Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.07.2016

14:52 Uhr

Liveblog zur Schießerei in München

Amokschütze plante die Tat seit einem Jahr

Die Bluttat von München war ein Amoklauf eines Einzeltäters. Der 18-Jährige Täter war ein „ausgeprägter Ego-Shooter-Spieler“ und besorgte sich die Waffe im „Darknet“. Die Ereignisse vom Wochenende zum Nachlesen.

LKA-Präsident Robert Heimberger (links) und Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch (Mitte) stellten sich um 14 Uhr den Fragen der Presse. Reuters

Pressekonferenz

LKA-Präsident Robert Heimberger (links) und Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch (Mitte) stellten sich um 14 Uhr den Fragen der Presse.

Die Bluttat in einem Münchner Einkaufszentrum mit insgesamt zehn Toten war der Amoklauf eines vermutlich psychisch kranken Einzeltäters - einen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gibt es nicht. Bundeskanzlerin Merkel hat ihre Trauer bekunde und Innenminister Thomas des Maizière will die Einsatzkonzepte der Polizei überprüfen. Die Ereignisse vom Wochenende zum Nachlesen.

  • Ein 18-jähriger Deutsch-Iraner hat am Freitagabend in München vor einem Schnellrestaurant und in einem Einkaufcentrum um sich geschossen.
  • Viele Menschen mit Migrationshintergrund befinden sich unter den jugendlichen Opfern.
  • Der Täter hatte das Attentat offenbar über ein Jahr lang geplant.
  • Er orientierte sich ersten Erkenntnissen zufolge wohl an den Amokläufen in Winnenden und auf Utøya in Norwegen.
  • Laut Angaben der Polizei hat sich der Täter selbst erschossen.
  • Bayern fordert Bundeswehr im Inneren bei Terrorgefahr.
  • Koalitionspolitiker diskutieren schärfere Waffengesetze.
  • Bundesinnenminister Thomas de Maizière überprüft Einsatzkonzepte der Polizei.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (9) +++

Am Abend des Amoklaufs, am Freitag, seien bei der Polizei zwischen 18 und 24 Uhr insgesamt 4320 Notrufe eingegangen, erklärt LKA-Präsident Heimberger. An normalen Tagen gebe es sonst 1200 bis 1500 Anrufe. Am Tatabend wurde immer wieder über mehrere mutmaßliche Tatorte berichtet, was sich später als falsch herausstellte. Die Polizei sei allerdings dankbar über die vielen Hinweise aus der Bevölkerung.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (8) +++

Der Amokläufer sei 2015 zwei Monate in einer stationären Einrichtung gewesen, sagte Steinkraus-Koch. Er sprach von „sozialen Phobien“ und Angstzuständen - etwa „wenn er mit anderen Personen in Kontakt kommt“. Er sei im Jahr 2012 von Mitschülern gemobbt worden. Die Ermittler wüssten noch nicht, ob die Mobbing-Vorfälle im Zusammenhang mit der Tat stünden.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (7) +++

Mit seinem Fake-Account bei Facebook habe der Täter angekündigt, dass er bei McDonald's eine Runde spendieren werde, sagte LKA-Präsident Heimberger. „Das war wohl der Versuch, Personen dorthin einzuladen.“ Nach bisherigen Ermittlungen gehörten die Menschen, zu denen der Täter auf Facebook Kontakt hatte, aber nicht zu den späteren Todesopfern. Dass mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund zu den Todesopfern gehören, bewertet die Polizei als Zufall. Diese McDonald's-Filiale werde oft von Migrantenkindern besucht, sagte Heimberger.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (6) +++

Der Täter hat am Tatort aus seiner Pistole fast 60 Schüsse abgegeben. 57 Hülsen seien dort entdeckt worden, die „eindeutig“ der Tatwaffe zugeordnet werden könnten, sagte LKA-Präsident Heimberger. Zur Aufklärung der Tat sei eine mehr als 70 Personen starke Sonderkommission gebildet worden. Heimberger versprach eine offene Informationspolitik der Ermittler. „Wir halten nichts zurück.“

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (5) +++

Der Todesschütze von München hat seine Tat offenbar über ein Jahr lang geplant. Das gehe aus einem Manifest hervor, dass bei Ermittlungen in der Wohnung des Täters gefunden wurde, erklärte der Präsident des bayerischen Landeskriminalamts, Robert Heimberger, am Sonntag in München mit. Demnach gehen die Tatvorbereitungen des 18-Jährigen bis in den Sommer 2015 zurück.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (4) +++

Er sei ein „ausgeprägter Ego-Shooter-Spieler“ gewesen, habe „Counter-Strike“ gespielt, ein Spiel, das schon frühere Amokläufer gespielt hätten. Die Eltern des Täters seien bisher noch nicht vernehmungsfähig. Der Amokläufer von München habe ein eigenes schriftliches „Manifest“ zu seinen Taten verfasst, sagte der Präsident des bayerischen Landeskriminalamts, Robert Heimberger.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (3) +++

„Es gibt einen Chatverlauf im Darknet, der darauf schließen lässt, dass er sich diese Waffe im Darknet besorgt hat“, sagte LKA-Präsident Robert Heimberger zur Pistole des Täters. Nähere Informationen habe man hierzu noch nicht.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (2) +++

Berichte, wonach auf dem Rechner des 18-Jährigen auch das „Manifest“ des norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik entdeckt worden sein soll, bestätigten die Ermittler nicht. „Das stimmt nicht“, sagte Robert Heimberger, Präsident des bayerischen Landeskriminalamtes.

