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25.01.2007

09:19 Uhr

Machtkampf um CSU-Vorsitz

Huber greift Seehofer an

Die Fronten im Streit um den CSU-Vorsitz haben sich kurz vor dem nächsten Krisengespräch weiter verhärtet. Sowohl Parteivize Horst Seehofer als auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber rückten nicht von ihrem Führungsanspruch ab. Auch Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli sorgte wieder für Aufregung.

CSU-Politiker Erwin Huber: 'Bessere Lösung für Land und Partei.' Foto: ap ap

CSU-Politiker Erwin Huber: 'Bessere Lösung für Land und Partei.' Foto: ap

HB BERLIN. Der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber kritisierte am Morgen Äußerungen seines Rivalen um das Amt des CSU-Chefs, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. „Ich habe meine Bewerbung um den Parteivorsitz formuliert, weil ich glaube, dass das Tandem Beckstein/Huber die bessere Lösung für Land und Partei ist“, sagte Huber der „Augsburger Allgemeinen“. Innenminister Günther Beckstein ist als Nachfolger Stoibers im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten vorgesehen.

Auch der Bundeslandwirtschaftsminister und stellvertretende CSU- Vorsitzende Seehofer hatte seinen Führungsanspruch am Mittwochabend im ZDF noch einmal angemeldet. Am Freitag kommen Huber, Seehofer und weitere CSU-Spitzenpolitiker erneut mit Stoiber zusammen, um eine Lösung zu suchen.

Seehofer hält ein Ende der Nachfolgedebatte erst auf dem Parteitag im September für denkbar. „Das wäre keine Belastung für eine Partei, wenn die Debatte bis dahin vernünftig geführt wird“, sagte er in der ZDF-Sendung „Was nun?“. „Vielleicht kommen wir am Freitag nicht zu Ende.“ Seehofer sieht zwischen sich und Huber keine Richtungsentscheidung.

Die "Passauer Neue Presse" berichtet, in der CSU-Führung gebe es Überlegungen, Seehofer im Falle eines Verzichtes auf die Kandidatur für den Parteivorsitz im Gegenzug einen Sitz im Koalitionsausschuss von Union und SPD in Berlin anzubieten. In der CSU-Führung rechne man jedoch nicht damit, dass Seehofer auf dieses Angebot eingehen werde. "Die Parteiführung stellt sich bereits auf eine Kampfkandidatur zwischen Seehofer und Huber ein", sagte ein Vorstandsmitglied dem Blatt. Der vorgezogene Parteitag der CSU soll der Zeitung zufolge auf Wunsch Stoibers an seinem 66. Geburtstag, am 28. September, stattfinden.

Der bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel sprach sich indes gegen eine schnelle Vorentscheidung über den künftigen CSU-Vorsitzenden aus. Wenn die beiden Kandidaten sich nicht einigten, seien noch einige Wochen nötig, um die Alternativen mit den Mitgliedern zu besprechen, sagte Goppel der „Berliner Zeitung“.

Paulis Stil nicht akzeptabel

Der Minister warf der CSU-Führung vor, nicht klarer gegen die innerparteiliche Kritikerin Gabriele Pauli vorgegangen zu sein. „Es wäre schon früher dringend notwendig gewesen, Frau Pauli zu sagen, dass ihr Stil nicht akzeptabel ist“, sagte Goppel. Er warf der Fürther Landrätin parteischädigendes Verhalten vor und kündigte deutlichen Widerstand gegen ihre geplante Kandidatur für den stellvertretenden Parteivorsitz an.

Pauli hatte ihren Anspruch auf das Amt eines der vier stellvertretenden CSU-Vorsitzenden in den vergangenen Tagen immer wieder bekräftigt. Es gehe dabei nicht um ihre Person, sondern darum, einer Gruppe in der CSU Gehör zu verschaffen, die sich für eine Erneuerung der Partei einsetze, sagte die 49-Jährige. Dazu gehöre beispielsweise die Verankerung eines neuen Familienbildes, aber auch eine Diskussionskultur, die eine kritische innerparteiliche Auseinandersetzung erlaube.

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