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08.07.2015

18:56 Uhr

Lucke-Erklärung im Wortlaut

„Der Austritt fällt mir unendlich schwer“

Der AfD-Mitbegründer und Ex-Vorsitzende Bernd Lucke tritt aus der Partei aus. Hier ist seine Erklärung im Wortlaut, in der er die Gründe erläutert.

Distanzierung von Ausländerfeindlichkeit

„Ich habe zu spät erkannt, dass wir zur Wut- und Protestpartei wurden“

Distanzierung von Ausländerfeindlichkeit: „Ich habe zu spät erkannt, dass wir zur Wut- und Protestpartei wurden“

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„Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich am Freitag, dem 10.7.2015, aus der AfD austreten werde. Am selben Tag werden auch Ulrike Trebesius und sehr viele Funktionsträger und einfache Mitglieder die Partei verlassen. Wir werden diesen Schritt tun in der festen Absicht, auch weiterhin für die politischen Ziele einzustehen wegen derer wir gewählt wurden.

In der AfD sehe ich dafür leider keine Möglichkeit mehr, ohne gleichzeitig als bürgerliches Aushängeschild für politische Vorstellungen missbraucht zu werden, die ich aus tiefer Überzeugung ablehne. Dazu zählen insbesondere islamfeindliche und ausländerfeindliche Ansichten, die sich in der Partei teils offen, teils latent, immer stärker ausbreiten und die ursprüngliche liberale und weltoffene Ausrichtung der AfD in ihr Gegenteil verkehren.

AfD-Parteitag

Buh-Rufe für Lucke, tosender Applaus für Petry

AfD-Parteitag: Buh-Rufe für Lucke, tosender Applaus für Petry

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Dazu zählt ferner eine antiwestliche, dezidiert prorussische außen- und sicherheitspolitische Orientierung, die sich in schmähender und jedes vernünftige Maß übersteigender Kritik an den USA äußert, während gleichzeitig die russische Politik vehement verteidigt wird. Die damit einhergehende Auffassung, dass Deutschland aus der Nato oder aus der EU austreten solle, halte ich für falsch und verantwortungslos. Sie widerspricht im übrigen den bisherigen programmatischen Beschlüssen der AfD, gewinnt aber zusehends an Boden.

Völlig inakzeptabel sind für mich auch die immer lauter werdenden Rufe von Parteimitgliedern, die bezüglich unserer Wirtschafts- und Finanzordnung oder bezüglich unserer parlamentarischen Demokratie die „Systemfrage“ stellen wollen oder die Souveränität Deutschlands abstreiten, indem auf ein angeblich fortbestehendes Besatzungssystem oder Machenschaften amerikanischer Verschwörerkreise verwiesen wird.

Mein Austritt aus der AfD fällt mir nicht nur wegen meines eigenen Einsatzes für den Aufbau einer neuen, sachlich und konstruktiv wirkenden politischen Kraft unendlich schwer, sondern auch, weil es in der AfD immer noch viele treue und liebenswerte Mitglieder gibt, an deren politischen Auffassungen nichts zu kritisieren ist und die sich unermüdlich für die ursprünglichen Ziele der AfD aufgerieben haben. Ich kann diese Mitglieder nur um Verzeihung bitten! Ich habe sicherlich Fehler gemacht und zu den größten gehört zweifellos, dass ich zu spät erkannt habe, in welchem Umfang Mitglieder in die Partei drängten, die die AfD zu einer Protest- und Wutbürgerpartei umgestalten wollen.

In Essen ist in erschreckender Weise zutage getreten, wie sehr letztere inzwischen in der Mehrheit sind. Sie werden von den wichtigsten Verantwortungsträgern der Partei nicht etwa gebremst, sondern sogar noch aufgeputscht. Damit ist das Ringen um die Zukunft der AfD aussichtslos geworden. Ich danke allen, die ein Stück des Weges mit mir gegangen sind und für die wahren Ziele der AfD gekämpft haben. Jetzt aber ist die Partei unwiederbringlich in die falschen Hände gefallen. Bewährte und vernünftige Mitglieder verlassen in vierstelliger Größenordnung die Partei. Ich schließe mich ihnen an.

Viele Mitglieder rufen auch nach einem Neuanfang und organisieren sich unter www.neustart2015.de. Ob es wirklich zu einer Neugründung im Sinne einer Wiedererrichtung der AfD der Gründungszeit kommt, steht aber noch dahin.“

Von

dpa

Kommentare (9)

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Herr C. Falk

08.07.2015, 19:32 Uhr

Rührend, "Ulrike Tribesius und Ich"

Das sieht ganz nach einer Romanze aus. Aufgepasst Herr Lucke, Sie sind verheiratet und haben wieviel Kinder? Fünf?

lol

Walter Traustein

08.07.2015, 19:35 Uhr

Ich denke Lucke gründet eine neue Führer-Partei als bekennender "Nicht-Teamplayer". Henkel und Trebesius folgen ihm blind.

Lucke-Partei rechts der AfD mit starkem "Personen-Kult" und Götzen-Anbeter.

Walter Traustein08.07.2015, 19:06 Uhr

Lucke hatte "aristokratische Führer-Ambitionen" - die Frau Trebesius wohl sympathischer waren als eine demokratische Partei.

Ja, dann muss sie wohl in die NPD wechseln und Herr Lucke auch. Da fühlen sie sich dann "geführt". Die AfD jedenfalls ist basis-demokratisch.

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Im Interview mit FreieWelt.net schildert der Publizist Giselher Suhr seine Eindrücke vom Parteitag der AfD in Essen. Das »reinigende Gewitter« böte der Partei eine »riesen Chance.«

http://www.freiewelt.net/interview/afd-parteitag-mehr-drama-geht-nicht-10062639/

Walter Traustein

08.07.2015, 19:35 Uhr

"Die AfD im Südwesten dagegen geht nach eigenen Angaben gestärkt aus den derzeitigen Turbulenzen hervor. „Die Streithähne treten gerade aus“, sagte Parteisprecherin Anastasia Koren. „Jetzt kann die AfD endlich wieder zusammenwachsen.“ ..."

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/petry-fordert-afd-mitglieder-zum-bleiben-auf-13691298.html

RICHTIG !

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SCHÄBIGE ERPESSUNG !!

"Erpressungen durch Lucke und Henkel gehen weiter - AfD-Mittelständler Opfer der Weckruf-Säuberungsaktionen

Mit Drohungen versucht Hans Olaf Henkel, AfD-Mitglieder zum Beitritt zu Bernd Luckes »Weckruf« zu bewegen. Doch der Angesprochene Müller will keinen »Loyalitäts-Blankoscheck« ausstellen. ..."

http://www.freiewelt.net/nachricht/afd-mittelstaendler-opfer-der-weckruf-saeuberungsaktionen-10062539/

Lucke will "verbrannte Erde" hinterlassen und das ist einfach nur "mies und schäbig".

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