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24.09.2013

16:32 Uhr

Lindners „Projekt 2017“

Mit alten Grundsätzen zu neuen Höhen

VonRaphael Moritz

Er soll die FDP wieder aufrichten: Christian Lindner, Chef der FDP in Nordrhein-Westfalen. Von Düsseldorf aus will der erst 34-Jährige die abgewählte Traditionspartei erneuern. Heute verriet er, wie er das machen will.

Der Wahlschlappe will Lindner entschlossen entgegentreten. Am Sonntag kündigte er an, für den Posten des Bundesvorsitzenden der FDP zu kandidieren. dpa

Der Wahlschlappe will Lindner entschlossen entgegentreten. Am Sonntag kündigte er an, für den Posten des Bundesvorsitzenden der FDP zu kandidieren.

DüsseldorfEr ist der letzte Hoffnungsträger der Liberalen: Christian Lindner. Nachdenklich, die linke Hand tief in der Hosentasche vergraben, schreitet er am Dienstag zur Pressekonferenz im NRW-Landtag in Düsseldorf. „Wir sind im politischen Ausnahmezustand“, sagt der 34-Jährige mit ernster Miene vom Podium aus. Dabei formt er die Spitzen des Daumen- und Zeigefingers zu einem Ok-Zeichen. Es scheint als wolle er sagen: „Mit mir wird alles gut!“.

Nach der historischen Wahlniederlage am Sonntag hatte Lindner angekündigt, als Parteichef zu kandidieren. An diesem Dienstag ist der FDP-Landesvorsitzende für Nordrhein-Westfalen nun in Düsseldorf vor die Presse getreten, um seinen Anspruch zu untermauern. In der NRW-Landeshauptstadt, der Bastion seiner Macht. Von hier aus will er nun die Partei erneuern, kündigt der blonde Hoffnungsträger an. Der Grund: „Wir sind im politischen Ausnahmezustand“.

Immerhin, Lindner ist ein Jungspund im politischen Geschäft. Vor einem Jahr hatte er die NRW-Fraktion der Liberalen trotz miserabler Umfragewerte mit 8,6 Prozent in den Landtag geführt. Sein Ansehen stieg, seine rhetorische Stärke in etlichen Talkshows half ihm ebenfalls. Nun will er die FDP zu neuer Stärke führen und spricht vom „Projekt 2017“. „Die FDP ist eine wichtige, traditionelle deutsche Partei, die nicht mehr im Bundestag vertreten ist“, sagt Lindner und hebt mahnend den Zeigefinger. „Übergangsweise“, fügt er dann noch hinzu und lächelt. Dazu die obligatorischen Bartstoppel – vielleicht möchte er damit etwas älter wirken.

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Wären die Liberalen ein Unternehmen, käme der Stimmenverlust einer plötzlichen Absatzkrise gleich. Welche Werkzeuge aus der Firmensanierung lassen sich anwenden, um nicht unterzugehen? Ein Gedankenspiel.

Nun soll die FDP also erneuert werden. Dafür will Lindner Zeit: „Das Projekt 2017 ist ein Marathon, kein Kurzstreckenlauf“, betont er. So richtig erneuern will er aber auch nicht, die Grundsätze der FDP seien auf dem aktuellen Stand und absolut tragfähig. Vor allem die „verwaiste gesellschaftliche Mitte“ wolle man anpacken. Mehrmals bezieht sich Lindner dann auf die historischen Errungenschaften der Liberalen: Soziale Marktwirtschaft mit Ludwig Erhard, die Ostpolitik mit Willy Brandt und die deutsche Einheit mit Helmut Kohl. Wo Lindner mit der FDP künftig hin will, bleibt – auch auf Nachfrage – offen.

Der Erfolg der eurokritischen AfD sei nicht der Grund für das Debakel vom Sonntag: „Wir haben zwei Millionen Wähler an die CDU verloren“, sagt Lindner. „Daher werden wir den AfD-Wählern nicht hinterherlaufen.“ Aber auch das: nicht neu.

Dafür bleibt vor allem noch etwas anderes offen: das Personal, mit dem Lindner das Projekt 2017 realisieren will. Man brauche entschlossenes, überzeugendes und vielfältiges Personal – immerhin, mit Wolfgang Kubicki, FDP-Landeschef von Schleswig-Holstein, habe er gesprochen und „ihn eingeladen mitzuwirken.“ Auf die Frage, wer Generalsekretär wird, sagt er: „Dieser Versuchung gebe ich jetzt nicht nach. Jedenfalls wird es niemand aus Kiel“, sagt Lindner und blickt zufrieden in die Runde. Er weiß, dass vor einigen Minuten Kubickis Sprecherin in Kiel mitteilte, dass dieser nicht für den Posten des Generalsekretärs zur Verfügung stehe.

Dass Kubicki und Lindner oben mitspielen werden, scheint klar. Unklar bleibt, was die beiden spielen werden – und wohin es die Liberalen führen wird.

Kommentare (20)

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FDPProgramm

24.09.2013, 16:45 Uhr

Aus der steilen transparenten Nudel
Quillt ein Quantum Qittenquark empor,
Ballt sich (physisch) zum gewürztem Strudel,
Kreist: ein Duft-Ballon aus einem Rohr.

Wann (und wo) war Schweben delikater?
In der Spannung wird man blaß wie Chrom.
Lehr- und Schüler folgen dem Theater,
Doch der Stern genießt sich autonom.

Hohe Hirnkraft wallt zu diesem Gase,
Da bestülpt der sachlichste Adept
Das Gestirn mit einem Sternenglase,
Darin dottrig etwas Ei verebbt.

Observer

24.09.2013, 16:48 Uhr

Ohne absolut neue Spitze mit charismatischen Figuren wird das alles NICHTS, ausser einer beschleunigten Abwaerts Spçirale gegen Null!
Jugend forsch ist am ENDE! Hat man das immer noch nicht begriffen?

Account gelöscht!

24.09.2013, 17:14 Uhr

Grade der Herr Lindner der am meisten an Westerwelles Stuhl gesaegt hat will die FDP wieder in den Bundestag bringen? Das gibt glatt ein Eigentor.Es gibt bestimmt besser in der FDP als Herrn Lindner, die die FDP 2017 in den Wahlkampf fuehren koennten mit Erfolg.Mit einem Herrn Lindner wird die FDP 5% huerde nicht nehmen nicht.

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