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04.06.2012

06:05 Uhr

Linken-Spitzenpolitiker

SPD buhlt um Dietmar Bartsch

ExklusivGanz im Sinne Lafontaines ist am Wochenende der Bundesparteitag der Linken verlaufen: Seine Getreuen führen nun die Partei, Reformer wurden ausgebremst. Die SPD hofft, einen der Abgestraften für sich zu gewinnen.

Der Vizefraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, am Samstag in Göttingen auf dem Bundesparteitag der Partei Die Linke. dapd

Der Vizefraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, am Samstag in Göttingen auf dem Bundesparteitag der Partei Die Linke.

BerlinDie SPD hat den bei der Wahl zum Vorsitzenden der Linkspartei gescheiterten stellvertretenden Bundestagsfraktions-Vorsitzenden und Reformer Dietmar Bartsch zum Parteiwechsel ermuntert. „Ich würde mich sehr freuen, Sie in der SPD begrüßen zu können. Es wäre ein Gewinn für die SPD und für die Politik in Deutschland“, sagte der Sprecher des einflussreichen konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, Handelsblatt Online.

Kahrs begründete sein Angebot an Bartsch mit dem Ablauf des Linken-Bundesparteitags am Wochenende in Göttingen. Die rund 550 Delegierten wählten mit Bernd Riexinger und Katja Kipping zwei neue Parteivorsitzende, die weitgehend den Wünschen des fundamentalsozialistischen Flügels der Partei entsprechen. Bartsch unterlag knapp Riexinger, nachdem es zuvor zu öffentlichen Auseinandersetzungen in noch nie dagewesener Schärfe zwischen beiden Lagern gekommen war. Damit ist die erhoffte Befriedung missglückt, eine Trendwende der sich in einer Abwärtsspirale befindenden Linken ist nicht abzusehen.

Kahrs sagte dazu: „Die Linke hat keine Zukunft mehr.“ Mit Blick auf Bartsch fügte er hinzu: „Lieber Kollege Bartsch, niemand kann sagen sie hätten es nicht versucht.“ Er würde daher „gerne mit Ihnen in der SPD zusammenarbeiten“, so Kahrs weiter. „Die SPD ist die starke linke Volkspartei, gestalten Sie mit uns aktiv den Wechsel 2013, statt die Linke zu erdulden.“

Die Linkspartei steht derweil nach ihrem Göttinger Parteitag vor einem Scherbenhaufen. Gleich nach der Wahl Riexingers kam es zu einem Eklat: Die Radikal-Linken stimmten die Kommunistenhymne „Die Internationale“ an. Reformer hörten dabei den auf sie gemünzten Text „Ihr habt den Krieg verloren“. Die Verärgerung in dem Lager um Bartsch war so groß, dass sich Vertreter des gegnerischen Flügels am Sonntag genötigt sahen, in Stellungnahmen vor dem Parteitag zu erklären, sie hätten derartiges nie gesungen und sie entschuldigten sich für den Überschwang der Emotionen.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

04.06.2012, 06:39 Uhr

"Gleich nach der Wahl Riexingers kam es zu einem Eklat: Die Radikal-Linken stimmten die Kommunistenhymne „Die Internationale“ an. Reformer hörten dabei den auf sie gemünzten Text „Ihr habt den Krieg verloren“."

Ja, damit wurde das Ende wohl besiegelt. Die Kommunistenhymne... gute Idee :-)

plagiat

04.06.2012, 07:01 Uhr

unsre SPD puppen wollen nun nach den inhalten afghanistanende,mindestlohn,erbschaftssteuer,vermogenssteuer,spitzensteuersatz usw. auch noch personal klauen.

die neoliberalen SEEHEIMER hams wohl nötig

die SPD hat schon genug ungeeignete kandidaten

Account gelöscht!

04.06.2012, 08:19 Uhr

Wie kann man mit der SPD liebäugeln???
In Wahrheit ist doch die SPD eine neoliberale Partei, mit einer sozialen Lügenmaske! Glaubt mir keiner, sollte mal schauen was Schröder und seine Unterstützer von Steins bis Kahrs und Konsorten in 7 Jahre Regierung so gemacht haben. In der Summe haben sie das Land und die Menschen geschadet: Hartz4, Deregulierung der Banken und Hedgefonds, Aufnahme Griechenlands und Osterweiterung der EU, systematische Verarmung der Mittelschicht und Moderne Sklaverei (Leiharbeit), in der großen Koalition ging es allerdings weiter mit Milliarden für Banken, auf kosten der Bevölkerung, Steuererhöhungen (Mehrwertsteuer von 16 auf 19%). Die Linke sollte lieber mit der CDU liebäugeln, denn sie macht zumindest eine weit bessere Sozialpolitik als die SPD je gemacht. Ich persönlich nehme die SPD gar nicht als Opposition wahr, sondern als Abnicker der Regierungspolitik besonders was ESM, EFSF und was diese ganzen Sado Maso-Begriffe anbelangt.

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