+++ Pressekonferenz des Landeskriminalamts Bayern (1) +++

Der Amokläufer von München hat nach Angaben der Ermittler seine Opfer nicht gezielt ausgesucht. Dies teilte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit. Er hatte sich mit Tat seit letztem Sommer befasst, wie LKA-Präsident Robert Heimberger sagte. Es habe sich bestätigt, dass der 18-Jährige wegen einer psychiatrischen Erkrankung behandelt wurde, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. In der Wohnung habe man ärztliche Behandlungsunterlagen gefunden, die auf eine Angststörung und Depressionen hindeuteten. Er habe sich sowohl in stationärer und ambulanter Behandlung befunden. Zudem habe man Medikamente gefunden.

Amoklauf von München

LKA Bayern: „Der Täter hat sich die Waffe im Darknet besorgt“

Amoklauf von München: LKA Bayern: „Der Täter hat sich die Waffe im Darknet besorgt“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

+++ Todesschütze orientierte sich an Amokläufer von Winnenden +++

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) zufolge soll sich der Amokschütze bei seiner Tat stärker am norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik und dem Amokläufer von Winnenden orientiert als bislang bekannt. Er war nach Informationen des Blattes selbst nach Winnenden gefahren, hatte sich dort umgesehen und Fotos gemacht. Außerdem hatte er demnach das „Manifest“ Breiviks auf seinem Rechner. Am Freitag, dem Tag des Münchner Amoklaufs mit zehn Toten, hatte sich die norwegische Bluttat zum fünften Mal gejährt.

+++ Pistole soll reaktivierte Theaterwaffe sein +++

Bei der Tatwaffe vom Typ Glock 17 und einem Kaliber von neun Millimetern, mit der der 18-jährige Münchner Einzeltäter am Freitagabend neun Menschen und dann sich selbst erschoss, handelt es sich einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge um eine Theaterwaffe, die zunächst unscharf und später wieder gebrauchsfähig gemacht wurde. Die Waffe trage ein Prüfzeichen aus der Slowakei, der Täter habe sie sich aus dem Darknet beschafft, wo sich Internetnutzer fast unerkannt bewegen können. Die „SZ“ berief sich dabei auf Informationen aus Ermittlerkreisen.

+++ Vor allem Menschen mit Migrationshintergrund getötet +++

Dem Amoklauf von München sind vor allem Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer gefallen. Nach Angaben des Landeskriminalamts vom Sonntag waren unter den neun Opfern des Schützen zwei Deutsche, zudem seien zwei Menschen mit deutsch-türkischer Nationalität ums Leben gekommen. Auch habe es jeweils ein Todesopfer aus Ungarn, der Türkei und Griechenland gegeben. Ein Toter stamme aus dem Kosovo, ein weiteres Todesopfer sei staatenlos gewesen, hieß es weiter. Der 18 Jahre alte Amokläufer ist Deutsch-Iraner.

Nach dem Amoklauf: Fassungslosigkeit in München, Solidarität in Paris

Video: Nach dem Amoklauf: Fassungslosigkeit in München, Solidarität in Paris

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

+++ Zahl der Verletzten steigt +++

Zwei Tage nach dem Amoklauf von München hat sich die Zahl der Verletzten weiter erhöht. Derzeit sei von insgesamt 35 Verletzten auszugehen, teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Sonntag in München mit. Zehn von ihnen gelten weiter als Schwerverletzte. Drei Menschen schweben nach dem Amoklauf von München noch immer in Lebensgefahr.

+++ Koalitionspolitiker diskutieren schärferes Waffenrecht +++

Nach dem Amoklauf wird in der Bundesregierung über schärfere Waffenkontrollen diskutiert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte, zunächst müsse ermittelt werden, wie sich der Täter von München die Waffe beschafft habe. „Dann müssen wir sehr sorgfältig prüfen, ob und gegebenenfalls wo es noch gesetzlichen Handlungsbedarf gibt“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Die bestehenden Waffengesetze seien bereits sehr streng, sagte de Maiziere. Auf europäischer Ebene sollten mit der zur Verabschiedung anstehenden Waffenrichtlinie weitere Fortschritte erreicht werden. Vizekanzler Sigmar Gabriel forderte ebenfalls eine bessere Waffenkontrolle. Ein labiler oder sogar psychisch kranker 18-Jähriger dürfe nicht an Schusswaffen gelangen, sagte der SPD-Vorsitzende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

+++ Bayern will Bundeswehr bei Terrorgefahr +++

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann fordert, dass sich die Polizei in Deutschland bei Terrorlagen von der Bundeswehr helfen lassen darf. In extremen Situationen wäre es völlig unbegreiflich, wenn gut ausgebildete Soldaten nicht eingesetzt werden dürfen, obwohl sie bereitstehen. „Menschen haben ein Recht auf Sicherheit“, sagte der CSU-Politiker der „Welt am Sonntag“. Das sei in den meisten europäischen Länder selbstverständlich.

