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31.10.2016

22:21 Uhr

„Luftnotlage“

Bundeswehr-Tornados müssen im Nordirak landen

Ein technischer Defekt zwingt zwei Kampfjets der Bundeswehr zur Zwischenlandung im Nordirak. Starke Turbulenzen bei einer Betankung sollen die Probleme ausgelöst haben. Es sei aber nicht zu einer Notlandung gekommen.

Ein Tornado der Bundeswehr: Zwei Maschinen mussten im Irak wegen eines Defekts zwischenlanden. dpa

Bundeswehr

Ein Tornado der Bundeswehr: Zwei Maschinen mussten im Irak wegen eines Defekts zwischenlanden.

BerlinZwei im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingesetzte „Tornado“-Kampfjets der Bundeswehr mussten im Nordirak zwischenlanden. Laut einem Sprecher der Bundeswehr habe es sich um eine „Luftnotlage“ gehandelt, ausgelöst durch einen technischen Defekt. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam betonte jedoch, es habe sich nicht um eine Notlandung gehandelt.

Der Defekt sei wegen starker Turbulenzen bei einer routinemäßigen Luftbetankung an einem der Tornado-Aufklärungsjets aufgetreten, erklärte die Bundeswehr. Die Betankung musste daraufhin abgebrochen werden. Die Piloten hätten entschieden, den nächstgelegenen Flugplatz in Erbil in der nordirakischen Kurdenregion anzusteuern, da eine Rückkehr zum Nato-Stützpunkt im türkischen Incirlik mangels Treibstoff nicht mehr möglich gewesen sei.

Wie von der Leyen die Bundeswehr verändert

Aufrüstung

Bis zum Jahr 2030 sollen 130 Milliarden Euro in die Sanierung der teils veralteten Ausrüstung der Bundeswehr gesteckt werden. Die Bundeswehrreform der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (2009 bis 2011) und Thomas de Maizière (2011 bis 2013) sah noch Kürzungen bei den großen Waffensystemen vor.

Truppenverstärkung

Erstmals seit der Wiedervereinigung wird die Bundeswehr wieder um mehrere tausend Soldaten vergrößert. Die Bundeswehrreform von Guttenberg und de Maizière führte zu einer Verkleinerung der Truppe von 250 000 auf 185 000 Soldaten.

Rüstungsreform

Mit einem Umbau des Beschaffungssektors sollen notorische Verzögerungen und Verteuerungen bei großen Rüstungsprojekten gestoppt werden.

Attraktivitätsoffensive

Mit mehr Teilzeitarbeit, besseren Beförderungschancen und gesetzlich geregelten Arbeitszeiten soll die Bundeswehr attraktiver für Berufseinsteiger gemacht werden.

Cyber-Armee

Die IT-Spezialisten der Bundeswehr sollen zu einer neuen Einheit „Cyber und Informationsraum“ zusammengezogen werden.

Nachdem die beiden Tornados gegen 15.30 Uhr in Erbil gelandet waren, stellte sich den Angaben zufolge heraus, dass der Tankausleger beschädigt wurde, die Maschine jedoch weiter flugfähig war. Nach der Betankung am Boden seien beide nach Incirlik zurückgeflogen und dort am Abend sicher gelandet.

Die Bundeswehr unterstützt von der Nato-Basis aus die Luftangriffe der Militärallianz im Kampf gegen den IS. Sie setzt dabei neben sechs Tornado-Aufklärungsflugzeugen auch ein Tankflugzeug ein.

Von

dpa

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