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17.02.2004

07:00 Uhr

Maatwerk-Insolvenz bedroht 10 000 Jobs

Rückschlag für Arbeitsmarktreformen

Der größte Betreiber von Personal- Service-Agenturen (PSA) in Deutschland, die Maatwerk GmbH, hat gestern Insolvenz angemeldet. Damit steht ein zentrales Element der Hartz-Reformen vor einer ungewissen Zukunft.

dc/huh/tag BERLIN/DÜSSELDORF.Maatwerk betreibt 201 der bundesweit 985 PSA. Die Maatwerk-Agenturen beschäftigen rund 9 500 ehemals Arbeitslose. Das PSA-Konzept sieht vor, dass die Betreiber diese Arbeitskräfte als Zeitarbeitnehmer an Unternehmen vermitteln. Auch den etwa 600 Maatwerk-Mitarbeitern droht der Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement sagte, die Bundesregierung werde an dem Instrument der PSA festhalten. Eine endgültige Bewertung der PSA, die vor rund einem halben Jahr gestartet sind, sei erst für 2006 geplant. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, betonte, das Konzept sei mit dem Konkurs nicht gescheitert. Die deutsche Tochter des niederländischen Personaldienstleisters Maatwerk nannte Zahlungsunfähigkeit als Grund für den Insolvenzantrag. Ein Sprecher sagte, die Hausbank ABN Amro habe am Freitag den Kredit gekündigt. Gestern Abend verhandelte die Maatwerk-Führung in Hamburg mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Gerd Weiland über die Fortführung des Geschäfts. Zumindest heute sollen die Niederlassungen noch geöffnet bleiben.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) besitzt Maatwerk aber schon jetzt keine gültige Verleiherlaubnis mehr. Die Verträge mit dem Unternehmen würden fristlos gekündigt, sagte der PSA-Experte der BA, Hans-Uwe Stern. Die Betroffenen sollten so weit möglich auf andere PSA verteilt werden oder müssten sich wieder arbeitslos melden. Stern äußerte sich unzufrieden über die Arbeit von Maatwerk. Die Ergebnisse beim Verleih seien nicht überzeugend gewesen, sagte er.

Quelle: Handelsblatt

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