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08.01.2010

12:23 Uhr

Linkspartei

Lafontaine lässt sich noch Zeit

Nach seiner Krebsoperation zögert Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine die Rückkehr auf die politische Bühne weiter heraus. Es seien noch ärztliche Untersuchungen nötig, lies er verlauten. Gleichzeitg brodelt in der Parteiführung weiterhin.

Lässt Entscheidung noch offen: Linksparteichef Lafontaine. ap

Lässt Entscheidung noch offen: Linksparteichef Lafontaine.

HB BERLIN. Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine lässt weiterhin offen, wann er über eine mögliche Rückkehr auf die politische Bühne entscheiden will. „Die ärztlichen Untersuchungen bei Oskar Lafontaine sind noch nicht abgeschlossen“, erklärte Fraktionschef Gregor Gysi am Freitag. Erst danach werde er über seine politische Zukunft entscheiden. Die Zeit, die der an Krebs erkrankte Lafontaine dafür benötige, sei ihm zu gewähren. „Der Druck muss aufhören“, forderte Gysi nach Angaben eines Fraktionssprechers.

Gysi hatte sich am Donnerstag mit Lafontaine im Saarland getroffen, um über die Pläne des Parteichefs und die Zukunft der Partei zu sprechen. Keine Angaben wurden zu dem Zerwürfnis zischen Lafontaine und Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch gemacht. Die Landesverbände Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben Bartschs Rücktritt gefordert, was dieser zurückgewiesen hat. Der Bundesgeschäftsführer wird von Co-Parteichef Lothar Bisky und den ostdeutschen Landesverbänden gestützt.

Lafontaine wird maßgeblich das fulminante Ergebnis der Linkspartei bei der Bundestagswahl zugeschrieben, die mit 11,9 Prozent als viertstärkste Kraft in den Bundestag einzog. Der 66-Jährige ist am 19. November wegen einer Krebserkrankung operiert worden und lässt seitdem seine politische Arbeit ruhen.

„Politisch geht es jetzt darum, die Bundesregierung so unter Druck zu setzen, dass sie vor der NRW-Wahl sagt, welche Sozialkürzungen sie plant“, erklärte Gysi den Angaben nach. Für die Linke komme es nun darauf an, bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen im Mai den Einzug in den Landtag zu schaffen.

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