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22.09.2011

20:09 Uhr

Lybien

Gaddafis Regierungschef verhaftet

Der außer Landes geflohene Regierungschef Gaddafis ist in Tunesien festgenommen und verurteilt worden. Zeitgleich kann sich die neue Führung in Tripolis über einen unverhofften Geldsegen freuen.

Gaddafis letzter Regierungschef Al-Bagdadi Al-Mahmudi ist verhaftet worden. dpa

Gaddafis letzter Regierungschef Al-Bagdadi Al-Mahmudi ist verhaftet worden.

Tunis/TripolisDer letzte Regierungschef des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi ist in Tunesien wegen illegalen Grenzübertritts zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das bestätigte eine ranghohe Quelle im tunesischen Innenministerium am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Al-Bagdadi Al-Mahmudi war am Vortag im Grenzgebiet zu Algerien nahe der Oasenstadt Tozeur festgenommen worden.

Unterdessen nahmen die Milizen des Übergangsrats nach dreitägigen Kämpfen die noch von Gaddafi-Truppen gehaltene südliche Wüstenoase Dschufra ein. Wie ein Sprecher des Rats am Donnerstag in Tripolis mitteilte, würden nun die dort gelegenen Städte Waddan, Hun und Sokna von ehemaligen Rebelleneinheiten kontrolliert. Den letzten Gaddafi-Getreuen, die in Sirte und Bani Walid noch heftigen Widerstand leisten, ist damit der Weg durch die libysche Sahara in ein Exil im westafrikanischen Ausland abgeschnitten.

Al-Mahmudi sei bei seiner Ergreifung mit zwei weiteren Personen in einem Geländefahrzeug unterwegs gewesen, hieß es in Tunis. Wenige Stunden nach der Festnahme sei er zu der Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Al-Mahmudi hatte Gaddafi seit März dieses Jahres bis zur Vertreibung des Despoten aus Tripolis Ende August als Regierungschef gedient. Nach Informationen des Senders Al-Arabija steht er auf der Fahndungsliste des Übergangsrats. Nach Beginn des Aufstandes gegen Gaddafi im Februar soll er die Tötung von Regimegegnern mit angeordnet haben.

Über einen unverhofften Geldsegen kann sich die neue Führung in Tripolis freuen. In den Tresoren der libyschen Nationalbank wurden nach Medienberichten umgerechnet 16,9 Milliarden Euro in libyschen Dinaren aus dem Besitz Gaddafis entdeckt. Das Geld, das nirgendwo verbucht gewesen sein soll, sei in Holzkisten gelagert gewesen.

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