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13.01.2013

17:38 Uhr

Lohnungleichheit

Unionsfraktion will Unisex-Löhne durchsetzen

Die Unionsfraktion im Bundestag lässt prüfen, wie die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern in Unternehmen überwunden werden kann. Auch ein Gesetz dazu wird vorbereitet. Die SPD wittert „Schaufensterpolitik“.

Eine Mitarbeiterin eines Porzellanherstellers nimmt Tassen vom Band. dpa

Eine Mitarbeiterin eines Porzellanherstellers nimmt Tassen vom Band.

BerlinDie oftmals sehr unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in gleichen Jobs ruft nun auch die Unionsfraktion mit einer politischen Initiative auf den Plan. Die Fraktionsspitze erteilte einen Prüfauftrag, um festzustellen, ob es eine praktikable Handhabe geben könnte, in solchen Fällen für eine Lohnangleichung zu sorgen. Das sagte eine Fraktionssprecherin am Sonntag der dapd und bestätigte damit im Grundsatz einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Die Opposition monierte, die Union habe bislang jede Reform blockiert.

Laut "Spiegel" will die CDU/CSU-Fraktion Firmen gesetzlich dazu verpflichten, Männern und Frauen für gleiche Arbeit das gleiche Gehalt zu zahlen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) habe Fachpolitiker damit beauftragt, einen Gesetzestext zu formulieren. Offen sei, ob sich die Union für ein eigenes Entgeltgleichheitsgesetz einsetze. Denkbar sei alternativ eine Verschärfung der Rechenschafts- und Dokumentationspflichten von Unternehmen, schreibt das Magazin.

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Zudem könne im Betriebsverfassungsgesetz verankert werden, dass Betriebsräte künftig darüber wachten, ob Unternehmen Männer und Frauen im Betrieb gleich bezahlten. Kauder sei jedoch skeptisch, ob dies ausreiche, um eine Angleichung der Gehälter zu erreichen, heißt es in dem Magazinbericht. Familienministerin Kristina Schröder und die für Arbeit und Soziales zuständige Vizefraktionsvorsitzende Ingrid Fischbach (beide CDU) prüften derzeit verschiedene Vorschläge.

Die Fraktionssprecherin betonte, der Prüfauftrag stecke noch "in den Kinderschuhen". Es gehe im Kern um die Frage, ob eine solche Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern "unbürokratisch und verhältnismäßig" umgesetzt werden könnte. Die Fraktion habe jedenfalls "das Problem erkannt", Details der laufenden Prüfung lägen aber noch nicht vor. Den Eindruck eines sich anbahnenden "Großkonflikts" mit der Wirtschaft, wie im "Spiegel" dargestellt, wies die Sprecherin entschieden zurück.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

14.01.2013, 00:46 Uhr

"ihre Entgeltpraxis systematisch zu überprüfen und geschlechtergerecht zu gestalten, kontrolliert von einer unabhängigen Stelle".

Dabei wird, wenn es denn überhaupt umgesetzt wird, das Gleiche, wie bei den Unisex-Tarifen im Versicherungsbereich. Die Löhne für die Männer werden nach unten angeglichen.

Und noch immer kein Wort zu Equal-Pay bei Zeitarbeitern.

Livia

14.01.2013, 09:15 Uhr

Leichtlohngruppen wurden einmal eingeführt weil die (angelernte) Arbeit (körperlich) leichter war als andere Tätigkeiten, auch wenn die Anfordrungen an Qualifikation und Interligenz die Gleichen waren. Ich kann mich auch erinnern, daß damals da neben (jungen)Frauen auch Männer mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeiteten. Es war aber auch bekannt, daß ältere Frauen sehr wohl auch körperlich hart arbeiteten und dann wie Männer bezahlt wurden; Frauen wurden damals vorzugsweise erst nach dem 40. Lebensjahr, Beendigung der Familienplanung und wenn die Kinder größer waren eingestellt.
Ich befürchte aber, daß solche Unisex-Tarife nicht zu so einer, dem natürlichen Lebenszyklus unterstützenden Praxis zurückführen. Dem steht der heutige Jugendwahn, die ans Lebensalter geknüpften Kündigungsbestimmungen und wahrscheinlich auch der Umstand, daß die heutige Älterengeneration erheblich verweichlichter ist als die, die 2 Weltkriege überlebt hat.
Also wird genau das eintreten, was DagmarK schon angesprochen hat: Man schiebt etwas "Gutes", nämlich Gleichbehandlung vor, um Lohnkürzungen bei den Männern durchsetzen zu können!
Merke: Wenn man meint von Natur aus gegebene Ungleichheiten ausgleichen zu müssen, wird die Ungerechtigkeit nur um so größer!

Account gelöscht!

14.01.2013, 13:51 Uhr

@livia

"Merke: Wenn man meint von Natur aus gegebene Ungleichheiten ausgleichen zu müssen, wird die Ungerechtigkeit nur um so größer!"

Hervorragende Feststellung. Schicken Sie das bitte mal an die Irren nach Berlin und Brüssel, insbesondere die Grünen. Die haben das nämlich nicht begriffen !

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