+++ Einsatzkonzepte der Polizei sollen überprüft werden +++

Nach dem Amoklauf von München hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière dafür ausgesprochen, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. „Das wird sicher jetzt noch einmal überprüft werden müssen“, sagte der CDU-Politiker am Samstagabend in der ARD mit Blick auch auf die Änderungen solcher Konzepte nach den Amokläufen an Schulen in Erfurt 2002 und Winnenden 2009.

+++ Amokläufer in München erschoss sich vor Augen von Polizisten +++

Der Amokläufer von München hat sich etwa zweieinhalb Stunden nach der Tat vor den Augen von Polizisten getötet. Das teilte die Münchner Polizei am Samstag nach der Befragung vieler am Einsatz beteiligter Beamter mit. „Gegen 20.30 Uhr hatte demnach eine Streife der Münchner Polizei nördlich des Olympia-Einkaufszentrums Kontakt zum mutmaßlichen Täter. Als Reaktion auf die Ansprache der Beamten zog er unvermittelt seine Schusswaffe, hielt sie sich an den Kopf und erschoss sich“, hieß es in der Polizeimitteilung.

+++ De Maizière ruft in München zu friedlichem Miteinander auf +++

Nach dem Amoklauf mit zehn Toten in München hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Menschen zu einem friedlicheren und besonnenen Umgang miteinander aufgerufen. „24 Stunden nach einem solchen Anschlag mit klugen Ratschlägen zu kommen, ist glaube ich sehr früh. Aber Minister Herrmann und ich weisen seit einiger Zeit auf die Verrohung unserer Gesellschaft hin“, sagte er am Samstag in München nach der Besichtigung des Tatortes mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

+++ Sicherheitskräfte drohen Trittbrettfahrern +++

+++ Polizei geht Hinweisen auf einen neuen Anschlag nach +++

Die Polizei München hat Hinweise auf einen weiteren Anschlag in der Innenstadt bekommen. Die Sicherheitskräfte gehen von einer Falschmeldung aus, sind aber vor Ort.

+++ Feldjägereinheit in Bereitschaft versetzt +++

Während des Amoklaufes wurde Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zufolge ein Einsatz der Bundeswehr erwogen. „Solange das Ausmaß des Anschlages am Freitag nicht klar war, war eine Feldjägereinheit der Bundeswehr in München in Bereitschaft versetzt“, sagt sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ laut Vorabmeldung. In einem solchen Fall behalte aber die Polizei die Federführung.

+++ Innenminister verurteilt gewalttätige Computerspiele +++

Der Amokläufer war nach Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière für die Sicherheitsbehörden zuvor ein unbeschriebenes Blatt. „Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt“, sagte er am Samstag in Berlin. Der CDU-Politiker verurteilte jedoch generell die Nutzung von gewalttätigen Computerspielen. Diese hätten unzweifelhaft einen schlechten Einfluss auf die Gesellschaft. Über mögliche Präventionsmaßnahmen für Amokläufe wollte er heute nicht sprechen. „ Ich will über gesetzgeberische Konsequenzen heute kein Wort sagen“, so de Maizière.

+++ De Maizière: Täter vorher nicht polizeilich in Erscheinung getreten +++

Der Amokläufer von München war nach Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière für die Sicherheitsbehörden zuvor ein unbeschriebenes Blatt. „Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt“, sagte er am Samstag in Berlin. Deswegen habe es auch keine staatsschutzrelevanten Informationen gegeben. „Und es gibt auch keine Erkenntnisse der Nachrichtendienste über diese Person.“ De Maizière bestätigte, dass der 18-jährige Deutsch-Iraner nach bisherigen Informationen „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ als Einzeltäter gehandelt habe.

+++ Täter lud offenbar zu Tatort ein +++

Nach Erkenntnissen der Polizei sind die Opfer in eine perfide geplante Falle des Amokschützen gelaufen. Laut Innenminister Thomas De Maizière gibt es Hinweise darauf, dass der offensichtlich mit guten Computerkenntnissen ausgestattete 18-Jährige den Facebook-Account eines Mädchens hackte. „Kommt heute um 16 Uhr Meggi am OEZ“, schrieb er dort – Meggi ist Jugenddeutsch für McDonald's. Die vermeintliche Einladung verstärkte er mit der Ankündigung, etwas zu spendieren.

+++ Merkel: „Wir trauern mit schwerem Herzen“ +++

Nun hat sich auch die Bundeskanzlerin zu dem Amoklauf in München geäußert. Merkel betonte in ihrer Rede: „Unsere Gedanken gehen auch zu den zahlreichen Verletzen. Mögen sie rasch wieder gesund werden.“ Dann lobte sie die „vorbildhafte“ Arbeit der Sicherheitskräfte: „Sie sind im besten Sinne Helfer und Beschützer der Bürger,“ sagte Merkel vor der Presse in Berlin. Merkel hob auch die Hilfsbereitschaft der Münchner hervor. Viele Bürger hatten ihre Wohnungen Fremden zur Verfügung gestellt. „In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke“, sagte Merkel.

