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19.01.2015

09:29 Uhr

Linkspartei

Wagenknecht besteht auf Fraktions-Doppelspitze

Sahra Wagenknecht besteht darauf, dass die Linksfraktion im Bundestag ab Herbst von einer Doppelspitze geführt wird. Die Wortführerin des linken Parteiflügels hat zudem grundsätzlich Interesse, für einen der beiden Führungsposten zu kandidieren.

Sahra Wagenknecht besteht darauf, dass die Linksfraktion im Bundestag ab Herbst von einer Doppelspitze geleitet wird. dpa

Sahra Wagenknecht besteht darauf, dass die Linksfraktion im Bundestag ab Herbst von einer Doppelspitze geleitet wird.

BerlinDie stellvertretende Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht besteht darauf, dass ihre Fraktion ab Herbst von einer Doppelspitze geführt wird. Vor der an diesem Montag beginnenden zweitägigen Klausurtagung der Linken-Abgeordneten erinnerte die 45-Jährige an einen entsprechenden Parteitagsbeschluss aus dem vergangenen Jahr. „Parteitagsbeschlüsse sind auch für eine Fraktion bindend. Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst eine Doppelspitze in der Fraktion haben werden“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichzeitig bekräftigte die Wortführerin des linken Parteiflügels ihr grundsätzliches Interesse, für einen der beiden Führungsposten zu kandidieren. Sie fügte aber hinzu: „Ich würde das nur machen, wenn es eine deutliche Mehrheit in der Fraktion gibt, die das unterstützt.“

Zur Person Sahra Wagenknecht

Studium

Sahra Wagenknecht, 44, stammt aus Jena. In der DDR durfte sie nicht studieren; man befand, sie sei für das Kollektiv „nicht genügend aufgeschlossen“. Nach der Wiedervereinigung studierte sie in Jena, Berlin und Groningen Philosophie und Neuere Deutsche Literatur.

Politische Anfänge

Ein halbes Jahr vor dem Mauerfall trat sie in die SED ein, zwei Jahre später saß sie im Vorstand der SED-Nachfolgepartei PDS. 1992 bezeichnete die erklärte Anti-Kapitalistin die Berliner Mauer als „notwendiges Übel“ und befand, die DDR sei „ein besserer Staat als die BRD“ gewesen.

Ihr Weg in den Bundestag

Seit 2010 ist Wagenknecht stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke. Ihre Mitgliedschaft in der „Kommunistischen Plattform“ ruht seit Februar 2010. Von 2004 bis 2009 war sie Abgeordnete im Europaparlament, seit Oktober 2009 sitzt sie im Bundestag.

Autorin

Wagenknecht ist Autorin zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihr „Freiheit statt Kapitalismus“. 1997 heiratete sie den Filmproduzenten Ralph Niemeyer. Mittlerweile ist sie in zweiter Ehe mit Oskar Lafontaine verheiratet.

Gregor Gysi führt die Fraktion seit 2005 - seit 2009 allein, davor zusammen mit Oskar Lafontaine. Seitdem hat er sich mehrmals erfolgreich dagegen gewehrt, dass er eine Frau an seine Seite bekommt. Im vergangenen Mai forderte dann der Parteitag - das höchste Parteigremium - die Bundestagsfraktion mehrheitlich dazu auf, noch vor Ende 2014 eine Doppelspitze zu wählen. Diesen Termin ließen die Parlamentarier aber verstreichen, weil die Wahlperiode für den Posten bis Herbst dieses Jahres läuft.

Neben Wagenknecht gilt Dietmar Bartsch vom gemäßigten Reformflügel als aussichtsreichster Kandidat für den Fraktionsvorsitz. Ob der 67-jährige Gysi im Herbst schon aufhören will, ist noch unklar. Auf eine entsprechende Frage antwortete er kürzlich in einem Interview der Wochenzeitung „der Freitag“: „Wie kommen Sie denn auf so was? Ich bin doch topfit! Sie müssen mich noch fast ewig ertragen.“

Von

dpa

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