Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2007

17:29 Uhr

Lohnerhöhungen

Kannegiesser mahnt zur Bescheidenheit

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie wollen die Lohnerhöhungen in diesem Jahr wieder unter die Marke von drei Prozent drücken. „Wir werden 2007 nicht mehr dieselben Spielräume haben wie 2006“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Daran muss sich die Lohnpolitik orientieren.“ Zugleich erteilte er einer Debatte über einen konjunkturbedingten Nachschlag zur Lohnrunde 2006 eine Absage.

HB BERLIN. Mit dem Tarifabschluss von April 2006 hatten die knapp 3,5 Millionen Metall-Beschäftigten Lohnerhöhungen von drei Prozent sowie eine variable Einmalzahlung von im Regelfall 310 Euro erhalten. Im Rückblick gehe dies zwar „in Ordnung“, sagte Kannegiesser. Es sei aber auch erst nachträglich durch die unerwartet kräftige Konjunktur gerechtfertigt worden. Für die Lohnrunde 2007 beschließt der IG-Metall-Vorstand seine Marschroute am 6. Februar. Aus einzelnen Bezirken waren bereits Forderungen von bis zu sieben Prozent laut geworden.

Kannegiesser zeigte sich besorgt über die auch von der Politik angeheizte Lohndebatte. „Politik und Gewerkschaften müssen aufpassen, dass sie nicht überziehen“, warnte er. „Sonst geraten wir in diesem Jahr noch in die Lage, dass Unternehmen reihenweise ihre Investitionspläne überprüfen und zurückfahren.“ Nach einem Produktionszuwachs von sechs Prozent im abgelaufenen Jahr rechnet die Metall- und Elektroindustrie für 2007 derzeit mit einem Plus von drei bis 3,5 Prozent.

Gefährdet sieht Kannegiesser die Entwicklung der Metall- und Elektroindustrie auch durch einen verschärften Mangel an Fachkräften. Insbesondere bei Ingenieuren und Technikern drohten schon kurzfristig Probleme. Dies könne „den Unternehmen einen ganz neuen Schub geben, sich in Richtung Ausland zu orientieren“, warnte er. Als Antwort auf diese Gefahr müssten in Deutschland zum einen ältere Fachkräfte länger im Arbeitsleben gehalten werden. Auch die Wochenarbeitszeit dürfe kein Tabu sein. Man müsse gerade bei qualifizierten Kräften über flexiblere Spielräume bei der Arbeitszeit reden, forderte der Gesamtmetall-Präsident.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×