+++ Herrmann will falsche Notrufe überprüfen lassen +++

Angesichts Tausender Notrufe in den Stunden nach dem Amoklauf in München will der bayerische Innenminister Joachim Herrmann den Ursachen für die zahlreichen Fehlalarme auf den Grund gehen. „Wir werden versuchen, einigermaßen nachzuvollziehen, inwieweit manche Anrufe und manche Behauptungen wirklich Folge irriger Wahrnehmung waren“, sagte der Minister am Samstag nach einer Sondersitzung des bayerischen Kabinetts. Er wolle niemanden, der eine Gefahr sehe, von einem Notruf abhalten, betonte Herrmann. „Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Aber wenn jemand das missbraucht, ist das schändlich.“

+++Seehofer dankt den Einsatzkräften+++

In einer Erklärung dankt Bayerns Ministerpräsident den Einsatzkräften der Nacht und kündigt einen Trauerakt im Landtag am Sonntag in einer Woche an. Bis dahin würden die Mitglieder der Staatsregierung ihre Teilnahme an Bierzelt- und Festveranstaltungen absagen.

Amokläufe in Deutschland

10. Juli 2015: Ansbach

Ein 47-jähriger Mann erschießt bei einer fast zweistündigen Amokfahrt im fränkischen Landkreis Ansbach eine 82-jährige Frau und einen 72 Jahre alten Fahrradfahrer, danach beschießt oder bedroht er weitere Menschen, bevor er an einer Tankstelle gefasst wird. Ein Gutachter bescheinigt bei ihm eine „akute Psychose“.

28. Februar 2014: Düsseldorf/Erkrath

Der 48-jährige Koch Yanqing T. tötet in zwei Anwaltskanzleien in Düsseldorf und dem benachbarten Erkrath zwei Frauen und einen 54-jährigen Anwalt. Dann legt er in den Büroräumen Feuer und fährt zu einer Pizzeria nach Goch an der deutsch-niederländischen Grenze, um seine Ex-Chefin zu töten und deren Restaurant anzuzünden. Er wird überwältigt und sieben Monate später zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser der Taten war laut Gericht ein Rachefeldzug gegen Anwälte, von denen er sich in einem Rechtsstreit mit seiner Ex-Chefin schlecht vertreten fühlte.

19. September 2010: Lörrach
17. September 2009: Ansbach

17. September 2009: Ein 18-Jähriger dringt mit Molotow-Cocktails, einem Beil und Messern bewaffnet in ein Gymnasium im mittelfränkischen Ansbach ein. Dabei verletzt er 15 Schüler und Lehrer, einige davon schwer. Er wird später wegen versuchten Mordes in 47 Fällen verurteilt.

11. Mai 2009: Sankt Augustin

Ein geplanter Amoklauf einer 16-jährigen Schülerin an einem Gymnasium in Sankt Augustin wird gerade noch vereitelt. Bei der Vorbereitung der Bluttat wird die mit Molotowcocktails, einer Schreckschusswaffe und einem Kurzschwert bewaffnete Jugendliche auf der Schultoilette von einer 17-jährigen Mitschülerin überrascht. Die 16-Jährige attackiert sie mit dem Schwert und verletzt sie schwer. Die Täterin flieht, stellt sich aber später der Polizei.

1. März 2009: Winneden

Bei einem Amoklauf in Baden-Württemberg sterben 16 Menschen. In einer Realschule in Winnenden erschießt der 17-jährige Täter drei Lehrerinnen und neun Schüler, auf der Flucht tötet er drei Passanten, bevor er in einem Schusswechsel mit der Polizei selbst stirbt.

20. November 2006: Emsdetten

Bei einem Amoklauf eines schwer bewaffneten Ex-Schülers einer Realschule in Emsdetten im Münsterland werden insgesamt 37 Menschen verletzt, sechs davon durch Schüsse des Täters. Der 18-Jährige zündet zudem mehrere selbst gebaute Rohrbomben und Rauchkörper, bevor er sich in dem Schulgebäude mit einem Kopfschuss selbst tötet.

26. April 2002: Erfurt

Ein 19-jähriger Amokläufer erschießt 16 Menschen am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Zu den Opfern zählen zwölf Lehrer, zwei Schüler, die Schulsekretärin und ein Polizist. Nach der Tat tötet sich der Schütze selbst.

1. November 1999: Bad Reichenhall

Ein 16-Jähriger schießt in Bad Reichenhall aus seinem Elternhaus wahllos auf Passanten. Zwei sind sofort tot, einer stirbt später. Bevor er sich selbst tötet, bringt der Täter auch seine 18-jährige Schwester um. Er hatte die Waffen, aus denen er die tödlichen Schüsse abfeuerte, aus dem Waffenschrank seines Vaters geholt.

+++Pressekonferenz der Polizei München+++

Der Täter hat laut Polizei München keine Verbindung zur Terrororganisation Islamischer Staat IS. Das hätte die Durchsuchung seines Zimmers gezeigt. Allerdings wurde ein Buch gefunden, dass sich mit Amoklagen und Polizeieinsätzen befasst gefunden. Er habe sich intensiv mit dem Thema befasst, so die Staatsanwaltschaft. Es gebe keine politische Motivation. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit dem Attentat des Norwegers Anders Behring Breivik aus. „Diese Verbindung liegt auf der Hand“, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä. Am Freitag war der fünfte Jahrestag von Breiviks Amoklauf. Der Täter hat einen Bruder. Auch dieser war nach Angaben der Ermittler bisher nicht in Erscheinung getreten. Die Polizei hat bei der Durchsuchung „umfangreiche IT“ sichergestellt. „Da läuft die Auswertung“, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä. Auf die Frage, ob der Täter auch „Ballerspiele“ gespielt habe, sagte er: Auszuschließen sei es nicht, wenn er sich sehr intensiv mit Amokläufen beschäftigt habe.

