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09.06.2015

17:38 Uhr

Luftabwehrsystem Meads

Von der Leyens erstes eigenes Risiko

Nicht gelieferte Transportflugzeuge, unpräzise Gewehre und die Skandal-Drohne „Euro Hawk“: Ursula von der Leyen hat eine lange Mängelliste geerbt. Jetzt packt sie ihr erstes eigenes Rüstungsprojekt an.

Von der Leyens Milliarden-Ausgabe

Bundeswehr rüstet deutlich auf: Flugabwehrsystem Meads kommt

Von der Leyens Milliarden-Ausgabe: Bundeswehr rüstet deutlich auf: Flugabwehrsystem Meads kommt

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BerlinNach eineinhalb Jahren im Amt kommt jetzt die Bewährungsprobe für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das Luftabwehrsystem Meads ist ihr erster großer Waffenkauf. Jetzt kann die CDU-Politikerin beweisen, dass es kein Naturgesetz ist, dass sich Rüstungsprojekte immer verteuern und verzögern.

Bisher musste sich die Ministerin vor allem mit Rüstungsproblemen herumschlagen, die sie von ihren Vorgängern geerbt hat. Zum Beispiel mit der Skandal-Drohne „Euro Hawk“, die wegen einer drohenden Kostenexplosion eingemottet wurde. Oder mit dem A400M, dessen Auslieferung sich um vier Jahre verzögerte. Bis heute funktioniert das Transportflugzeug nicht wie vereinbart. Ein Exemplar stürzte kürzlich bei einem Testflug in Spanien ab.

Jetzt hat von der Leyen ihr erstes eigenes Rüstungsprojekt. Es heißt Medium Extended Air Defense System - kurz Meads - und ist ein Luftabwehrsystem mit einem 360-Grad-Radar. Es kann eine Großstadt oder einen Einsatzflughafen vor Angriffen mit Flugzeugen, Kampfdrohnen oder Raketen schützen.

Das Flugabwehrsystem MEADS

Proektphasen

Wiederholte Verzögerungen bereits ab der ersten Projektphase (Quelle: Steuerzahlerbund)

Gesamtkosten

Erwartete Gesamtkosten (Lebenszyklus): 13 Mrd. Euro

Kostensteigerung

Kostensteigerung für die geplante Beschaffung von 1,55 Mrd. Euro (1999) auf 3,81 Mrd. Euro (2005)

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten bis Anfang 2013: rund 1,1 Mrd. Euro

Wie geht es weiter?

Projekt nach Rückzug der Amerikaner eingestellt; Anschlussverwendung der Ergebnisse fraglich

Meads hat bereits eine elfjährige, sehr wechselhafte Geschichte hinter sich. Ursprünglich war es das Vorzeigeprojekt transatlantischer Rüstungskooperation. Deutschland, Italien, Frankreich und die USA starteten 2004 die Entwicklung eines neuen Luftabwehrsystems, das bisherige Systeme wie „Patriot“ qualitativ weit hinter sich lassen sollte. Frankreich stieg frühzeitig aus.

Aus Deutschland beteiligte sich MDBA aus der kleinen bayerischen Gemeinde Schrobenhausen, aus den USA Lockheed Martin. 2011 kam dann der Schock. Die USA entschieden sich, Meads nicht für ihre eigenen Streitkräfte zu verwenden. Die Entwicklung lief aber weiter und wurde auch weiter aus Washington finanziert.

Vier Milliarden Euro hat das Projekt bereits gekostet, eine Milliarde davon stammt aus Deutschland. Der erste Testschuss ist erfolgt. Bis zur Einsatzfähigkeit wird es aber noch Jahre dauern.

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

09.06.2015, 19:07 Uhr

Verfolgt man das Wirken deutscher Experten der letzten Jahre, kann man nur sagen und fordern: Weg von deutschen Experten! Sie wollen Deutschland/Deutsche nur vorsätzlich schaden, damit Sie mehr Boni erhalten können. Jeder deutsche Politiker, der sich für diese Personen einsetzt, macht sich schuldig!!!!

Account gelöscht!

10.06.2015, 09:32 Uhr

Eine andere Sicht:
Abbau von Grundschulen, in der Folge "Sterbende Dorfstrukturen", Fortsetzung der Verelendung von Bürgern.
Raketen in der Bundeswehr welche Angriffe abwehren sollen. Also Schutz deutscher Bürger die ohne Werte (fehlende Bildung ist erst der Anfang) nicht mehr schützenswert sind.
Gibt es wirklich nur die Alternative Geld für Bildung ODER Geld für eine unsinnige Gefahrenabwehr?
Damit wären wir bei meinem Vorredner in Bezug auf "Experten".

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