Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2007

08:56 Uhr

Machtkampf in der CSU

Beckstein lässt Kandidatur für CSU-Vorsitz offen

Bayerns Innenminister Günther Beckstein hat offen gelassen, ob er für den CSU-Vorsitz kandidieren wird, falls Amtsinhaber Edmund Stoiber zurücktritt.

HB BERLIN. Diese Frage stelle sich derzeit nicht, erklärte er am Montag im Deutschlandfunk. Im Falle eines Amtsverzichts von Stoiber müsse es dann Diskussionen geben. „Da gibt es viele, die Interesse hätten“, sagte Beckstein, der in der Partei als möglicher neuer Vorsitzender gehandelt wird.

Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Joachim Herrmann, bekräftigte im RBB-Inforadio, es gebe in der Partei unüberhörbare Stimmen, die gegen eine Spitzenkandidatur von Ministerpräsident Stoiber bei der Landtagswahl 2008 seien. Mit Blick auf die am Dienstag beginnende Klausurtagung der CSU-Fraktion in Wildbad Kreuth erklärte er: „Wir wollen gemeinsam mit ihm darüber reden, und dann wird sich zeigen, wie es weitergeht.“

Beckstein betonte, er werde nicht gegen Stoiber antreten. Zwar bekannte er sich dazu, dass Stoiber Parteichef und Ministerpräsident bleiben solle, wich aber der Frage aus, ob Stoiber nach einem Sieg bei der Landtagswahl 2008 die volle Legislaturperiode bis 2013 amtieren solle: „Das ist nicht die Frage, die sich jetzt stellt. Das soll die nächste Legislaturperiode dann zeigen.“

Wie Herrmann geht auch Beckstein davon aus, dass bei der Fraktionsklausur „Klärungsprozesse“ erfolgen werden. Allerdings glaube er nicht, dass dabei irgendwelche Entscheidungen fallen würden. Herrmann betonte, es gebe keinen Zeitdruck für Entscheidungen. Der Fraktionschef verwies auf schlechte Umfragewerte für die CSU und sagte auf Stoiber gemünzt: „Er kennt ja diese Zahlen, und auch er weiß, dass wir uns auf Dauer damit nicht abfinden könnten.“

Am Montagvormittag soll sich Stoiber in getrennten Gesprächen zuerst mit dem Landtagspräsidenten Alois Glück und später mit Herrmann in der Münchner Staatskanzlei treffen. Medienberichten zufolge soll Stoiber dabei zu einem Fahrplan für den Verzicht auf Spitzenkandidatur und Parteivorsitz gedrängt werden. An einer Sitzung des Fraktionsvorstandes in Kreuth am Nachmittag nimmt auch Stoiber teil. In CSU-Kreisen hieß es, auch dabei sollten Wege für eine möglichst reibungslose Machtübergabe ausgelotet werden. Stoiber hat allerdings klar gemacht, dass er seine Ämter nicht aufgeben will.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×