Der Täter hatte eine illegale Pistole mit Kaliber 9-Millimeter dabei. Die Seriennummer war ausgefräst. Im Rucksack befanden sich Patronen – mehr als 300 Schuss. Das sagte LKA-Präsident Robert Heimberger. Insgesamt gingen bis 24 Uhr bei der Polizei 4.310 Notrufe ein. Der Tatort ist wieder freigegeben, das Schnellrestaurant allerdings bleibt bisher geschlossen. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sich selbst mit einem Schuss in den Kopf gerichtet hat. Zuvor tötete er neun Menschen, 27 Menschen sind verletzt. Es ist noch nicht klar, ob es Opfer gab, die einen Bezug zum Täter hatten. Das werde untersucht, dazu werde das gesamte Umfeld des 18-Jährigen untersucht.

`

Hintergrund

Was?

Das Sicherheitskabinett ist eine informelle Runde von Regierungsmitgliedern. Es trifft sich nur bei Bedarf und ohne feste Tagesordnung unter dem Vorsitz der Bundeskanzlerin.

Wann?

Das Gremium wird einberufen, wenn es die Sicherheitslage oder die politische Situation erfordert.

Wer?

Für die Besetzung des Sicherheitskabinetts gibt es keine festen Regeln. Grundsätzlich besteht es aus der Kanzlerin, dem Außenminister, der Verteidigungsministerin, dem Innenminister und dem Chef des Bundeskanzleramtes. Je nach Situation kann die Runde erweitert werden, beispielsweise um den Vizekanzler oder die Leiter der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste.

+++„Aber das muss alles in Ruhe aufgeklärt werden“+++

Nach Angaben der Ermittler soll der Münchner Attentäter auch eine Erkrankung „aus dem depressiven Formenkreis“ gehabt haben. Das sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Samstag. Details nannte er nicht.

Später sagte die Ermittler auf der Pressekonferenz, es lägen keine Details zu den möglichen Erkrankungen vor. Das sei ein erster Zuruf gewesen, den sie bekommen hätten. „Aber das muss alles in Ruhe aufgeklärt werden“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch

Die Toten stammten alle aus München und Umgebung. Es seien keine Auswärtigen oder Touristen betroffen gewesen, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä. Der Täter hat möglicherweise einen Facebook-Account gehackt, um möglicherweise Menschen zum Tatort zu locken. Das müsse aber noch geklärt werden, es spreche aber vieles dafür. Nach Ansicht von Polizeipräsident Hubertus Andrä war der massive Polizeieinsatz in München gerechtfertigt. Es sei absolut „richtig und notwendig gewesen“, in dieser Stufe einzusteigen, sagte er.

+++Drei türkische Todesopfer in München+++

Unter den Toten sind nach Angaben des türkischen Außenministeriums auch drei Türken.

Was ist die GSG9?

Wann?

Die Einsatzkräfte der GSG 9 kommen im Kampf gegen Terroristen, Luft- und Seepiraten, organisierte Kriminalität oder Geiselnehmer zum Einsatz.

Wer?

Die Einsatzkräfte der GSG 9 kommen im Kampf gegen Terroristen, Luft- und Seepiraten, organisierte Kriminalität oder Geiselnehmer zum Einsatz.

Wo?

Sie wurde unter dem Namen Grenzschutzgruppe 9 nach dem blutigen Ende des Geiseldramas bei den Olympischen Spielen in München 1972 gegründet. Einen auch international guten Ruf erwarb sich die GSG 9 bei der Befreiung von Geiseln aus der Lufthansa-Maschine „Landshut“ in der somalischen Hauptstadt Mogadischu 1977.

+++Schweigeminute für München-Opfer vor Start der vorletzten Tour-Etappe+++

Die Radprofis der Tour de France haben vor dem Start der 21. Etappe der Opfer des mutmaßlichen Amoklaufs von München gedacht. Der deutsche Meister André Greipel stand am Samstag während der Schweigeminute in Megève neben Tour-Spitzenreiter Chris Froome aus Großbritannien in der ersten Reihe. Danach wurde die vorletzte Etappe der Frankreich-Radrundfahrt gestartet. Sie führt über 146,5 Kilometer nach Morzine-Avoriaz.

+++Großes Interesse an Nachrichtensendungen++++

Nach dem Anschlag in München haben sich die Fernsehzuschauer am Freitagabend vor allem für Nachrichten interessiert. Die „Tagesschau“ um 20.00 Uhr im Ersten war die meistgesehene Sendung im Abendprogramm - und das mit einer XL-Ausgabe von 75 Minuten Länge: 5,08 Millionen schalteten ein, rund jeder fünfte aller Fernsehzuschauer (Marktanteil 19,5 Prozent).

