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12.06.2015

13:26 Uhr

Lucke vs. Petry

AfD einigt sich auf kleinen Parteitag

Am 20. Juni trifft sich die zerstrittene AfD zum kleinen Parteitag. Mit einer eigenmächtigen Einladung konnte sich Ko-Vorsitzende Frauke Petry nicht durchsetzen. Der Machtkampf geht in die nächste Runde.

Die Ko-Vorsitzende der AfD wählt in Sachen Parteikonvent am liebsten den Alleingang. dpa

Frauke Petry

Die Ko-Vorsitzende der AfD wählt in Sachen Parteikonvent am liebsten den Alleingang.

BerlinIm Machtkampf bei der AfD ist die Ko-Vorsitzende Frauke Petry mit dem Versuch gescheitert, auf eigene Faust einen kleinen Parteitag für Samstag einzuberufen. Die Landesvorsitzenden beschlossen am Freitag in einer Telefonkonferenz mehrheitlich, den Parteikonvent um eine Woche auf den 20. Juni zu verschieben, wie ein Parteisprecher mitteilte. Zwei Wochen später will die zerstrittene Partei dann nach bisheriger Planung auf einem Mitgliederparteitag eine neue Führung bestimmen.

Petry hatte einen Teil ihrer Vorstandskollegen am Mittwoch mit der kurzfristigen Einladung zu einem kleinen Parteitag für Samstag überrascht. Ihr innerparteilicher Rivale und Ko-Vorsitzender der Partei, Bernd Lucke, hatte mitteilen lassen, dass er zu diesem Treffen nicht anreisen wolle. In der Bundesgeschäftsstelle wurde auf Zweifel verwiesen, ob Petry überhaupt auf eigene Faust zu einem derartigen Parteitreffen einladen durfte und ob diese Einladung fristgerecht erfolgte.

Die Satzung der AfD sieht grundsätzlich die Möglichkeit kleiner Parteitage vor. Sie finden nicht-öffentlich statt und sollen dem Austausch von Vertretern der Bundespartei und der Landesverbände dienen. Beschlüsse des Bundesvorstands können sie nach Angaben aus der Bundesgeschäftsstelle allerdings nicht kippen. Auch kann ein solches Gremium keine neue Parteiführung bestimmen.

Die AfD wird derzeit von einem heftigen Machtkampf erschüttert, deren Protagonisten Lucke und Petry sind. Sie stehen für eine unterschiedliche Ausrichtung der Partei – Lucke ist wirtschaftsliberal, Petry gilt als nationalkonservativ. Eigentlich hätte der Bundesparteitag zur Bestimmung einer neuen Parteiführung schon am Samstag dieser Woche in Kassel stattfinden sollen: wegen der Streitigkeiten wurde er um drei Wochen verschoben.

Von

afp

Kommentare (5)

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Herr Jens Großer

12.06.2015, 14:08 Uhr

Wo ist Petry denn gescheitert? Nur weil der Termin vom 13 auf den 20 verlegt wurde? Im Endeffekt hat sie trotzdem ihren erklärten Wunsch durchgesetzt, nämlich einen Parteikonvent vor dem großen Mitgliederparteitag abzuhalten?

Frau Nelly Sachse

12.06.2015, 15:04 Uhr

Wenn es in der Partei nicht einige gegeben hätte, die aus narzisstischen Gründen laut polternd öffentlich, ohne Rücksprache und ohne die notwendige Sensibilität, provozierende Parolen geschwungen hätten, wäre es soweit mit der AfD nicht gekommen. Inhaltliche Differenzen waren doch immer erlaubt. Im wesentlichen gibt es inhaltlich doch gar keine großen Differenzen.
Die Probleme sind - wie meist - auf einige Egomanen und Wichtigtuer zurückzuführen.

Herr Helmut Paulsen

12.06.2015, 15:21 Uhr

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