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24.09.2012

18:42 Uhr

Lobbying

Chemiebranche attackiert Energiewende

VonKlaus Stratmann

ExklusivIn seltener Einigkeit machen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Chemiebranche Front gegen die Energiewende. Ein gemeinsamer Brief soll die Bundeskanzlerin unter Druck setzen.

Chemiepark Leverkusen: Die Branche macht gegen die Kanzlerin mobil. dpa

Chemiepark Leverkusen: Die Branche macht gegen die Kanzlerin mobil.

BerlinArbeitgeber und Arbeitnehmer der Chemiebranche warnen in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel vor unkalkulierbaren Folgen der Energiewende für den Industriestandort Deutschland. „Verliert die Chemie in Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit, steht nicht nur der Produktions- und Forschungsstandort auf dem Spiel, sondern das Industrienetzwerk insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen“, heißt es in dem Brief, den VCI-Chef Klaus Engel, der Chef der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, und Eggert Voscherau, Chef des Chemie-Arbeitgeberverbandes BAVC, gemeinsam unterzeichnet haben. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor.

Engel, Vassiliadis und Voscherau treibt die Sorge wegen kräftig steigender Strompreise um. Für die Chemiebranche, die für den absolut höchsten Energiebedarf aller Branchen in Deutschland steht, geht es um viel. Jede Preiserhöhung beim Strom um einen Cent je Kilowattstunde erhöht die Produktionskosten für die Chemieunternehmen Branchenangaben zufolge um 500 Millionen Euro pro Jahr

VCI, IG BCE und BAVC pochen auf Beibehaltung aller Privilegien für die Industrie. „Eine der wichtigsten Standortbedingungen für die energieintensive Chemieproduktion ist die Gewährung von Entlastungsregelungen, beispielsweise bei EEG, Ökosteuer und Emissionshandel“, heißt es in dem Brief der Spitzenfunktionäre an Merkel.

Doch nicht allein steigende Preise verleiden der Industrie die Energiewende. Sie sorgen sich zudem um die Zuverlässigkeit der Versorgung. Die erneuerbaren Energien seien für die Grundlastversorgung „gegenwärtig nicht geeignet, da Wind und Sonne immer nur zeitweise Strom produzieren“, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier von VCI, IG BCE und BAVC, das den Brief an die Kanzlerin inhaltlich ergänzt. Von den bereits heute in Deutschland installierten erheblichen Kapazitäten an erneuerbaren Energien seien weniger als zehn Prozent permanent verfügbar und damit als Versorgung für die energieintensive Industrie geeignet.

Kommentare (20)

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FFranz

24.09.2012, 19:23 Uhr

Das wurde aber auch wirklich Zeit.

Klimaterror

24.09.2012, 19:48 Uhr

Der Widerstand gegen diese unseelige Energiewende muss noch zunehmen. Nur idologisch verblendete Menschen fern jeder Realität können die noch verteidigen.
Die Klimalüge ist allgemein bekannt geworden, die Kernkraft wird weltweit ausgebaut, Öl und Gas sind nahezu unerschöpflich vorhanden. Es gibt keine vernünftigen Gründe, warum wir den doppelten bis dreifachen Strompreis wie unsere Nachbarn zahlen sollen.

anonymus

24.09.2012, 19:53 Uhr

das fällt euch ja zeitig ein... pech gehabt ich bin pro klimawandel und es is mir auch wurst wenn die ihre jobs velieren. wer solange wartet bis es knallt ist selber schuld - hier in deutschland hätte schon viel früher was passieren sollen. in 5 Jahren ist der Nordpol frei wenn das so weiter geht - und in weiteren 30 Jahren - Eiszeit 2.0 yeah

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