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26.09.2011

15:42 Uhr

Lob vom Altkanzler

Ritterschlag für Peer Steinbrück

Stänkern gegen Steinbrück gehört zum Tagesgeschäft der SPD-Linken. Sie wollen den Ex-Minister als Kanzlerkandidat verhindern. Das wird ihn kaum beeindrucken, zumal er einen prominenten SPD-Mann auf seiner Seite hat.

Peer Steinbrück. dpa

Peer Steinbrück.

Berlin/DüsseldorfFür Peer Steinbrück (SPD) dürfte es der Ritterschlag schlechthin sein. Altbundeskanzler Helmut Schmidt unterstützt eine Kanzlerkandidatur des ehemaligen Finanzministers und begründet dies damit, dass Steinbrück in besonderem Maße die Fähigkeit habe, Vertrauen und Stimmen der Menschen zu binden. Dass Schmidt Steinbrück über alle Maßen lobt, kommt nicht von ungefähr. Er tut dies in einem Buch, das ein Gespräch zwischen ihm und Steinbrück dokumentiert. Ende Oktober stellen Schmidt und Steinbrück “Zug um Zug” im Hamburger Thalia Theater vor.

Die „Bild“-Zeitung zitiert Schmidt vorab aus dem Werk und gießt auf diese Weise neues Öl in die am Wochenende erneut aufgeflammte Debatte um den richtigen Kanzlerkandidaten der SPD. Der Altkanzler preist Steinbrück als Top-Krisenmanager, der als Bundesfinanzminister während der Bankenkrise 2008/2009 bewiesen habe, dass er regieren und verwalten könne. „Deutschland ist relativ gut da durchgekommen. Und das ist zu einem großen Teil Ihr Verdienst“, so Schmidt. Und auch Steinbrücks allgemeine Beliebtheit bringt der Altkanzler auf den Punkt: „Ihre (Steinbrücks; d. Red.) Reichweite übertrifft die Reichweite der Sozialdemokratischen Partei.“

Die Einschätzung Schmidts schlägt sich auch in Umfragen nieder – vor allem mit Blick auf die möglichen SPD-Kanzlerkandidaten. Wenn die Deutschen die Wahl hätten zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, würden sich 40 Prozent für die CDU-Chefin und 39 Prozent für den SPD-Politiker entscheiden, ergab unlängst eine Forsa-Umfrage. Bei der Alternative Merkel gegen SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wollen 37 Prozent Merkel wählen und 35 Prozent Steinmeier. Nicht punkten kann hingegen SPD-Chef Sigmar Gabriel: Bei einem Duell gegen Merkel käme er nur auf 20 Prozent, 52 Prozent würden Merkel vorziehen.

Eine Entscheidung darüber, wer gegen Merkel antreten soll, will die SPD frühestens Ende 2012 fällen. Als ausgemacht gilt jedoch, dass einer der drei Männer im Führungstrio die Aufgabe übernehmen wird. Peer Steinbrück wird derzeit besonders groß gehandelt. Ebenso groß ist der Widerstand gegen ihn. Die SPD-Linken wollen eine mögliche Kanzlerkandidatur des Ex-Finanzministers verhindern.

Kommentare (13)

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oeflingen

26.09.2011, 09:47 Uhr

Die Linken in der SPD sollten aus historischer Erfahrung eigentlich wissen, dass die Partei ohne die Wähler in der Mitte nicht gewinnen kann. Kein anderer Kandidat als Steinbrück kann die Wählermitte für die SPD gewinnen.

Radiputz

26.09.2011, 10:03 Uhr

Der "Berg" hat gekreist und ein Mäuslein geboren, das sich als politischer Elefant geriert. Das "Bild", das Steinbrück abgibt ist geschönt und entspricht nicht seiner Persönlichkeit und den bisher erbrachten Leistungen dieses gescheiterten Provinzpolitikers, der nur zufällig für kurze Zeit Finanzminister war. Man hat es nicht mit einem aufragenden "Berg" zu tun, vielmehr mit einer westfälischen Flachlandschaft, die gerne das "Bild" einer gewissen Breite und Größe abgäbe aber tatsächlich nur ein mediales Phänomen ist.

Account gelöscht!

26.09.2011, 10:10 Uhr

Schmidt bleibt als Urvater der Pleite ein Schwätzer und Besserwisser wie Merkel. Aus diesem Grund ist mir Dagobert Duck lieber als Merkel und SPD zusammen.

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