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05.01.2015

11:01 Uhr

Machtkampf in der Parteispitze

AfD-Streit schreckt Hamburger Wahlkämpfer auf

ExklusivAuf die Wahlerfolge folgt der Machtkampf: Der Streit um die Parteiführung und die Diskussion um AfD-Chef Bernd Lucke spitzen sich weiter zu. Der Hamburger AfD-Chef fürchtet schon um die eigenen Wahlchancen.

In einem Schreiben an Bernd Lucke (r.) hatten sich die gleichberechtigten Co-Vorsitzenden Konrad Adam und Frauke Petry über seinen Führungsstil beschwert. dpa

In einem Schreiben an Bernd Lucke (r.) hatten sich die gleichberechtigten Co-Vorsitzenden Konrad Adam und Frauke Petry über seinen Führungsstil beschwert.

BerlinNach Ansicht des Chefs der Alternative für Deutschland (AfD) in Hamburg, Jörn Kruse, wirkt sich der Führungsstreit in der Bundespartei negativ auf den Bürgerschaftswahlkampf aus. Auf die Frage, ob der Streit eine Belastung für seinen Wahlkampf darstelle, sagte Kruse, der auch Spitzenkandidat seiner Partei ist, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Ja, jeder Zwist ist eine Belastung für den Wahlkampf. Oder genauer gesagt, je mehr die Medien darüber schreiben oder senden. Und das tun sie leider mit großem Vergnügen, und zwar in voller Kenntnis der Zusammenhänge, aber oft mit wenig Kenntnissen über die AfD.“

Kruse hält die Kritik der beiden gleichberechtigten Co-Bundesvorsitzenden Bernd Luckes, Konrad Adam und Frauke Petry, an dessen Plänen, sich über eine Satzungsänderung den Posten des alleinigen Vorsitzenden zu sichern, für wenig zielführend.  Den „Satzungs-Zwist“ betrachtet er für zweit-oder drittrangig. „Egal, was rauskommt, an  den Machtverhältnissen würde sich nichts ändern“, sagte er. „Lucke wäre in jedem Fall die Nummer eins der Partei  – wie seit April 2013.“

Lucke will sich an der Spitze der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) den Posten des alleinigen Vorsitzenden sichern. Seine Kritiker hatten Lucke einen Brief geschrieben. In dem Schreiben werfen die Autoren ihm „Führung nach Gutsherrenart“ vor. Von „Drohungen“ ist darin die Rede und von Aktionen „ohne Rücksprache“ mit dem Parteivorstand. Am Ende des Schreibens wird Lucke ein Gesprächstermin genannt. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören auch der brandenburgische AfD-Fraktionschef Alexander Gauland sowie die die Europaabgeordneten Beatrix von Storch und Marcus Pretzell.

Obwohl er zu den Unterzeichnern gehört, rechnet AfD-Vize Gauland nicht an einen Rücktritt von Parteichef Lucke. „Das sind so Drohgebärden, von denen ich gar nicht viel halte – wir alle halten nicht viel davon. Wir wollen ja mit ihm weiterarbeiten“, sagte Gauland am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Wir halten es für falsch, dass Bernd Lucke die Spitze verengen will, während wir die Themen an der Basis verbreitert haben“, sagte Gauland. Auf die Aufforderung zum Gespräch in Frankfurt habe der Parteichef noch nicht reagiert. „Mir hat er noch nicht geantwortet, den anderen Kollegen auch nicht“, sagte Gauland.

Nach Meinung des Co-Vorsitzenden Konrad Adam sorgt der Streit für eine brisante Stimmung in der Partei. „Wir sind als neue Partei an dem Punkt, den man bei der Weinzubereitung Sauser-Stadium nennt. Das ist riskant, das kann das Fass auseinanderreißen“, sagte Adam den Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ (Montag).

