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08.01.2017

17:23 Uhr

Löhne im Vergleich

Wolfsburger haben das höchste Einkommen

Wer in Wolfsburg wohnt, verdient im Mittel 4610 Euro brutto pro Monat. Davon können Menschen im Erzgebirgskreis nur träumen. Ihr Einkommen liegt bei weniger als der Hälfte. Die Linke beklagt ungleiche Lebensverhältnisse.

Am Hauptsitz des Autokonzerns VW sind die Löhne deutschlandweit am höchsten. dpa

Ortsschild Wolfsburg

Am Hauptsitz des Autokonzerns VW sind die Löhne deutschlandweit am höchsten.

BerlinWolfsburg ist die Stadt mit den im Mittel höchsten Löhnen in Deutschland - im Erzgebirgskreis verdienen die Menschen am wenigsten. Das geht aus der Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Demnach liegt das mittlere monatliche Bruttoeinkommen in Wolfsburg bei 4610 Euro, gefolgt von Ingolstadt mit 4545 Euro, Ludwigshafen mit 4491 Euro und Erlangen mit 4486 Euro. Im Erzgebirgskreis liegt das monatliche Bruttoentgelt im Mittel bei 2036 Euro. Den vorletzten Platz belegt der Kreis Vorpommern-Rügen mit 2057 Euro, gefolgt vom Kreis Elbe-Elster 2060 und Görlitz mit 2068 Euro.

Wolfsburg ist der Hauptsitz des Autokonzerns VW, Ingolstadt von Audi, in Ludwigshafen hat der Chemieriese BASF seinen Sitz. Der sächsische Erzgebirgskreis ist geprägt durch über Jahrhunderte betriebenen Bergbau.

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann hatte nach den vier Kreisen und kreisfreien Städten mit den niedrigsten und den höchsten mittleren Bruttoarbeitsentgelten pro Monat gefragt. In ganz Deutschland liegt dies im Schnitt bei 3084 Euro. Berechnet wurde nicht das Durchschnitts-, sondern das sogenannte Medianeinkommen, das aufzeigt, was die eine Hälfte der Bevölkerung höchstens und die andere mindestens verdient.

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Eine Erklärung für die enormen Unterschiede ist die ungleiche Verteilung der Geringverdiener. In den vier Städten mit den höchsten Einkommen sind nur zwischen 8 und 12 Prozent Bezieher niedriger Einkommen mit weniger als zwei Dritteln des mittleren Lohns. In den vier Kreisen und Städten am unteren Ende der Skala ist rund jeder zweite ein Geringverdiener. Bundesweit sind es 20 Prozent.

Zimmermann sagte: „Angesichts der deutlichen regionalen Lohnunterschiede kann nicht von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland gesprochen werden.“ Ein Scheinargument sei es, wenn die geringeren Lebenshaltungskosten in Niedriglohnregionen angeführt würden. „Im Erzgebirgskreis kostet ein Auto oder der Einkauf im Supermarkt eben nicht die Hälfte weniger als wie in Hochlohnregionen.“

Der Bundesregierung warf die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion vor, das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse aus den Augen verloren zu haben. „Es ist ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist.“ Ein wesentlicher Schlüssel für eine weitere Angleichung der Löhne sei die Stärkung von Tarifverträgen und Tarifbindung, die im Osten deutlich schwächer als im Westen sei. „Die Bundesregierung ist in der Pflicht, dass nicht ganze Landstriche und ihre Menschen abgehängt werden.“

Von

dpa

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