner.
Selbst wenn alle 5000 angesteckten aus nur diesem Land wären, so wären 0,13% der Bevölkerung kaum existenzbedrohend für einen Staat.

Des Weiteren -
Es sind insgesamt ca. 5000 infiziert, davon knapp die Hälfte gestorben - bleiben noch 2500 Infizierte. Einige sind wieder gesund geworden. Bleiben also derzeit ca. 2000 akut Kranke. Dafür hat Amerika bereits 3000 Soldaten hingeschickt, also hat inzwischen jeder Kranke einen Soldaten als Aufpasser an seiner Seite.

Für was wird hier eine Milliarde benötigt?
Das wären 200.000 Pro Erkranktem. Dabei gibt es keine teuren Medikamente und eine Beerdigung in Afrika wird wohl sooo Teuer nicht sein.

Sorry - aber alles reichlich spanisch! oder griechisch???

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×