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01.03.2017

09:45 Uhr

Löhne

Tarifverdienste steigen 2016 langsamer

Die Löhne der Arbeiter mit Tarifvertrag sind langsamer als in den Vorjahren gestiegen. Dennoch wuchs die Kaufkraft durch eine geringe Steigerung der Inflationsrate. Es gab aber auch überdurchschnittliche Lohnerhöhungen.

Die Inflationsrate wird oft als Orientierung in Tarifverhandlungen benutzt. Sie könnte also ein Grund für die geringeren Verdienste sein. dpa

Inflationsrate

Die Inflationsrate wird oft als Orientierung in Tarifverhandlungen benutzt. Sie könnte also ein Grund für die geringeren Verdienste sein.

BerlinDie Löhne der etwa 17 Millionen Beschäftigten in Deutschland mit einem Tarifvertrag sind 2016 langsamer gestiegen als in den vier Jahren zuvor. Die tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen legten um durchschnittlich 2,0 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2015 hatte es noch ein Plus von 2,1 Prozent gegeben, 2014 von 3,2 Prozent, 2013 von 2,4 Prozent und 2012 von 2,7 Prozent.

Dennoch reichte das zu Kaufkraftgewinnen, da die Inflationsrate im vergangenen Jahr lediglich bei 0,5 Prozent lag. „Zur Kompensation von Preissteigerungen wird die Inflationsrate in Tarifverhandlungen häufig als Orientierungsmaßstab verwendet“, erklärten die Statistiker. „Die niedrigen Inflationsraten der letzten Jahre könnten somit zur moderaten Entwicklung der Tarifverdienste beigetragen haben.“

Reale Tarif- und Effektivlöhne 2005-2016

2005

Im Jahr 2005 ermittelte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung eine Steigerung der realen (preisbereinigten) Tariflöhne von 0,1 Prozent, die effektiven Bruttoeinkommen sanken um 1,3 Prozent.

Quelle: WSI-Tarifarchiv, Destatis, IMK, Berechnungen des WSI

2006

Im Jahr 2006 sanken die Tariflöhne im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent, die Effektivlöhne sanken um 0,8 Prozent.

2007

Im Jahr 2007 sanken zum letzten Mal Tarif- und Effektivlöhne zugleich: Tariflöhne um 0,9 Prozent, Effektivlöhne um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

2008

Im Jahr 2008 konnte bei den Tariflöhnen ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden, die Effektivlöhne sanken um 0,2 Prozent.

2009

Ein Plus von 2,2 Prozent wurde 2009 bei den Tariflöhnen verzeichnet, während die Effektivlöhne um 0,4 Prozent sanken.

2010

Im Jahr 2010 stiegen die Effektivlöhne um 1,4 Prozent an, die Tariflöhne um 0,7 Prozent.

2011

Im Jahr 2011 sanken die Tariflöhne im Vergleich zum Vorjahr wieder um 0,3 Prozent, die Effektivlöhne hingegen stiegen um 1,2 Prozent an.

2012

Die Tariflöhne stiegen 2012 um 0,7 Prozent, die Effektivlöhne um 0,8 Prozent an.

2013

Im Jahr 2013 konnten die Effektivlöhne um 0,6 Prozent zulegen, die Tariflöhne um 1,2 Prozent.

2014

Die Tariflöhne stiegen 2014 um 2,2 Prozent an, die Effektivlöhne um 1,8 Prozent.

2015

Die bislang höchsten Lohnsteigerungen seit 2005 verzeichneten die Reallöhne im Jahr 2015: Effektivlöhne stiegen um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Tariflöhne um 2,4 Prozent.

2016

Im vergangenen Jahr stiegen die Tariflöhne um 1,9 Prozent an, die Effektivlöhne um 1,8 Prozent.

Überdurchschnittliche Erhöhungen gab es bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern, zu denen etwa Reisebüros, Zeitarbeit sowie Wach- und Sicherheitsdienstleistungen gehören. Hier gab es ein Plus von drei Prozent. In der Energieversorgung (+2,7) sowie im Handel (+2,5) fiel der Zuwachs ebenfalls überdurchschnittlich aus. Im Verarbeitenden Gewerbe kletterten die Tarifverdienste um 2,1 Prozent. Mit geringeren Zuschlägen mussten sich die Beschäftigten in den Bereichen Verkehr und Lagerei (+1,2) sowie Bergbau (+0,7) begnügen.

Von

rtr

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