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17.05.2012

18:25 Uhr

Linkspartei

Gysi warnt vor einem Auseinanderfallen

Die Linken stecken in einem Machtkampf: Lafontaine und Bartsch streiten sich um den Chefposten der Partei. Mit Fraktionschef Gysi hat sich Lafontaine jetzt einen wichtigen Unterstützer gesichert.

Gregor Gysi (l.) hält Oskar Lafontaine für einen geeigneten Parteichef. dpa

Gregor Gysi (l.) hält Oskar Lafontaine für einen geeigneten Parteichef.

BerlinDer Machtkampf der Linken droht, die Partei zu entzweien. Fraktionschef Gregor Gysi hat sich jetzt auf die Seite von Oskar Lafontaine geschlagen. Der Saarländer solle wieder an die Parteispitze zurückkehren, dessen Gegenspieler Dietmar Bartsch solle Bundesgeschäftsführer werden und beide sollten sich gegenseitig akzeptieren, erklärte Gysi am Mittwoch in Berlin. Bartsch bekräftigte, an seiner Kandidatur für den Parteivorsitz festhalten zu wollen.

„Oskar Lafontaine müsste auf Dietmar Bartsch zugehen und ihn als Bundesgeschäftsführer vorschlagen und akzeptieren“, erklärte Gysi. „Und dann müsste Dietmar Bartsch auf Oskar Lafontaine zugehen und ihn als Parteivorsitzenden akzeptieren.“ Lafontaine sei „zweifellos ein herausragender deutscher und europäischer Politiker“. Bartsch sei ebenfalls „ein herausragender Politiker, hat aber nicht das gleiche Gewicht“, befand Gysi. Er sei aber „ein besserer Parteiorganisator“.

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Gysi appellierte an beide, „aufeinander zuzugehen“ und bot seine Hilfe dabei an. Er verwies zugleich darauf, dass nach dem Linken-Statut auch zwei Frauen die Partei führen könnten. „Es wird Zeit, dass sie sich selbst melden und Ansprüche artikulieren“, sagte er. Gewählt wird die neue Führung auf dem Göttinger Parteitag Anfang Juni.

Der Fraktionschef warnte vor einem Auseinanderfallen der Linken. Es gebe unterschiedliche Teile, „die sich bis heute nicht vereinigt, nicht zusammengefunden haben“, sagte er mit Blick auf die Ost-West-Spaltung der Partei. Vor dem Parteitag sympathisieren die Ost- Landesverbände mehrheitlich mit Bartsch, die West-Landesverbände sind überwiegend für Lafontaine. Keine Seite will klein beigeben. „Die politischen Ansätze, die politische Kultur, der Umgang mit der SPD - all das unterscheidet sie schon im Ansatz.“ Es gebe zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: „Entweder man trennt sich oder man findet zusammen.“ Der Sieg der einen über die anderen sei „kein Weg zur Vereinigung, sondern läuft letztlich auf eine Trennung hinaus“, mahnte er.

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Lafontaine hatte am Dienstag seine Bereitschaft zur erneuten Kandidatur erklärt, eine Kampfkandidatur gegen seinen Widersacher Bartsch aber abgelehnt. Bartsch wiederum hält an seiner im November angekündigten Kandidatur fest. Der 54-Jährige hat bereits erklärt, dass er sich Lafontaine nicht unterordnen will, und setzt sich für einen klaren Reformkurs der Partei mit einer Öffnung gegenüber der SPD ein.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.05.2012, 12:50 Uhr

Die Linke wird sich selbst erlädigen! Endlich gute Neuigkeiten. Die Ex-Kommunisten im Osten wollen sozialdemokratischer werden und Reformen anschieben und die linken Sozialdemokraten im Westen wollen endlich Stalinisten werden dürfen. Lächerlich...

Account gelöscht!

17.05.2012, 19:33 Uhr

Sie werfen offenbar alles durcheinander.
Die Linken West bezeichnen sie als Sozialdemokraten.
Das sind sie nicht. Die SPD ist was anderes.
Und die Linken Ost sind heute auch nicht mehr unbedingt als Ex-Kommunisten zu bezeichenen, was deren Weltbild betrifft.
Die wopllen keine 2. DDR wie die Merkel. Die wollen Deutschland Geld nicht in die Welt werfen, wie alle anderen
Die Linke ist derzeit die Partei, die demokratischer ist als unsere sozialistischen Blockparteien CDU,SPD und Grüne
Die Linke hat das Problem, dass sie im Westen nicht gut aufgestelt sind, z. T. alte Kommunisten aus der früheren DKP und das kann nicht funktionieren. Außerdem kommt sie absolut nicht rüber.
Außerdem hätte ich für die Spitze noch einen Vorschlag. Sie sollten von dem Grünen-Unsinn mit der Doppelspitze Mann-Frau weg.
Lafontaine und Bartsch an die Spitze.
Bartsch deckt den Osten ab, er ist dort sehr beliebt und Lafo den Westen.
Im Moment wäre es wichtig, dass nach dieser Lötzsch und dem dämlichen Ernst wieder jemand die Führung übernimmt, der rhetorish bestens ist und die restlichen Partein vor sich hertreiben kann und das wäre Lafo.
Und falls Sie jetzt meinen, nein ich gehöre nicht zu den Linken, ich beobachte aber usner Parteienspektrum sehr gut und die sog. etableirte Parteien machen leider keine Politik mehr für Deutschland

ControlledOwnershipOfEUrope

17.05.2012, 21:29 Uhr

Und die schwarzblaugelbe Truppe läßt sich gerade mal wieder von den "USA" im Schnellkurs erklären, was eine Froindschaft so auf sich hat. Partnership. Der eine nimmt, am anderen Ende den Untergang des Anderen entgegen. Wohl-gefällig liegen sie; sich in den ARmen.

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