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05.03.2016

12:58 Uhr

Machtkampf in der CSU

Seehofer will offenbar Söder als Parteichef verhindern

Seit 2008 ist er CSU-Chef – und will es bis zum Jubiläum 2018 wohl auch bleiben: Horst Seehofer denkt angeblich nicht daran, den Parteivorsitz abzugeben. Will er den Aufstieg seines Protegés Markus Söder verhindern?

Offenbar scheut der bayerische Ministerpräsident Seehofer einen Finanzminister unter sich, der als Vorsitzender die Parteigeschicke in den Händen hält. dpa

Parteivorsitzender und Finanzminister?

Offenbar scheut der bayerische Ministerpräsident Seehofer einen Finanzminister unter sich, der als Vorsitzender die Parteigeschicke in den Händen hält.

MünchenBayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erwägt nach einem „Spiegel“-Bericht einen Verbleib als CSU-Parteichef bis 2018. Unter Berufung auf Parteikreise berichtete das Nachrichtenmagazin, der bis 2017 gewählte CSU-Vorsitzende denke daran, sich möglicherweise vom Parteitag Ende dieses Jahres außerplanmäßig noch einmal für zwei Jahre im Amt bestätigen zu lassen. Damit wolle er den Aufstieg seines ehrgeizigen Finanzministers Markus Söder verhindern.

Ein Parteisprecher bezeichnete den Bericht am Samstag als „reine Spekulation“. Ende November hatte Seehofer bei seiner Wiederwahl beim Parteitag in München einen Dämpfer erhalten. Mit 87,2 Prozent musste er sein bislang schlechtestes Ergebnis einstecken.

Der 66 Jahre alte Seehofer ist seit 2008 CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident. Das Amt als Regierungschef will er mit der Landtagswahl 2018 abgeben. Das hat er mehrfach angekündigt und zudem deutlich gemacht, dass er Ministerpräsidentenamt und CSU-Vorsitz in eine Hand legen will.

Nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins soll eine endgültige Entscheidung über den Plan aber erst fallen, wenn der weitere Verlauf der Flüchtlingskrise absehbar sei. Sollte der Streit mit der CDU um die richtige Flüchtlingspolitik weiter eskalieren, sei Seehofer entschlossen, bis 2018 Parteichef zu bleiben.

Finanzminister Söder gilt als derzeit aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nachfolge Seehofers. Allerdings habe sich der aus Franken stammende Söder zuletzt mehrere „Fouls“ geleistet, schreibt der „Spiegel“ unter Verweis auf Seehofers Umfeld weiter. So habe er zuletzt in der Flüchtlingskrise ohne Abstimmung mit den Parteichefs eine „Generalaussprache“ der Vorstände von CDU und CSU gefordert.

Von

dpa

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