+++Mobilfunknetz während Attentat in München zeitweise überlastet+++

Während des Anschlags in München war das Mobilfunknetz zeitweise überlastet. Es sei ab etwa 19.00 Uhr für etwa anderthalb Stunden sehr stark beansprucht worden, teilte ein Sprecher vom Mobilfunkanbieter Telefonica mit. Auch im Netz der Telekom habe es vereinzelt Überlastungen gegeben, sagte ein Sprecher. Bei Vodafone habe es nach Unternehmensangaben keine Störungen gegeben. Zwischen 18.00 und 24.00 Uhr habe die Münchener Polizei 4310 Notrufe gezählt, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä. Das sei das Vierfache eines normalen Tages gewesen.

+++Münchner OB – „Unsere Stadt steht zusammen“+++

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter äußert sich über die Tat entsetzt. Alle städtischen Feste und Feiern seien für dieses Wochenende abgesagt. „Es sind schwere Stunden für München.“ Er sei von der großen Hilfsbereitschaft und Solidarität beeindruckt. „Unsere Stadt steht zusammen.“

Münchens Polizeisprecher nach Schießerei: Professionell, souverän, hellwach

Münchens Polizeisprecher nach Schießerei

Professionell, souverän, hellwach

Nach kaum einem Vierteljahr im Amt, muss Pressesprecher der Münchener Polizei, Marcus da Gloria Martins, den ersten Terroreinsatz bewältigen. Das gelingt ihm vorbildlich.

+++Drei Kosovaren unter Todesopfern+++

Nach Angaben der kosovarischen Regierung sind unter den Münchner Todesopfern drei Bürger des Landes. Das erklärt das Außenministerium des Balkanstaates unter Berufung auf die deutschen Behörden.

+++Gedenkminute der Staatsregierung für Opfer der Schießerei+++

Die bayerische Staatsregierung hat bei einer Sondersitzung des Kabinetts der Opfer des Münchner Todesschützen gedacht. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eröffnete die Sitzung am Samstagvormittag mit der Gedenkminute, kommende Woche soll es eine gemeinsame Gedenkfeier von Landtag und Staatsregierung für die neun Menschen geben, die der 18-Jährige am Freitagabend erschossen hatte, bevor er sich selbst tötete.

+++Niederländischer Premier spricht Merkel Mitgefühl aus+++

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat Deutschland nach dem Attentat von München sein Mitgefühl ausgesprochen. In einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bot Rutte zudem alle notwendige Hilfe an. „Normale Menschen wurden beim Einkaufen oder Arbeiten an einem normalen Freitagabend brutal ermordet oder verwundet“, heißt es in der Erklärung vom Samstag. „Wir denken an sie und ihre Angehörigen.“

+++Arabische Regierungen verurteilen Anschlag von München+++

Die Regierungen arabischer Länder haben den Anschlag von München verurteilt. Es lehne „alle Formen der Terrorisierung von Zivilisten“ ab, teilte das ägyptische Außenministerium am Samstag mit. Das Königreich Saudi-Arabien stehe in Solidarität mit dem befreundeten Deutschland, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Riad dem arabischen Nachrichtenkanal Al-Arabiya. Auch der Golfstaat Kuwait sprach der Bundesrepublik seinen Beistand aus und nannte die Schießerei in Bayerns Landeshauptstadt ein „abscheuliches Verbrechen“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Kuna berichtete.


+++Niederländischer Premier spricht Merkel Mitgefühl aus+++

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat Deutschland nach dem Attentat von München sein Mitgefühl ausgesprochen. In einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bot Rutte zudem alle notwendige Hilfe an. „Normale Menschen wurden beim Einkaufen oder Arbeiten an einem normalen Freitagabend brutal ermordet oder verwundet“, heißt es in der Erklärung vom Samstag. „Wir denken an sie und ihre Angehörigen.“


+++Vor allem junge Menschen unter Todesopfern+++

Viele Todesopfer waren minderjährig. Zwei 15-Jährige und drei 14-Jährige seien ums Leben gekommen, berichteten die Ermittler. Die weiteren Opfer seien 17, 19, 20 und 45 Jahre alt gewesen. Unter den neun Todesopfern seien drei Frauen gewesen.

+++Nachbarn beschreiben Verdächtigen als hilfsbereit+++

Nachbarn im Mietshaus im Münchner Stadtteil Maxvorstadt beschreiben den mutmaßlichen Täter als freundlich und hilfsbereit. „Der Junge war sehr sehr nett. Ich kann nichts Schlimmes sagen“, berichtet eine Nachbarin. So habe er die Zeitungen im Haus verteilt. „Er war eine gute Person, ein guter Mensch", sagte die 40-Jährige am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. „Ich habe ihn nicht einmal sauer gesehen, niemals habe ich Probleme mit der Polizei oder Nachbarn gehört.“

+++Bahn: Zugverkehr nach Attentat in München wieder angelaufen+++

Nach dem Anschlag in München ist der Zugverkehr dort wieder planmäßig angelaufen. „Seit 01.00 Uhr fahren wieder alle Züge nach München Hauptbahnhof“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Samstagmorgen in Berlin. Der Bahnhof war am Freitagabend evakuiert worden, Züge fuhren den Halt nicht mehr an. Etwa 300 Züge und Tausende Passagiere seien betroffen gewesen, sagte der Sprecher. Die Züge - darunter S-Bahnen, Regional- und Fernzüge - hätten in anderen Bahnhöfen angehalten.


