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27.12.2013

09:13 Uhr

Lohngerechtigkeit

Verdi-Chef Bsirske fordert 10 Euro Mindestlohn

In der Großen Koalition hat man sich gerade auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde geeinigt, streitet aber noch über die genaue Durchsetzung. Da fordert Verdi-Chef Frank Bsirske schon eine Anhebung.

Verdi-Chef Frank Bsirske ist ein Mindestlohn von 8,50 Euro nicht genug. dpa

Verdi-Chef Frank Bsirske ist ein Mindestlohn von 8,50 Euro nicht genug.

BerlinWährend in der schwarz-roten Koalition über Ausnahmen vom geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gestritten wird, plädiert Verdi-Chef Frank Bsirske bereits für eine Anhebung. „Wir kämpfen dafür, dass er rasch bei zehn Euro ankommt“, sagte der Gewerkschaftschef der „Bild“-Zeitung. Weil die Preise weiter stiegen, müsse der Mindestlohn früher als bislang geplant angehoben werden.

Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Hubertus Heil reagierte gelassen auf Stimmen aus der Union, die Ausnahmen vom Mindestlohn fordern. „Es wird einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn geben - wie vereinbart“, sagte er dem Deutschlandfunk. Der Koalitionsvertrag werde umgesetzt. Allerdings hält offenbar auch Heil Abweichungen vom Mindestlohn bei der Vergütung von Praktikanten für vertretbar. „Praktikantenvergütungen sind eine ganz andere Sache“, sagte er. Hier gehe es nicht „um den Kern des Mindestlohnes“.

Mehrere Unionspolitiker hatten Ausnahmen beim geplanten gesetzlichen Mindestlohn verlangt. „Die SPD sollte offen sein für handfeste und überzeugende Argumente“, sagte die CDU-Vize-Vorsitzende Julia Klöckner der Zeitung „Die Welt“. Die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags müssten pragmatisch umgesetzt werden. „Bei allem Verständnis für die Bedeutung von Trophäen, die man sich in die Vitrine stellen will, bedeutet es keinen Verlust von Glaubwürdigkeit, wenn man im Interesse der Menschen lebensnahe Lösungen findet“, sagte Klöckner.

Nach dem Koalitionsvertrag soll der von der SPD durchgesetzte gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zum 1. Januar 2015 eingeführt werden - mit Übergangsregelungen in einzelnen Tarifbereichen. Klöckner forderte Ausnahmen für Saisonarbeiter, Rentner und Studenten. Auch der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs verlangte Sonderregelungen: „Es muss Differenzierungen geben, sonst gehen Arbeitsplätze verloren.“ CSU-Chef Horst Seehofer spricht sich bereits seit längerem dafür aus, den geplanten Mindestlohn nicht auf alle Arbeitnehmer anzuwenden.

Auch der Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sträubt sich gegen eine allgemeine Lohnuntergrenze. Die Beschlüsse würden den Arbeitsmarkt belasten, bekräftigte DIHK-Präsident Eric Schweitzer in der „Saarbrücker Zeitung“. „Da hoffen wir auf Nachbesserungen.“

Von

rtr

Kommentare (2)

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DINO

27.12.2013, 09:50 Uhr

Liebe Gewerkschaften,

ich würde mir k e i n e Gedanken machen über den Mindestlohn, viel zu kurz gesprungen.

Der Mindestlohn ist nur ein Hinweis, das unser deregulierter, missbrauchtes Arbeitsrecht nicht im Lot ist !

Kämpft für die entzogenen LEITPLANKEN im Arbeitsrecht und dann wird ein Mindestlohn überflüssig, wie vor ROT/Grün !

IHR lässt es mit zu, das die Arbeitnehmer ins 19.Jahrhundert abrutschen, wegen ein paar kranke Gehirne!

Vermisse ein gewaltloses, aber hartes Aufbäumen, zu still !

Account gelöscht!

27.12.2013, 10:15 Uhr

Na endlich hört man mal was, dachte schon die Gewerkschaften wären in den 70ern hängen geblieben.

Nur gut ausgebildete, bezahlte und engagierte Arbeitnehmer fundieren auch eine gute Wirtschaft (und das ist NICHT nur die Industrie) und eine gerechte Verteilung des Bip.
Lohnsklaverei, Altersarmut und verkappter Menschenhandel (Leiharbeit), gehören nicht dazu.

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