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09.06.2014

12:02 Uhr

Linkspartei

Gysi warnt vor Grabenkämpfen

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Katja Kipping für die Befriedung der Linkspartei gefeiert. Nun gibt es erneut Streit – und die Politikerin steht im Mittelpunkt. Fraktionschef Gysi warnt vor Grabenkämpfen.

Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, warnt vor Grabenkämpfen innerhalb der Partei. dpa

Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, warnt vor Grabenkämpfen innerhalb der Partei.

BerlinEinen Monat nach dem kontrovers verlaufenen Parteitag wächst in der Linken die Furcht vor neuen Grabenkämpfen. „Das brauchen wir zurzeit überhaupt nicht“, sagte Fraktionschef Gregor Gysi im Deutschlandfunk. „Ich hoffe, dass es mir gelingt, das alles ein bisschen abzubauen.“ Nach dem Parteitag Mitte Mai seien einige bei den Wahlen Unterlegene unzufrieden. „Und dann gibt es auch entsprechende Schuldzuweisungen.“

Der Streit dreht sich derzeit vor allem um Parteichefin Katja Kipping. In einer „Klarstellung“ auf ihrer Internetseite weist sie unter anderem den Vorwurf zurück, sie habe sich mit Vizefraktionschefin Sahra Wagenknecht gegen Gysi verschworen. Ein „Spiegel“-Artikel – Titel: „Katja, die Grobe“ – hatte ihr eine Mitverantwortung für den Parteitagsbeschluss zugeschrieben, nach dem die Fraktion bis Ende des Jahres eine Doppelspitze erhalten soll – gegen Gysis Willen.

„Entweder wird uns Zickenkrieg oder Stutenbeißen um die Macht unterstellt. Wenn wir für dies auch so gar keine Belege liefern, wird die böse (Hexen-)Verschwörung zweier Frauen heraufbeschworen“, erklärte Kipping nun.

Nach der Bundestagswahl im September war Gysi erneut für zwei Jahre zum alleinigen Fraktionschef gewählt worden. Wagenknecht wurde zu seiner Ersten Stellvertreterin. Kipping verteidigt diese von ihr mitausgehandelte Entscheidung: „Diesen Kompromiss anzugreifen, halte ich für politisches Harakiri“, schreibt sie in ihrer Erklärung.

Sie weist auch den Vorwurf der Intrige gegen den ehemaligen Schatzmeister Raju Sharma zurück, gegen den auf dem Parteitag der Bundestagsabgeordnete Thomas Nord kandidiert und knapp gewonnen hatte. Kipping und ihr Co-Vorsitzender Bernd Riexinger hatten offen für Nord geworben. In ihrem Umfeld hieß es, sie hätten das Vertrauen in Sharma verloren – ohne nähere Erklärung.

Kipping begründet ihr Verhalten nun vor allem mit einem „problematischen Kommunikationsverständnis“ Sharmas. „Wir haben bewusst darauf verzichtet, eine Liste zu führen, wer sich alles bei uns beschwert hat.“ Sharma hatte Kipping nach seiner Abwahl eine alles übertreffende „Stil- und Kulturlosigkeit politischen Handelns“ vorgeworfen. Aber auch andere Linke kritisieren Kipping: „Ich habe den Eindruck, dass das Büro der Vorsitzenden gelegentlich dazu gebraucht wird, um dafür zu sorgen, dass bestimmte Teile der Partei in bestimmten Funktionen nicht zu finden sind“, sagte Vorstandsmitglied Steffen Bockhahn im ZDF.

Von

dpa

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