+++Erklärung der Bundeskanzlerin zu der Gewalttat von München+++

Das Bundessicherheitskabinett kommt um 12.30 Uhr wegen des Anschlags in München zu einer Sitzung unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag in Berlin mit. Die Kanzlerin gibt dazu um 14.30 Uhr im Kanzleramt eine Erklärung ab. An der Sitzung des Sicherheitskabinetts nehmen dem Vernehmen nach teil: Merkel, Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Justizminister Heiko Maas (SPD), Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie die Chefs des BND, des Verfassungsschutzes, des BKA und der Bundespolizei. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere wird nach Angaben seines Ministeriums um 15.00 Uhr eine Erklärung in Berlin abgeben.

+++Münchner Forum für Islam „entsetzt“ über Anschlag von München+++

Der Vorsitzende des Münchner Forums für Islam, Imam Benjamin Idriz, hat sich „entsetzt“ über den Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum gezeigt. „Wir stehen jetzt zusammen in Trauer über die Opfer, wünschen den Angehörigen Kraft und unserer ganzen Stadt München Mut und Besonnenheit“, sagte Idriz am Samstag. Nach seinen Angaben hatten die Moscheen über Nacht allen Hilfesuchenden offen gestanden - ein Paar aus Frankreich habe im Münchner Forum für Islam (MFI) übernachtet. Idriz rief dazu auf, dass der „Geist der Mitmenschlichkeit“ die Botschaft dieser „schrecklichen Nacht“ sein solle.

+++Hongkong mahnt Bürger bei Reisen in Deutschland zur Vorsicht+++

Nach den jüngsten beiden Attacken in Bayern hat Hongkong eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen. Angesichts der jüngsten Lage sollten Hongkonger in Deutschland vorsichtig sein und Plätze mit großen Menschenansammlungen meiden, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Warnung folgte am Samstag auf den Anschlag mit insgesamt zehn Toten in München und die Axt- und Messerattacke am Montagabend in einem Zug in Würzburg, bei dem vier Touristen aus Hongkong verletzt worden waren. Die Regierung der autonomen chinesischen Sonderverwaltungsregion werde die Lage in Deutschland weiter beobachten.

+++Putin spricht Merkel und Seehofer Beileid aus+++

Der russische Präsident Wladimir Putin kondoliert Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Das berichten russische Nachrichtenagenturen.


+++Kauder warnt vor Ausbreitung von Gewalt+++

Unionsfraktionschef Volker Kauder warnt vor einer Ausbreitung von Hass und Gewalt. Noch sei nicht bekannt, was den Attentäter zu den Morden getrieben habe. „Unabhängig davon, was seine Motive waren und wie sich seine persönliche Disposition darstellt, müssen wir aber noch mehr darauf achten, dass sich Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft generell nicht weiter ausbreiten.“

+++Iran ruft zum verstärkten Kampf gegen Terrorismus auf+++

Iran ruft die internationale Gemeinschaft zum verstärkten Kampf gegen Terrorismus auf. Das sollte für alle Länder Priorität haben, sagt Außenminister Bahram Kasemi der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.


+++Polizeigewerkschaft warnt vor Veröffentlichung von Tatvideos+++

Nach der tödlichen Schießerei in München hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) aufgerufen, aus Sicherheitsgründen bei Gefahrenlagen nicht vorschnell Foto- und Filmmaterial zu veröffentlichen, sondern der Polizei zu übermitteln. „Es kann möglich sein, dass eben über eine kleine Videosequenz, und sei der Schnipsel noch so klein, eine Information über den möglichen Täter oder die Hintermänner preisgegeben wird“, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radek am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

+++ Polizei durchsucht Wohnung in Münchner Maxvorstadt+++

Nach dem Anschlag von München hat die Polizei am Samstagmorgen eine Wohnung im Stadtteil Maxvorstadt durchsucht. Das mehrstöckige Wohnhaus wurde weiträumig abgesperrt, Ermittler trugen Kartons aus dem Haus. Nicht bestätigen wollte die Polizei zunächst, dass der Einsatz der Wohnung des Täters oder der Wohnung von dessen Vater gegolten habe. Das hatte das Onlineportal Bild.de gemeldet.

+++ Bundesweite Trauerbeflaggung nach Anschlag in München +++

Nach dem Anschlag in München hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) Trauerbeflaggung in ganz Deutschland angeordnet. Dies geschehe als „Zeichen der Anteilnahme nach der abscheulichen Gewalttat“, teilte sein Ministerium am Samstagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.


+++ Seehofer „tief erschüttert“ +++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich „tief erschüttert“ über den tödlichen Angriff in München gezeigt. „Die brutale und menschenverachtende Bluttat erfüllt uns alle mit Trauer und Entsetzen“, erklärte Seehofer am Samstag in München. „Das ist ein schwerer Schicksalsschlag für die Landeshauptstadt und für ganz Bayern.“

Das bayerische Kabinett will am Samstag über Konsequenzen aus dem Anschlag beraten. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will aus dem Anschlag von München Konsequenzen für die Sicherheitsvorkehrungen ziehen. „Wir müssen alles dafür tun, um unsere Sicherheit zu verteidigen. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit“, erklärte der CSU-Chef am Samstag. Das bayerische Kabinett werde in seiner Sondersitzung um 11.00 Uhr (MESZ) darüber beraten, welche Folgerungen aus dem Anschlag zu ziehen seien.

