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09.06.2015

11:23 Uhr

Löhne und Nebenkosten

Arbeitskosten in Deutschland steigen deutlich

Die Arbeitskosten in Deutschland waren im ersten Quartal sind so hoch wie seit rund zwei Jahren nicht mehr. Ökonomen sorgen sich wegen dieser Entwicklung um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Steigende Bruttolöhne und Lohnnebenkosten haben die Arbeitskosten im ersten Quartal stark steigen lassen. dpa

Gehaltsabrechnung

Steigende Bruttolöhne und Lohnnebenkosten haben die Arbeitskosten im ersten Quartal stark steigen lassen.

BerlinArbeit in Deutschland hat sich im ersten Quartal so stark verteuert wie seit rund zwei Jahren nicht mehr. Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten erhöhten sich von Januar bis März zusammen um 3,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Treiber sind vor allem die Lohnnebenkosten, zu denen etwa die Beiträge zur Kranken- und Sozialversicherung zählen. Diese kletterten um 4,3 Prozent, während die Bruttoverdienste weniger deutlich um 2,9 Prozent zulegten. Ökonomen sorgen sich wegen dieser Entwicklung um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Durchschnittliche Stundenlöhne in der EU

Europäische Union (EU 28)

Privatwirtschaft: 24,40 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 25,30 Euro

Euro-Währungsgemeinschaft (EU 18)

Privatwirtschaft: 29,90 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 31,70 Euro

Rang 26-28

Litauen: 6,60 Euro

Rumänien: 4,80 Euro

Bulgarien: 3,80 Euro

(Durchschnittliche Löhne in der Privatwirtschaft)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Rang 23

Polen

Privatwirtschaft: 8,20 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 7,40 Euro

Rang 17

Portugal

Privatwirtschaft: 12,60 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 10,60 Euro

Rang 16

Griechenland

Privatwirtschaft: 14,40 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 14,70 Euro

Rang 13

Spanien

Privatwirtschaft: 21,00 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 22,80 Euro

Rang 12

Vereinigtes Königreich

Privatwirtschaft: 22,20 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 22,10 Euro

Rang 8

Deutschland

Privatwirtschaft: 31,80 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 37,00 Euro

Rang 7

Finnland

Privatwirtschaft: 32,90 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 35,80 Euro

Rang 6

Niederlande

Privatwirtschaft: 33,50 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 35,90 Euro

Rang 5

Frankreich

Privatwirtschaft: 35,20 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 36,40 Euro

Rang 4

Luxemburg

Privatwirtschaft: 35,70 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 31,40 Euro

Rang 3

Schweden

Privatwirtschaft: 40,20 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 41,40 Euro

Rang 1

Dänemark

Privatwirtschaft: 42,00 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 41,60 Euro

Rang 2

Belgien

Privatwirtschaft: 41,10 Euro

Verarbeitendes Gewerbe: 43,20 Euro

„Der Kostenanstieg ist angesichts der kaum vorhandenen Inflation recht hoch“, sagte der Experte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Christoph Schröder. „Damit zeichnet sich ab, dass die Lohnstückkosten 2015 bereits das vierte Jahr in Folge steigen werden.“ Bereits im vergangenen Jahr hätten sie um 13 Prozent über dem Niveau von 2007 gelegen – dem Jahr vor Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise.

„Die Tarifpartner müssen aufpassen, die Wettbewerbsfähigkeit nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte Schröder. Seit einigen Jahren würden die Arbeitskosten in Deutschland schneller klettern als im EU-Durchschnitt.

2014 waren sie um 1,7 Prozent gestiegen, im Schnitt der Euro-Länder um 1,2 Prozent. Die höchsten Wachstumsraten in der EU gab es in Estland (+ 6,9 Prozent), Lettland und Rumänien (jeweils + 5,8 Prozent) sowie in der Slowakei (+ 5,0 Prozent).

In Griechenland, dem nach einer langen konjunkturellen Talfahrt die Staatspleite droht, sanken die Arbeitskosten um 0,3 Prozent zum Vorjahr. Auch in Zypern (- 3,1 Prozent) und Portugal (- 1,9 Prozent) gingen die Arbeitskosten zurück.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Fred Meisenkaiser

09.06.2015, 16:38 Uhr

Die Einkommen der Besitzer der Unternehmen sind in dem Zeitraum um wieviel % gestiegen? Das muß als Meßlatte für die Einkommen derer gelten, die alles erwirtschaften!

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