Kommentare (5)

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Herr Helmut Paulsen

05.01.2015, 11:12 Uhr


LESENSWERT Verschwörungstheorie ? Zur Wahrheits-Krise der Medien in Deutschland:

Auszeichnung und Rede vom CEO des Axel Springer Verlages Dr. Mathias Döpfner (BILD, WELT) in Israel vor der LOGE B’nai B’rith Europe am 10. Juni 2014 (.pdf siehe unten)

"Sehr verehrter Herr Bundesminister, lieber Herr Dr. Schäuble,
Exzellenzen, lieber Yakov,
Lieber Michel Friedman, (N24-Friedman)
Lieber Herr Hofmann,
Liebe Friede Springer, (Axel Springer Verlag)
Lieber Mario Draghi, (EZB, Frankfurt a. Main)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

... die Pressefreiheit sei in Gefahr, der Text müsse erscheinen. Ich ging in die Offensive und sagte: Wir drucken alles, was klug ist, es sei denn, es widerspricht der deutschen Verfassung. Hinzu kommen drei Grundwerte für die diese Zeitung, allein schon aufgrund ihrer Geschichte, stehen sollte: für die deutsche Wiedervereinigung, für die Marktwirtschaft und für die Bekämpfung jeder Form von Antisemitismus. Deshalb halte ich diesen antiisraelischen und antisemitischen Text für undruckbar. Im Konferenzraum stieg der Adrenalinspiegel. „Na dann gehen Sie doch gleich zu Springer, da steht so was in den Verträgen“ bellte ein Ressortleiter in die Runde. Ich war verdutzt. Denn dass es bei Axel Springer Präambeln gab, die etwas sehr Ähnliches formulierten, davon hatte ich damals keine Ahnung. ... Eine Zukunft, in der sich das jüdische und das deutsche Volk eines Tages wieder versöhnen können. ..."

http://www.bnaibritheurope.org/bbeurope/en/news/news-of-bnai-brith/524-mathias-doepfner-ceo-of-the-axel-springer-group-a-self-styled-non-jewish-zionist-receives-the-bnai-brith-europe-2014-award-of-merit-

"... packt ein Zeitungspaket auseinander bis ein großer Fisch zum Vorschein kommt: „Der wahre Grund ist, dass wir von einem Fisch stets nur den Kopf essen.“ ..." (Zitat Döpfner, Gesamtrede siehe .pdf)

http://www.bnaibritheurope.org/bbeurope/bbeurope/Rede%20MD%20Bnai%20Brith%2010.06.2014.pdf

Herr Helmut Paulsen

05.01.2015, 11:38 Uhr

Hans-Olaf Henkel kommt etwas "Oberlehrerhaft" daher, vielleicht weil er jetzt EU-Abgeordneter ist ? Oder weil er denkt Etikette und Werte als ex-BDI-Boss transferieren zu müssen ? Oder weil er denkt ex-DDR-Bürger belehren zu müssen ?

Sein Konzept - in HH einfach die ehemalige FDP "kopieren" zu können wird nicht ausfgehen. Das kenne die Deutschen schon zur Genüge. Als etwas mehr Pfeffer muss schon da sein. Und Bürgernähe. ich mag Herrn Gauland, Frau Petry und Herrn Adam - alle Drei haben etwas zu geben zur AfD. Die AfD hat viele Meinungen - alles was bei den Blockparteien Verboten ist und "vertretbar" ist.

Herr Henkel kann und sollte das Spektrum nicht einseitig einengen nach seinem Dünken.

AfD-HH Ahoi !! 15. Februar 2015 sind wir DABEI.

Frau Frauke Müller

05.01.2015, 11:59 Uhr

Lucke muss aufräumen.

Es darf nicht sein, dass ein D-Klasse Politiker wie Adam, den man noch nicht mal als AfD Mitglied wirklich kennt, die großartige Chance einer neuen Partei torpediert.

Ob die AfD mehr oder weniger auf Pegida zugehen sollte, müssen die Mitglieder in einer Abstimmung entscheiden.

Lucke hat unbestritten extrem großen Verdienst am Entstehen der AfD, aber der Souverän ist nicht Lucke oder Adam, sondern die Mitglieder. Das ist Basisdemokratie.

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