Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.07.2011

15:45 Uhr

Linde-Chef Reitzle

Aufschwung durch Euro-Rettungsplan gefährdet

Linde-Chef Wolfgang Reitzle sorgt sich um den Aufschwung: Wegen des Euro-Rettungsplans sieht er Investitionen in Gefahr. Den Euro brauche er "nicht um jeden Preis". Sein Unternehmen sieht er aber nicht gefährdet.

Linde-Chef Wolfgang Reitzle sorgt sich um den Aufschwung. Quelle: dpa

Linde-Chef Wolfgang Reitzle sorgt sich um den Aufschwung.

FrankfurtDie Ergebnisse des jüngsten Euro-Krisengipfels gefährden nach Ansicht von Linde-Chef Wolfgang Reitzle den Aufschwung. „Was in Brüssel beschlossen wurde, führt zu einer schleichenden Egalisierung des Zinsniveaus. Das wird die Investitionstätigkeit in Deutschland und in anderen leistungsstarken EU-Ländern bremsen“, sagte Reitzle in einem am Samstag veröffentlichten Interview der „Wirtschaftswoche“ . Europa brauche aber weiterhin ein ordentliches Wachstum, um die Schuldenmisere zu überwinden.

Der jetzt eingeschlagene Weg hin zu einer Transferunion mit einer zur Bad Bank mutierten Europäischen Zentralbank kann nicht die Lösung sein“, kritisierte der Chef des Gasespezialisten. Der Euro könne nur überleben, wenn sich die Länder „in den nächsten zehn bis 20 Jahren an eine disziplinierte Haushaltsführung halten“. Die Griechenland-Rettung sei deshalb möglicherweise ein falsches Signal, fürchtet Reitzle, weil andere schwache EU-Länder sich auch auf die Solidargemeinschaft verlassen könnten und weniger Druck zur Haushaltssanierung spürten.

„LINDE WIRD DIESE WÄHRUNGSKRISE SICHER ÜBERSTEHEN“

Sein eigenes Unternehmen sieht der Linde-Chef durch die Euro-Krise jedoch nicht gefährdet: „Egal, was mit dem Euro passiert - Linde wird diese Währungskrise sicher überstehen.“ Bereits heute tätige der Gasekonzern etwa 70 Prozent seiner Investitionen in neue Projekte in Asien und Lateinamerika. „Wird die Euro-Krise von der Politik nicht bewältigt, werden wir unser Engagement außerhalb von Europa eben noch stärker ausbauen als ohnehin geplant“, sagte Reitzle. Der Konzern produziere sein Industriegase immer dort, wo sie benötigt würden. „Dadurch haben wir eine natürliche Währungsabsicherung“, sagte Reitzle.

Lesen Sie mehr zum Thema auf wiwo.de

Von

dapd

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Diaphainator

30.07.2011, 14:14 Uhr

Wenn in der Politik - namentlich bei Frau Doktor Merkel und Herrn Schäuble - nur ein Zehntel des Verstandes des Herrn Reitzle aktiv wäre, ginge es uns wesentlich besser.

drfriedrichhumboldt

30.07.2011, 14:36 Uhr

Die Banken, insbesondere die Zentralbanken, sind unser allergrosstes Problem:

Die privaten stecken Riesengewinne an Darlehenzinsen in guten Zeiten in die eigene Tasche und walzen Verluste unverfroren an den Steuerzahler ab! Das wird nur noch ubertroffen von den Zentralbanken, die Papiergeld drucken, wofur der dumme Steuerzahler echte Arbeit eintauschen muss. Sobald er dieses Geld hart erarbeitet hat, verliert dieses durch die angeheizte Inflation wieder standig an Wert.

Was wir brauchen ist ein System, in dem nicht die privaten und Zentralbanken im Zentrum stehen, sondern das Volk, in dem die Banken der Wirtschaft und die Wirtschaft dem eigenen Volk zu dienen haben und nicht das Volk den Banken.

Erst durch diese national Emanzipation wird das Land befreit von diesen Eigennutzlern und kann wieder daran gehen, fur das eigene Wohl und die Zukunft seiner Kinder wieder zu schaffen.

herbert1949

30.07.2011, 15:01 Uhr

Oh, da hat ja noch Jemand aus der Führungsriege etwas Verstand bewahrt.!
Seltsam das unsere Politjongleure Ihren Verstand an der EU-Garderobe im Kasperletheater abgegeben haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×