Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2014

19:32 Uhr

Machtgerangel in Berlin

Hauen und Stechen um Wowereit-Nachfolge

Die Berliner SPD ringt um die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Die Kandidaten sollen aus den eigenen Reihen stammen, überzeugen aber die Bundes-SPD nicht. Die Opposition will gar Neuwahlen.

Berlins SPD-Landesvorsitzender Jan Stöß: Erster Kandidat für die Wowereit-Nachfolge. dpa

Berlins SPD-Landesvorsitzender Jan Stöß: Erster Kandidat für die Wowereit-Nachfolge.

BerlinNach mehr als 13 Jahren als Regierender Bürgermeister Berlins hat Klaus Wowereit (SPD) überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er stelle seinen Posten zum 11. Dezember zur Verfügung, sagte der dienstälteste Landesregierungschef am Dienstag im Roten Rathaus. Um seine Nachfolge entbrannte in der Berliner SPD umgehend ein Machtkampf zwischen dem Landesvorsitzenden Jan Stöß und Fraktionschef Raed Saleh. Diesen soll die Parteibasis per Mitgliedervotum entscheiden. In der Opposition wurde die Forderung nach Neuwahlen laut.

„Ich gehe freiwillig“, versicherte Wowereit. Jedoch habe die parteiinterne Diskussion um seine Person der Regierungsarbeit geschadet, sagte der 60-Jährige. Die Entscheidung zwei Jahre vor Ablauf der Legislaturperiode sei ihm nicht leichtgefallen. Er sei stolz, seinen Beitrag zur positiven Entwicklung der Hauptstadt geleistet zu haben.

Rücktritt von Berlins Bürgermeister: Wowereit kehrt der Politik den Rücken

Rücktritt von Berlins Bürgermeister

Wowereit kehrt der Politik den Rücken

Ende einer Ära: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat seinen Rücktritt angekündigt. Zum Jahresende will der SPD-Politiker Platz machen. Die möglichen Nachfolger laufen sich schon warm.

Der Regierungschef führt seit November 2011 eine rot-schwarze Koalition. Erstmals war Wowereit im Juni 2001 zum Regierenden Bürgermeister der Hauptstadt gewählt worden. Zwei Wahlperioden regierte er mit der Linken. Von 2009 bis 2013 war er einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.

Zuletzt war die Beliebtheit Wowereits rapide gesunken. Vor allem das Desaster um den Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg hatte am Ansehen des Regierungschefs gekratzt. Mehrfach wurde die Eröffnung verschoben, ein neuer Termin ist nicht in Sicht.

Für Wowereit, der auch den Posten als Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft abgeben will, war das Projekt eines seiner wichtigsten. Die nicht zeitgerechte Eröffnung sei „eine herbe Niederlage gewesen, und das ist sie bis heute“, sagte Wowereit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×