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18.01.2010

22:35 Uhr

Luxusflug nach Miami

Ministerpräsident Wulff räumt Fehler ein

Nach der Kritik im Zusammenhang mit einem Businessklasse-Flug nach Florida hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Nachträglich zahlte er die Preisdifferenz von rund 3 000 Euro und betonte, künftig keine Upgrades mehr wahrzunehmen.

Ministerpräsident Wulff: "Jeden Anschein einer Besserstellung vermeiden". Quelle: dpa

Ministerpräsident Wulff: "Jeden Anschein einer Besserstellung vermeiden".

HB HANNOVER. Nach der Kritik im Zusammenhang mit einem Businessklasse-Flug nach Florida hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff einen Fehler eingeräumt. Der CDU-Politiker sagte nach Angaben der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“, das ihm und seiner Familie gewährte Upgrade von der günstigen Economy- zur teureren Businessklasse sei bei Touristen üblich. Er hätte sich aber bewusstmachen müssen, dass ein solches Upgrade „bei einem Ministerpräsidenten Fragen aufwerfen kann“.

Als tatsächlich deswegen eine Nachfrage von einem Reporter gekommen sei, habe er den Differenzbetrag bezahlt, „weil ich glaube, dass Politiker jeden Anschein einer Besserstellung vermeiden und daher auch die Kosten tragen müssen“. Die Differenz habe für die Familie etwas mehr als 3 000 Euro betragen, sagte Wulff dem Bericht zufolge und bestätigte, dass er erst nach Anfrage eines Reporters die Bezahlung der Differenz veranlasst habe.

„Man kann auch die andere Entscheidung treffen und sagen: Das ist üblich, dass es Upgrades gibt. Aber ich wollte mich auf die Diskussion nicht einlassen.“ Er habe eine Lehre aus der Angelegenheit gezogen, sagte Wulff: „In Zukunft würde ich darauf bestehen, andere heraufzustufen.“

Wulff hatte laut „Spiegel“-Informationen im Mai vergangenen Jahres bei der Fluggesellschaft Air Berlin günstige Economy-Tickets für die Flüge nach Miami gebucht, die Tickets seien aber kostenlos aufgewertet worden, so dass die Familie Businessklasse fliegen konnte. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold habe das Upgrade persönlich abgesegnet, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Kommentare (3)

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Schurl55

19.01.2010, 11:56 Uhr

hier verwechselt aber jemand etwas
Herr Wulff - das war kein upgrade, das war nach vorne sitzen kostenlos seitens der Airline, das ist Vorteilsannahme und damit pure Korruption.
Glaubt dieser Heuchler und Schwiegermütter-blender wirklich er könnte das ganze Volk belügen ?
Upgrades stehen jedem zu, der legal einen eigenen Anspruch aus Vielfliegerprogrammen erworben hat - und das liegt hier per Erklärung nicht vor.
Der Mann schreckt schlicht vor keiner Lüge und Täuschung zurück.

Jonas

19.01.2010, 13:54 Uhr

"das ihm und seiner Familie gewährte Upgrade von der günstigen Economy- zur teureren businessklasse sei bei Touristen üblich"

Üblich.

Aha.

Warum ist das bei mir nicht üblich ?

Weil ich kein Politiker bin, achja.

Also so üblich ist das nicht.

Wenn der Flug überbucht ist, kann ein Economy-Mensch auch mal auf einen business Platz gesetzt werden, das kostet dann nichts extra und ist kein Upgrade.

Wer jedoch ein Upgrade macht, der zahlt, eben diese 3000 EUR, und wenn ein Politiker das "umsonst" bekommt, hat er sich gerade bestechen lassen.

Vielen Dank Herr Wulff.

Korruptes Volk.

Falls Sie nicht feiwillig zurücktreten, kann ich nur empfehlen, daß alle Niedersachen Sie abwählen.

Das gierige Verhalten von Politikern, die persönliche Vorteilnahme schon als Selbverständlichkeit ansehen, macht uns immer wieder fassungslos.

ich möchte auch business fliegen in meinen Urlaub nach Florida. Wenn das alles "so üblich" ist.

Lutz Huth

23.01.2010, 13:12 Uhr

Wulfs Miamiflug

Dieser Fall ist beispielhaft für die kleinkarierte Neidgesellschaft in der wir leben.

Wie kleinkariert muß ein Ministerpräsident sein, der sich ein elfstündiges Martyrium auf einem "Thrombosesitz" in der "Holzklasse" eines billigfliegers antut und wie groß ist der Neid derer, die sich selbst dies nicht einmal leisten können, wenn er dann, auf Grund seines bekanntheitsgrades, wie es im neuhochdeutschen heißt, "aggraded" wird.

Armes Deutschland

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