+++De Maizière trifft sich mit Chefs von Verfassungsschutz, BND und BKA+++

Nach dem Anschlag von München wird sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstagvormittag (gegen 11.00 Uhr) in Berlin mit den Spitzen der Sicherheitsbehörden Verfassungsschutz, BND und BKA zu einer Lagebesprechung treffen. An dem Gespräch im Innenministerium wird nach Angaben eines Ministeriumssprechers auch Staatssekretärin Emily Haber teilnehmen. Anschließend (12.00 Uhr) nimmt de Maizière an einem Treffen des Bundessicherheitskabinetts im Kanzleramt teil. De Maizière kommt wegen des Anschlags aus New York zurück und hatte sich den Angaben zufolge am Vortag noch auf dem Flughafen in New York beim bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) telefonisch über die Lage in München informiert.


+++Hollande nennt München „terroristischen Anschlag“+++

Anders als die deutschen Ermittlungsbehörden bewertet der französische Präsident Francois Hollande den Schusswaffen-Anschlag von München eindeutig als Terrortat. „Der terroristische Anschlag der München getroffen und viele Menschen getötet hat, ist ein abscheulicher Akt mit dem Ziel, nach anderen Ländern auch in Deutschland Angst zu schüren“, erklärte Hollande am Samstag. Deutschland könne auf die Unterstützung Frankreichs zählen, versicherte Hollande, der ankündigte, noch im Tagesverlauf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sprechen.


+++ Alle Großveranstaltungen in München abgesagt +++

Alle Veranstaltungen in München (u.a. Oben Ohne Open Air und Sommernachtstraum) für den Samstag sind abgesagt worden. Die Polizei hat ein Info-Telefon eingerichtet: 089/29101910 und eine Vermissten-Nummer unter 0800 775 6350.

+++ Münchens Polizeisprecher mit eigener Facebook-Seite +++

Souverän, sachlich und locker, ohne das geringste Zeichen von Anspannung stand Münchens Polizeisprecher Gloria Martins am Freitagabend TV-Sendern und Radiostationen Rede und Antwort. Dafür erntete der 43-Jährige viel Lob. Nun gibt es eine eigene Facebook-Fanseite für ihn.

+++ Jugendliche unter den Toten +++

Unter den Todesopfern sind auch Jugendliche. Auch seien Kinder verletzt worden, teilte der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä am frühen Samstagmorgen in einer Pressekonferenz mit. Es gebe „drei Schwerverletzte, bei denen Lebensgefahr anzunehmen ist“, sagte Andrä. Zudem gebe es 13 Leichtverletzte.

+++ Polizei sieht weder Terroranschlag noch Amoklauf +++

Auf die Frage, ob die Polizei nunmehr von einem Terrorakt oder einem Amoklauf ausgehe, sagte Andrä: „Wir gehen momentan von einer Schießerei aus.“ Die Frage Terror oder Amoklauf sei ja mit dem Motiv verknüpft, und dazu könne man noch nichts sagen.

+++ Keine Parallelen zu Würzburg-Zugangriff +++

Die Polizei sieht bislang keine Parallelen des Münchner Falls mit dem Zug-Angriff von Würzburg, bei dem ein 17-Jähriger zahlreiche Menschen mit einer Axt teils schwer verletzt hatte. Die Motive der Tat seien bislang völlig unklar, sagt Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä in einer Pressekonferenz.

+++ 18-jähriger Täter +++

Der Schusswaffen-Anschlag in einem Münchner Einkaufszentrum wurde nach Angaben der Münchner Polizei von einem 18-jährigen Deutsch-Iraner verübt. Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte in einer Pressekonferenz in der Nacht, der 18-Jährige habe sich nach bisherigen Ermittlungen nach der Tat selbst getötet. Er sei zuvor auch von Zivil-Polizisten angeschossen worden. Der Täter habe eine Pistole gehabt. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass eine Langwaffe im Einsatz gewesen sei.

Das Motiv und der Hintergrund für die Tat, bei der neun Menschen erschossen wurden, sei noch völlig unklar. Man gehe von einem Einzeltäter aus, sagte Andrä. Dass zunächst von drei möglichen Tätern ausgegangen worden sei, erklärte Andrä mit einem Auto, dass am Tatort mit hoher Geschwindigkeit davongebraust sei. Dies habe aber nichts mit den schrecklichen Geschehnissen zu tun gehabt, hätten Ermittlungen ergeben.

Andrä rief die Bevölkerung noch einmal auf, der Polizei mögliche Handy-Videos vom Tatort zur Verfügung zu stellen. Dies helfe bei der Klärung des Tatablaufs, sagte er.

+++ Polizei überträgt Pressekonferenz live +++

Interessierte können die Pressekonferenz der Polizei hinter diesem Link live mitverfolgen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×