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04.10.2012

07:09 Uhr

Lobby-Control

FDP verschwieg Verbindung zu Glücksspielkönig

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie FDP wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, vom Spielhallenkönig Gauselmann verdeckt Geld zugeschoben bekommen zu haben. Doch jetzt stellt sich heraus, dass Generalsekretär Döring mehr wusste, als er zuerst zugab.

Geldspielautomaten der Gauselmann AG (23.02.2004). dpa

Geldspielautomaten der Gauselmann AG (23.02.2004).

BerlinDie FDP hat offenbar Verbindungen zur Glücksspielfirma Gauselmann verschwiegen. Das geht nach Informationen von Handelsblatt Online aus Recherchen der Nichtregierungsorganisation Lobby-Control hervor. Hintergrund ist ein Deal, bei dem ein enger Berater des deutschen Glückspielkönigs Paul Gauselmann ("Merkur Spielotheken") insgesamt 2,5 Millionen Euro in FDP-Tochterunternehmen investiert haben soll. Zumindest ein Teil des Geldes soll dabei letztlich an die Partei geflossen sein. Über den Vorgang hatte zuerst das ARD-Magazin „Monitor“ berichtet.

Bei einem der FDP-Unternehmen handelt es  sich um die Firma Altmann-Druck GmbH. Auf einer Pressekonferenz am 10. September bestritt der Generalsekretär der Liberalen, Patrick Döring, eine Verbindung zu Gauselmann und behauptete mit Verweis auf das Handelsregister, es gebe bei dem Einstieg des Gauselmann-Beraters Schlottmann bei altmann-druck „nichts Verdecktes“.

Tatsächlich hat die Gauselmann Gruppe am 24. September eingeräumt, dass Schlottmann als Treuhänder des Konzerns agiere. Die FDP gab daraufhin gegenüber Lobby-Control  zu, dass Döring von der Verbindung wusste. „Patrick Döring konnte und wollte das Treuhandverhältnis nicht ohne Zustimmung der beiden öffentlich machen. Selbstverständlich hatte er Kenntnis von dem Vorgang“, sagte FDP-Sprecher Wulff Oehme der Organisation.

Pikant an dem Vorgang ist, dass die FDP-Druckerei nach dem Einstieg des Beraters ihre Firmengelände und -gebäude, die bis dahin im Besitz der Bundespartei gewesen waren, zu überhöhten Preisen abgekauft haben sollen. Experten werteten das laut dem ARD-Bericht als verdeckte Parteispende.

Kommentare (33)

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Kapturak

04.10.2012, 07:39 Uhr


Naja, das ist ja nu auch egal, ob man mit oder ohne Gauselmann unter die 5 % Hürde rutscht.

Account gelöscht!

04.10.2012, 07:48 Uhr

Was ist daran spektakulär? Alle Parteien sind gekauft und arbeiten im Interesse der Wirtschaft. Und ebenso finanzieren sie sich, ob das nun ihre Partei oder die eigene Tasche betrifft.

Der Lobbyismus ist Korruption pur, und keine der vier Parteien CDU/CSU/FDP und SPD stören sich daran.

Und wenn die Linken oder die Piraten dies anprangern werden sie von den privaten - ebenfalls wirtschaftslastigen - Medien in den Boden gestampft. Und das dumme Volk findet dies dann noch gut.

Das wichtigste in Deutschland ist eine Partei - die möglicherweise auch nur als kleine Opposition für Transparenz sorgt. Und dies haben die Piraten im Programm stehen.

p_d

04.10.2012, 08:32 Uhr

Diese Klientelpolitik in die eigene Tasche und die damit einhergehende Verlogenheit ist einfach nur noch erbärmlich.

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